Dienstag, 26. Januar 2021
Ecuador: Landestypische Gerichte
Die landestypischen Gerichte bestehen aus Kartoffeln, oft auch als Pommes frites, Reis, Mais, Yuca bzw. Maniok als „Sättigungs-Beilage“. Daneben werden als Gemüse Kochbananen, Süßkartoffeln, Kohl, Bohnen, Linsen und Kichererbsen verwendet. Eine Hauptspeise ohne Fleisch ist so gut wie ausgeschlossen. Es gibt oft Hühnerfleisch, Fisch, Schweinefleisch, seltener Rind oder Hammel bzw. Lamm. Sehr beliebt sind Suppen, sowohl als Vorspeise wie als Zwischenmahlzeit. Sie werden oft am Straßenrand oder in kleinen Garküchen angeboten und sind meist echt lecker. Auch Eintöpfe z.B. aus Kartoffeln und Schweinshaxe stehen auf den Speisezetteln. Meist steht ein Töpfchen mit Ají auf dem Tisch, ein scharfes Gewürz, dessen jeweilige Rezeptur Geheimnis des Wirts oder Gastgebers ist. Als besonders authentisches Nationalgericht wird Cocro angeboten: Eine dickflüssige Suppe aus Kartoffeln und Käse, mit dem Achiote-Gewürz, dazu gibt es Fleisch und/oder Schweineschwarte, Eier, Kürbis und Kohl.
Es dürfte klar geworden sein, dass Vegetarier oder gar Veganer in Ecuador eher nicht auf ihre Kosten kommen.

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Ecuador 2015 - En viaje - Unterwegs (16)
Sechzehnter Tag: Der Ausflug nach Otavalo, Laguna Cuicocha und Cotacachi steht auf dem Programm. Pepe, der Taxifahrer, holt uns pünktlich ab.

Auf der Panamericana passieren wir den Äquator, ohne anzuhalten. Kurz danach ein Mirador mit fantastischem Ausblick auf den 4.263 m hohen Fuya Fuya und gegenüber den Cuyambe mit 5.790 m. Die Sicht ist wieder fantastisch, so dass wir die umliegenden Vulkane in voller Pracht und fast ohne Wolken bewundern können. Weder ein Oppermann noch ein Arno Schmidt bin ich. Welche Landschaftsbeschreibung hätten sie hier formuliert? Leider fehlen mir dazu die Worte. An den umliegenden Hängen fallen großflächige Gewächshäuser auf, einfache Gestelle mit Plastikplanen abgedeckt. Hier werden Rosen gezüchtet. Begünstigt durch die klimatischen Bedingungen – „ewiger“ Sommer – blühen die Rosen das ganze Jahr. Wer braucht so viele Rosen? Europa! Die Blumen werden geerntet, per Flugzeug (!) nach Europa geschafft und hier entsprechend teuer verkauft. Ökologisch ein nicht zu vertretender Wahnsinn!

In Otavalo, 2.500 m hoch passieren wir den Parque Central und begegnen einer Prozession: vorneweg tragen sechs schwarz gekleidete Männer einen Sarg, dahinter eine lange Trauerprozession. Taxifahrer Pepe findet am Plaza de los Ponchos einen Parkplatz und wir streunen über den Markt, der sich als reiner Touristen-Magnet entpuppt. Angeboten werden nur Dinge, die garantiert kaum ein Ecuadorianer hier kauft: Wollartikel wie Mützen, Schals, auch Ponchos, Hüte, Keramik, Schmuck. Das Warenangebot und die Zahl der Verkäufer übertrifft die Zahl der möglichen Käufer wesentlich. Die Verkäufer – eher die Frauen als die Männer –in traditionellen Kleidungsstücken preisen ihre Ware beredt an. Es ist nicht reine Folklore, sondern ich habe schon den Eindruck, dass sie das täglich tragen. Gerhild ersteht bei einem freakig aussehenden jungen Mann ein hübsches Armband. Obwohl im Reiseführer steht, dass Handeln üblich ist, zahle ich den genannten Preis von sieben Dollar. Handeln wäre mir bei dem Preis peinlich gewesen.

Wir gehen dann noch zurück zum Parque Central. Der ist in der Anlage so wie alle anderen Plätze auch: Kirche, Rathaus, hier noch das Kreishaus und repräsentative Wohnhäuser, streng quadratisch angelegt, zwei Wege kreuzen diagonal, in der Mitte ein Denkmal. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz besetzt: Der Trauergottesdienst.

