Donnerstag, 21. Juni 2018
Die Koffer sind gepackt...
und morgen reisen wir für drei Wochen nach Süd-Europa. Am 15. Juli sind wir wieder zuhause, und ich melde mich auch wieder.

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Mittwoch, 20. Juni 2018
Kinderrechte mit Füßen getreten
Aus den USA erreichen uns erschütternde Bilder und Töne von Kindern, die von ihren Eltern nach dem Grenzübertritt aus Mexiko gewaltsam getrennt werden. Die Kleinen schreien nach Vater und Mutter oder anderen Verwandten und betteln, aus den Käfigen frei zu kommen, in die sie bei glühender Hitze eingesperrt werden.
Der Verursacher des Elends, US-Präsident Trump, gibt sich patriarchal: Die Maßnahmen dienten dem Schutz „aller unserer Kinder“, gemeint sind US-Kinder.
Fachleute wie Mediziner, Psychologen und Pädagogen erwarten, dass die Kinder schwer traumatisch belastet werden und daran lebenslang leiden können.
Ein Spezialist für Physiognomie („Gesichterleser“) hat bereits vor geraumer Zeit aus Trumps Augen interpretiert, dass er als Kind traumatische Erfahrungen gemacht haben muss. Rächt er sich jetzt an Migranten-Kindern für ihm zugefügtes Leid? Denkbar ist es.
Aber das erklärt wenig und entschuldigt gar nichts! Der Mann tritt einfach brutal die Kinder- und Menschen-Rechte mit Füßen. Dazu passt genau, dass die USA gerade ihren Sitz in der UN-Menschenrechtsrat aufgegeben hat. Müssen Trump und sein Außenminister Pompeo doch wegen der Immigranten-Kinder eine Anklage befürchten.

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Freitag, 15. Juni 2018
Merkel werde hart!
Innenminister Seehofers Wadenbeißer Dobrindt, CSU-Fraktionsvorsitzender, verkündet, der CSU-Partei-Vorstand werde Seehofer am Montag „den Auftrag zur Durchsetzung“ des Masterplans Migration geben.

Festzustellen wäre: weder Dobrindt noch der Parteivorstand können dem Innenminister einen Auftrag erteilen. Aufträge an Minister erteilen das Parlament oder die Bundeskanzlerin, basta!

Das muss Dobrindt wohl erst noch lernen. Bayrische Regeln gelten in der demokratischen Bundesrepublik nicht! Die Kanzlerin hat die Richtlinienkompetenz.

Dem Landgrafen von Thüringen, Ludwig der Eiserne (1140 - 1172), rief der Sage nach ein Mann aus dem Volk, ein Schmied, zu: „Landgraf werde hart!“ Politische Schwergewichte in der CDU stehen hinter ihr.

Diesen Rat möchte man der Bundeskanzlerin auch zurufen.
Die CSU soll aufhören, bundespolitisch dicke Backen zu machen. Bundesweit blickt sie auf mickerige 6% der Wählerstimmen, da wäre Bescheidenheit angemessen. FDP, Grüne, leider auch die AfD haben jede mehr.

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Mittwoch, 13. Juni 2018
2 neue Bücher bei AG SPAK Bücher
Im AG SPAK Bücher-Verlag erscheinen demnächst zwei Bücher von JÜRGEN FIEGE zur Sozialgeschichte einer Jugend in der alten Bundesrepublik:

Aus der Tiefe der Zeit steigen Erinnerungen an die alte Zeit – die nie nur gut war - und aktuelle Reflektionen der Verhältnisse auf. Kieler Sprotten sind diese kleinen goldgelb geräucherten Heringe. „Kieler Sprotten“ wurden aber auch in Kiel geborene Kinder genannt.