Im Auto hat Pepe treu auf uns gewartet. Weiter geht die Fahrt zur Laguna Cuicocha auf 3.070 m. Ein kleines Museum informiert über die Entstehung der Lagune: der Vulkan-Krater ist durch eine heftige Eruption entstanden und mit Wasser aufgefüllt, und darin sind zwei weitere kleinere Vulkane aufgeworfen, die aber keinen Krater gebildet haben, also rund abgeflacht sind. Wir beginnen eine kleine Wanderung im umgekehrten Uhrzeigersinn vom Museum aus entlang dem Kraterrand. Unterwegs treffen wir zwei Schweizer mit einem einheimischen Führer und wechseln ein paar Worte. Wir erfahren, dass der im Reiseführer beschriebene Rundweg im westlichen Teil gesperrt ist. Am Weg finden wir eine Sonnenuhr, eine Monduhr und weitere Markierungen, die auf präkolumbianische rituelle oder astronomische Orte zurückgehen. Links Ausblick in den Krater und den gegenüber liegenden Kraterrand, rechts ins Tal und auf den Cotocachi mit seinen 4.939 m. Nach ca. einer Stunde machen wir eine kleine Rast und genießen den Ausblick. Dann gehen wir auf demselben Weg zurück.

Wir fahren weiter nach Cotacachi, der „Lederstadt“. Außer Ledergeschäften gibt’s dort nichts zu sehen. Da wir keinen Bedarf an Schuhen, Lederjacken und Reitsätteln haben, kehren wir lieber gleich in einem Gartenlokal ein und essen etwas. Ich versuche Pepe klar zu machen, dass Gerhilds Onkel und Anes Vater solche Pferdesättel gemacht hat, aber er scheint mich nicht zu verstehen.

Dann geht’s zurück Richtung Tumbaco. Unterwegs kurzer Halt am Äquator (Quitsato mit Sonnenuhr). Jetzt habe ich fünf von sechs möglichen geografischen Linien passiert: Äquator, südlicher und (fast) nördlicher Wendekreis und nördlicher Polarkreis.

Schon im Dunkeln kommen wir in Tumbaco an. Christiane und Rainer warten schon, wie Mama und Papa früher. Aber schneller war das Programm nicht zu machen ohne zu hetzen.

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Corona-Tagebuch 85.: Profit-Interesse der Pharma-Monopolisten
chaire, choire, cheire, nipton
Die Empörung ist allgemein: Die Pharma-Monopolisten machen, was sie wollen, sie liefern die begehrten Impf-Seren - oder aber auch nicht. Jedenfalls sind Biontech/Phizer und Astra-Zeneca nicht gewillt, die mit der EU vereinbarten Mengen auszuliefern. Angeblich gebe es an irgendwelchen Produktionsorten Probleme, die dringend benötigten Stoffe für Deutschland bzw. die EU herzustellen.

Gleichzeitig bekommen Großbritannien und Israel das, was sie bestellt haben. Da fragt man sich natürlich, wie denn das? Die Antwort ist so einfach wie naheliegend, so einfach und naheliegend, dass es auf den ersten Blick unwahrscheinlich klingt. Die EU hat geringere Preise mit den Herstellern ausgehandelt als die beiden Nicht-EU-Länder. Israel hat noch einen weiteren Joker im Ärmel: Die Regierung hat zugesagt, die Patientendaten der geimpften Israelis den Herstellern zu überlassen. Was nach EU- und deutschem Recht überhaupt nicht mit dem Datenschutz zu vereinbaren wären. Ein schmutziger Deal! Und wieso gab es in den Verträgen keine Regelung über Konventionalstrafen, die so hoch sein müssen, dass Konkurrenten, die mehr bieten, keine Chance haben? Und das angesichts der hohen Subventionen für die Hersteller durch die EU.

Der Skandal im Skandal ist, dass die EU die Verträge mit den beiden Hersteller-Firmen unter Verschluss hält. Wenn es von vornherein, wie von verschiedenen Seiten gefordert, Transparenz in die Verträge gegeben hätten, hätten die Öffentlichkeit, die Wirtschaft und die Medizin rechtzeitig intervenieren können. Ich höre schon Teile der Corona-SkeptikerInnen triumphieren, die die Heimlichtuerei und Hinterzimmer-Politik der Regierungen kritisiert. Leider muss man sagen, diesmal haben sie Recht.
Bleibt aufrecht und gesund!

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