Jürgen Fiege – eine „Kieler Sprotte“ – schreibt über Erlebnisse und deren Interpretation. ´Dieses Buch lädt zum Blättern und Schmökern ein. Die Kapitel folgen keinem chronologischen System, sie sind thematisch geordnet. Die Texte gelten auch für andere Orte. Jüngere Leser können sozialgeschichtliche Kenntnisse über die damalige Zeit gewinnen, älteren Lesern ist es eine Anregung, das eigene Leben zu reflektieren.
Die Texte verallgemeinern über den engen lokalen Bezug hinaus. Sie sind auch für Nicht-Kieler interessant und lesenswert. Der Autor lebte – mit Unterbrechungen – von 1942 bis 1966 in Kiel, durchlief Schule, Universität und Bundesweh, machte in unterschiedlichen Bereichen Erfahrungen und untersucht diese auf ihre sozialen und politischen Implikationen. Aus diesen Erfahrungen entstand sein Engagement in der Studentenbewegung, sowie in den sozialen Bewegungen der 70er und n80er Jahre.
Die Kapitel beschreiben Orte und Ereignisse, gehen aber über das Deskriptive hinaus und betonen soziale, psychologische und politische Aspekte. Individuelle Erlebnisse werden verallgemeinert, so dass das Typische in Zeit und Ort durchscheint.
Der Leser, die Leserin werden zurück in die „Tiefe der Zeit“ zwischen 1947 und 1966 geführt. Sie sind eingeladen zur Entdeckungsreise in eine turbulente Zeit, auch wenn sie auf den ersten Blick totlangweilig erscheint.
„SPROTTENKISTE – Sozialgeschichte einer Jugend in Kiel“, Neu-Ulm 2018, ISBN 978-3-945959-35-0


Der Autor, Jahrgang 1942, studierte von 1966 – 1970 Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, einem der Brennpunkte der Studentenrevolte. Neben dem Studium, der Arbeit am Theater und in der Jugendbildung engagierte er sich für universitäre und gesellschaftspolitische Themen.
Der Autor war keiner der „Promis“ der 68er, er zählte eher zum „Fußvolk der Bewegung“. In studentischen Gremien, dem Studentendorf Schlachtensee und der „Kritischen Universität“ war er ebenso aktiv wie auf Demonstrationen, Sit-Ins und Teach-Ins.
Der zentrale Ansatz dieses Buch liegt darin, dass für Jürgen Fiege „1968“ weder der Beginn noch das Ende der Revolte war. Die Ursachen des Aufstands liegen in den gesellschaftspolitischen Bedingungen der Bundesrepublik weit früher in den 1950er Jahren, und die Wirkungen machen sich in vielen gesellschaftlichen Bereichen bis in die Gegenwart bemerkbar. Der Autor entwickelt das entlang seiner Biografie. Er zeigt in unterschiedlichen Bereichen die Bedingungen für die Unzufriedenheit der jungen Generation und wie sie ihre Wirkung seitdem entfalten.
Den Wehrdienst leistete er wie viele seiner Altersgenossen. Im Unterschied zu anderen beschreibt er diese Zeit als prägend für seine spätere Entwicklung und sein politisches und gesellschaftliches Engagement.
Der Einfluss der Studentenbewegung zeigt sich auch in scheinbar „unpolitischen“ Themen wie „Hochzeiten“, „Bewerbungen“, „Tod und Sterben“. Jürgen Fiege nimmt die Parole „Alles ist politisch“ in seinen Texten ernst und macht das Politische im Alltäglichen genauso sichtbar wie in den großen Ereignissen.
Anekdoten und scheinbar nebensächliche Erlebnisse lockern die Lektüre auf und machen sie unterhaltsam.

„KEINE DER STÄRKSTEN DER PARTEIN – Erlebnisse eines ganz normalen 68ers“, Neu-Ulm 2018, ISBN 978-3-945959-36-7

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Radiosendung über Island
Im Radio Weser.tv läuft demnächst eine zweiteilige Sendereihe über Island. Sie bringt neben Musik und Informationen über das Land mein Tagebuch einer Reise über die Insel.
Sendetermine sind Sonntag, 26. Juni und Sonntag, 8. Juli jeweils von 12 – 13 Uhr, zu hören im Radio Weser.TV auf UKW 92, 5 sowie im Internet auf www.radioweser.tv
Bitte auch weitersagen an Freunde und Interessenten-
Viel Vergnügen und gute Unterhaltung!

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Freitag, 8. Juni 2018
Testosteron-gesteuert
Aggressive Männer werden von Frauenbewegten gern als „Testosteron-gesteuert“ tituliert.
Ja, natürlich sind Männer, und zwar alle mehr oder weniger, Testosteron-gesteuert, sonst wäre die Menschheit längst ausgestorben. Jungferngeburten kommen nur in der Mythologie vor. Ohne Männer – und zwar mit einer ausreichenden Portion Testosteron ausgestattete – geht es nicht. Zur Erhaltung der Gattung und zum Glück!

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Pink Connection
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn veröffentlicht ein „Selfie“ zusammen mit dem neuen US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, bevor der Botschafter noch offiziell sein Amt angetreten hat.
Nanu, denkt der Zeitgenosse, was verbindet die beiden denn? Immerhin ist bekannt: der erzkonservative Grenell ist FÜR die Homo-Ehe und lebt mit einem Mann zusammen.
Aha, dasselbe gilt für den ebenfalls konservativen Spahn.
Grenell lässt kein diplomatisches Fettnäpfen aus: ehe er bei der Bundesregierung seinen offiziellen Antrittsbesuch macht, lädt er den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz zu sich nach Berlin ein.
Ach so? – Nee doch nicht! Aber warum dann?

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Schwarzers Privatleben
Alice Schwarzer bittet anlässlich ihrer Vermählung mit ihrer langjährigen Lebensgefährtin um Respektierung ihrer Privatsphäre.
Ausgerechnet sie, die niemandes, aber wirklich niemandes Privatleben geschont hat! Verdächtigte wurden ausgiebig vorverurteilt, sogar die BILD, DAS REVOLVERBLATT der deutschen Boulevardpresse nutzte sie als Organ ihrer persönlichen Angriffe gegen solche, die ihrer Moralvorstellung, ihrem „Gerechtigkeitssinn“ nicht entsprechen.
Die „Bundestugendministerin“ bittet um Respekt! Paradoxer geht’s nicht!

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Donnerstag, 7. Juni 2018
Geschichte geschieht.
Im Fernsehen sehr beliebt sind sog. Spieldokumentationen oder Geschichts-Sendungen. Spitzenreiter ist Guido Knopp mit seinen History-Sendungen zum Nationalsozialismus.

Diese Sendungen halten überwiegend einer kritischen historischen Überprüfung nicht stand.

In einer Diskussion wurde neulich behauptet, der Kaiserschnitt heiße so, weil die Berliner Charité diese Methode im 19. Jahrhundert erfunden und zu Ehren Kaiser Wilhelms so benannt worden sei. Beleg: die „Geschichts“-Serie über die Charité in der ARD.

Alles Quatsch! Der Kaiserschnitt wurde bereits in der Antike angewandt und heißt nach Plinius so, weil angeblich Caesar so zur Welt gebracht wurde. Andere Quellen leiten das Wort von dem lateinischen Wort caedere = schneiden ab.

In der historischen Wissenschaft gibt es Quellen unterschiedlicher Wertigkeit.
• Die höchste Zuverlässigkeit bieten offizielle Dokumente wie Verträge, Akten, sonstige Dokumente.
• An zweiter Stellen kommen zeitgenössische Aufzeichnungen, z.B. Tagebücher.
• Memoiren sind weniger zuverlässig, weil eine zeitliche Distanz zwischen Ereignis und Aufzeichnung liegt. Die Erinnerung kann trügen. Der Blickwinkel ist subjektiv.
• Am unzuverlässigsten ist die oral history, also Zeitzeugen-Aussagen. Begründung wie oben.

Seriöse Geschichtsforschung kann – oder muss? – alle Quellen nutzen. Je unzuverlässiger eine Quelle ist, desto notwendiger muss die einzelne Aussage durch andere Quellen gegengeprüft werden. Das gilt insbesondere für oral history.

Die ZDF-History-Beiträge bedienen sich ausschließlich der Aussage von Zeitzeugen, die nur durch illustrierende Film-Dokumente unterbrochen werden. Ein wissenschaftlich höchst unpräzises Vorgehen.

Das müsste Guido Knopp wissen: Er hat an der Bremer Uni in Geschichte promoviert, und es ist kaum vorstellbar, dass er gerade Quellenkunde geschwänzt hat.

Seine Methode kann also nur Absicht sein, um ein bestimmtes Geschichtsbild zu transportieren. Die Zeitzeugen präsentieren sich überwiegend als unschuldige Opfer der Verhältnisse, nicht jedoch als Handelnde. Geschichte „geschieht“, wird aber nicht gemacht.

Die Schuldigen am Faschismus bleiben anonym.

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Multitasking ist eine Fiktion!
Gegen konzentriert arbeitende Männer wird das Argument des Multitasking in Stellung gebracht, das angeblich Frauen perfekt beherrschen.
Warum hält sich dieses Märchen so konstant?

Bereits bevor das Telefonieren im Auto untersagt wurde, haben praktische Versuche mit telefonierenden AutofahrerInnen ergeben: sie fahren unkonzentriert und machen häufig Fehler. Ergebnis des vom ADAC durchgeführten Tests: Telefonieren am Lenkrad ist verboten.

Wenn Autos durch unregelmäßiges Fahren – Schlangenlinien, unterschiedliches Tempo, Fehler – auffallen, sitzt nicht notwendig ein Betrunkener am Steuer. Meist ist es eine – oft weibliche – Person, die mit einem/r BeifahrerIn heftig gestikulierend und seitwärts guckend spricht.

Später wurde in Tests festgestellt, Menschen am Computer sind unkonzentriert, arbeiten langsamer und machen Fehler, wenn sie IRGENDWIE abgelenkt werden: durch Besucher, Telefonate, Radio u.ä.

Ein Psychologe schreibt in „Psychologie heute“, es sei hirnphysiologisch nachweisbar, dass Multitasking nicht funktionieren KANN.
Multitasking ist eine Fiktion!

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Zensoren sind blind
Vor Jahren wurde uns in einem Film-Seminar von einem kritischen Regisseur aus der DDR ein Film vorgeführt als Beispiel für Methoden, die Zensur zu unterlaufen:

Gezeigt wird ein Ost-Berliner Friedhof. Menschen sitzen auf Bänken und lesen, essen ihr Pausenbrot, flanieren, unterhalten sich gedämpft. Man hört Schritte auf Kies, Vögel zwitschern und singen, Windgeräusche in den Bäumen.

Gefilmt wird mit subjektiver Kamera aus der Sicht eines Besuchers. Dann verlässt er den Friedhof durch das schmiedeeiserne Tor: Straßenlärm, das typische Trabant-Geräusch, eine triste Straße mit ebenso tristen Altbauten. Man riecht förmlich den Braunkohlen- und 2-Takt-Mief.

Die Botschaft: Auf dem Friedhof ist Leben, Stille und Frieden, draußen ist öde DDR. – Der Regisseur versicherte uns, das Publikum habe die Botschaft verstanden. Nur nicht die Zensoren, denn es wird nicht ein kritisches Wort über die DDR gesprochen. Der Film jedoch passierte ungeschoren sämtliche Zensur-Instanzen.

Aktuelles Beispiel: „Der Geschmack von Zement“. Ein düsterer – wenn auch Farb-Film – über syrische Fremdarbeiter im Libanon. Der Film kommt fast ohne Worte aus, mit Ausnahme von Kommentaren des Regisseurs und fiktiven Tagebucheinträgen. Bild und Ton sagen alles über die Situation der dargestellten Bauarbeiter. Warum diese Kargheit des gesprochenen Wortes? Weil der Bauunternehmer Interviews mit den Arbeitern verboten hat!

Worte hätten hier nur gestört. Die Botschaft ist visuell und akustisch – auch durch Musik – eindeutig, aber da Worte fehlen, kann die Zensur nicht eingreifen.

Aber zum Glück sind Zensoren blind.

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Dienstag, 5. Juni 2018
Die Angst des Flüchtlings
Yussuf aus Syrien erzählt von seiner Flucht nach Europa. In Damaskus wurden seine Wohnung und sein Arbeitsplatz durch Bomben zerstört.

Der Weg in die Türkei war problemlos. Aus der Türkei nach Griechenland fährt er mit einem Schlauchboot nach Griechenland.

Der Interviewer hat die neuesten Meldungen von Ertrunkene im Mittelmeer im Kopf. Befragt, ob Yussuf auf der Überfahrt Angst gehabt habe, antwortet dieser: „Angst? Nein Angst hatte ich in Syrien!“

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Montag, 4. Juni 2018
Gauland rudert zurück
Der Nationalsozialismus war nach Alexander Gauland, AfD-Bundesvorsitzender und MdB, nur ein „Vogelschiss“ in der 1000-jährigen deutschen Geschichte. So lautete seine Rede vor der "Jungen Alternative".

Aha, 6 Mill. ermordete Juden, ein Weltkrieg mit mehr als 50 Mill. Toten, Zerstörung halb Europas, Flucht und Vertreibung von 13 Mill. Deutschen sowie zahlloser Europäer, Verlust demokratischer und von Menschen-Rechten, 100.000e politischer Gefangener – alles nur ein „Vogelschiss“?

Und die „erfolgreiche deutsche Geschichte“? Wirtschaftskrise um 1930, Inflation um 1922, 1. Weltkrieg, Sozialistengesetze, Kaiserreich, niedergeschlagene 48er-Revolution, Zerschlagung des 1. Kaiserreichs, Absolutismus, 30-jähriger Krieg usw., usw. Alles erfolgreich.

Und dann: Gauland bekommt den nötigen Gegenwind aus allen politischen Richtungen. So kann man nicht segeln, also rudert er zurück. Sei alles nicht so gemeint, nur drastisch formuliert.

Das ist das typische Muster der Politik der AfD, bestehend aus drei Schritten:
• Möglichst grob formulierte Provokation durch nazistische Äußerungen,
• abwarten was passiert,
• relativieren, halb zurücknehmen, „war nicht so gemeint“, halbherzig entschuldigen.

Bei der rechtextremen Wählerschaft kommt das gut an: „Der hat es ihnen mal so richtig gegeben, der traut sich was, genau, musste mal gesagt werden!“ Der spontane und heftige Beifall der jungen AfDler spricht eine deutliche Sprache.
Und gegen eine Entschuldigung können die „Alt-Parteien“ (auch so `n Nazi-Wort schon damals) nun nichts machen.

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Samstag, 2. Juni 2018
Krimis zur Prime-Time
Stellen wir uns einmal vor, wir seien Medienforscher im Jahre 2525 und konzentrierten uns auf Mediensoziologie. Diese Wissenschaft erforscht die Korrelationen zwischen Medien und Gesellschaft. Wir befassen uns mit den Unterhaltungssendungen im deutschen Fernsehen. Wir konzentrieren uns auf Kriminalfilme in den Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsendern im 21. Jahrhundert. Damals gab es die noch und sie galten als die seriöseren Anstalten im Gegensatz zu den Privatsendern.

Nun nehmen wir uns das Fernsehprogramm (als „Fernsehzeitung“ oder im Internet) einer x-beliebigen Woche im Jahr 2018 vor und erfassen alle Kriminalfilme während der sog Prime-Time, also zwischen 20.00 und 24.00 Uhr. In dieser Woche werden 45 Filme mit einer Gesamtspielzeit von über 33 Stunden gezeigt. Die Prime-Time einer Woche beträgt 4 h x 7 Tage = 28 h.€

Dieser Befund lässt Rückschlüsse auf die Gesellschaft zu. Wenn wir einmal individual- und soziopsychologische Gesichtspunkte vernachlässigen, müssen wir zu dem Schluss kommen: Diese Gesellschaft war hochkriminell, denn so viele Verbrechen können sich Drehbuchautoren nicht ausdenken, die müssen passiert sein.

Die Hochrüstung der Sicherheits-Organe sogar mit Infanteriewaffen (u.a. Schnellfeuergewehre, Handgranaten), elektronischem Fahndungsgerät und Personal bestätigt diesen Rückschluss.
Es ist kein Wunder, dass diese Gesellschaft kurze Zeit später kollabierte und zu existieren aufhörte.

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Freitag, 1. Juni 2018
Politische Bildung mit der AfD?
Es gibt Streit im Niedersächsischen Landtag. Im Beirat für Landeszentrale für politische Bildung (LzpB) soll auch ein AfD-Vertreter sitzen. Legalistisch gesehen, steht ihr dieser Sitz zu. Das Gremium soll entsprechend den Mehrheiten im Landtag proportional besetzt werden
Andererseits: die AfD steht nicht gerade für eine demokratische Gesinnung. Ihre Repräsentation in der LzpolB ist daher umstritten.

Wie auch immer – ein Blick in die niedersächsische Geschichte fördert Erstaunliches zutage.

Nachdem 2003 die CDU-FDP-Regierung unter MP Wulff gewählt worden war, erfolgten folgenschwere Einschnitte in der niedersächsischen Bildungspolitik. In einer Serie wurden drei wichtige Träger der politischen und kulturellen Bildung durch Mittelentzug liquidiert bzw. reduziert. Die LzpB als niedersächsische Behörde wurde eingestellt, dem Verein Jugendhof Steinkimmen wurden die Landesmittel so radikal gekürzt, dass er nicht mehr existenzfähig war. Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugend und Film Niedersachsen e.V. erhielt ebenfalls keine Zuschüsse mehr und lebte nur noch von der eigenen Substanz.

Alle drei Institutionen wiesen sich explizit durch eine demokratische, antifaschistische Bildung aus und hatten bundesweite Renommees.

Ohne jetzt einen unmittelbaren Zusammenhang zu konstruieren: zeitgleich erstarkten rechtsextreme Organisationen, u.a. die AfD. Sie wurde im Mai 2013 gegründet und erzielte aus dem Stand in der Wahl 2017 mit 6,2 % der Stimmen den Sprung in den Landtag.

Kurz darauf besann sich die neue Landesregierung aus CDU/SPD und gründete den LzpB neu, allerdings mit einem halbierten Etat.

Es gibt Prinzipien für politische Bildung: sie ist als Fundament der Demokratie unabdingbar, braucht Kontinuität, ausreichende „Beinfreiheit“ und ist umsonst nicht zu haben. Diese Prinzipien wurden und werden – siehe Jugendhof Steinkimmen – in Niedersachsen konsequent negiert.

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