Samstag, 5. August 2017
Armselige Würstchen
Wenn die armseligen Würstchen, geistlosen Kraftprotze oder mentalen Kleinkrämer aus rechtsextremen Kreisen sich selbst zum „Volk“ definieren und sich anmaßen, im Namen „des Volkes“ reden und handeln zu dürfen, dann ist das deutsche Volk wirklich in äußerster Gefahr.
Zum Glück haben sie nur wenig Einfluss – was noch zu viel ist – um ihren Ansprüchen wirklich genügen zu können.
Will hoffen, dass es so bleibt. Es hängt auch von uns ab!

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Freitag, 4. August 2017
Der Diesel-Hype
Was wäre, wenn VW, Mercedes, BMW, Porsche und Audi bei den Abgasen nicht betrogen hätten, wenn das Kraftfahrtbundesamt und das Bundesverkehrsministerium nicht korrupt gewesen wären?
Wir hätten die ganze Diskussion und Aufregung um die Dieselabgase nicht gehabt!
Hunderttausende – und mehr – von Autobesitzern fuhren bisher mit gutem Gewissen Dieselautos. Der CO-Ausstoß ist deutlich geringer als bei anderen Verbrennungsmotoren, der Verbrauch ist deutlich geringer. Nun ja, die Rußpartikel sind mehr, aber die lassen sich technisch relativ einfach herausfiltern. Aber jetzt kamen findige Köpfe dahinter, dass der Stickoxyd-Ausstoß höher ist. Und diese Erkenntnis bestimmt jetzt die Diskussion.
Diese Hundertausende sind jetzt verunsichert, was demnächst geschieht: Teure Umrüstungen, Kauf neuer Autos, Fahrverbote in Großstädten?
Geredet wird übrigens nicht von Importautos und kleineren Herstellern wie Opel und Ford. Komisch, nicht?
Ich z.B. habe vor einigen Jahren meinen alten Camper verschrottet und mir einen neuen mit der damals optimalen Motorversion – grüne Plakette – angeschafft. So ein Fahrzeug wäre jetzt nach der Diskussion unverkäuflich. Und ein solches Fahrzeug kauft man nicht mal eben so. Der Motor und die Karosse sind sozusagen nur Anhängsel an dem komplett eingerichteten Camper.
Der Skandal liegt aber noch auf einer anderen Ebene: Wer spricht gegenwärtig außer über PKWs über die Massen an LKWs, die fast ausschließlich mit Diesel fahren und die Autobahnen verstopfen? Auf bestimmten Strecken – A 2 von Polen ins Ruhrgebiet, A 6 von Tschechien nach Frankreich u.a. – fahren 50% ausländische LKW.
Und wer spricht von Container- und Kreuzfahrtschiffen, die mit Schweröl (!) fahren und ungleich mehr Schadstoffe ausstoßen als Kraftfahrzeuge?
Wer schließlich spricht vom Flugverkehr mit seinen Umweltschäden?
Ganz nebenbei: Die Stickoxyd-Belastung – ausschließlich von Dieselmotoren verursacht - hat gegenüber den Vorjahren in Deutschland abgenommen.
Jetzt haut man den Sack, um den Esel zu schonen. Der Sack ist der Dieselmotor, der Esel ist die globale Umweltkatastrophe!

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Dienstag, 25. Juli 2017
Selbstanzeigen der Autokonzerne
Mal wieder wurde der Öffentlichkeit ein Skandal bekannt: die führenden deutschen Autokonzerne – VW, BMW, Porsche, Mercedes und Audi - haben illegale Absprachen über Preise, Zulieferer, technische Details u.ä. getroffen. U.a. wurde offensichtlich auch die Manipulation der Verbrauchs- und Abgaswerte verabredet.
Zuletzt wurde auch bekannt, dass VW und Mercedes bereits 2016 beim Bundeskartellamt Selbstanzeigen in dieser Sache eingereicht haben.
Das sind zwei Skandale im Skandal: Das Kartellamt hat die Öffentlichkeit darüber nicht informiert, und die beiden Autokonzerne haben vor dem Hintergrund des Diesel-Abgas-Skandals im vorauseilenden Gehorsam gehandelt. Die Selbstanzeigen können bei den zu erwartenden Strafprozessen als „tätige Reue“ und damit strafmildern gewertet werden.
Autobesitzer und die Umwelt sind die Leidtragenden der Affäre. Die Autobesitzer müssen entweder ihre Diesel-Fahrzeuge auf eigene Kosten um- oder nachrüsten lassen oder teure Schadenersatzprozesse mit unsicherem Ausgang führen. Die Umwelt wurde jahrelang durch übermäßigen Schadstoffausstoß belastet.
Übrigens: Wann wird nicht nur über PKW, sondern auch über LKW diskutiert? Deren Schadstoffausstoß – darunter ein großer Anteil ausländischer Fahrzeuge - übertrifft den der PKW um ein Vielfaches.
Schließlich: die „vierte Gewalt“, die Medien haben sich erneut verdient gemacht. Ohne ihre aufwändigen Recherchen wäre der Gesamt-Skandal von Bundesbehörden und Konzernen weiterhin beschwiegen worden.

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Samstag, 22. Juli 2017
Blinde Sicherheitskräfte
Im Vorfeld des G-20-Gipfels wurde ein kompletter Reisebus von bewaffneten und vermummten „Sicherheitskräften“ entführt. Die teilweise minderjährigen Insassen – Mitglieder linker, etablierter Jugendorganisationen (u.a. DGB-Jugend und Falken) – wurden in „Gewahrsam“ genommen und schikaniert. So weit, so üblich.
Jetzt kommt eine Entschuldigung aus der Behörde: man habe das Kennzeichen verwechselt.
Offensichtlich war die Vermummung so komplett, dass sie zur Blindheit führte. Oder waren die polizeilichen Wegelagerer Analphabeten?
Wenn man schon nicht lesen kann, so sollte man wenigstens durch Augenschein feststellen, ob man Jugendliche oder „linke Gewalttäter“ vor sich hat.
Mein Rat: erhöhte Vorsicht vor „Ordnungskräften“!

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Donnerstag, 20. Juli 2017
Peter Steudtner
Der Amnesty-International-Mitarbeiter Peter Steudtner wurde in der Türkei wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verhaftet und sitzt in Untersuchungshaft.
Die „Begründung“ ist nur absurd! Ich kenne Peter Steudtner aus einem Fotoworkshop im Jahr 2000. Er begeisterte damals durch eine Fotoaktion mit Jugendlichen in Mozambique, die ihre Lebenssituation vor und nach der Flutkatastrophe dokumentierten. Er berichtete über seine Arbeit mit ehemaligen Kindersoldaten.
Es ist total absurd, ihm, dem Pazifisten und Antimilitaristen, jetzt Terrorismus vorzuwerfen.
Die Begründung ist so lächerlich, dass man der Türkei empfehlen möchte, zur Vermeidung der Lächerlichkeit auf jedwede Begründung für Verhaftungen zukünftig zu verzichten.
Peter Steudtner ist kein Einzelfall. Es ist zu wünschen und zu hoffen, dass die deutsche Regierung Maßnahmen ergreift, die Türkei zu bewegen, alle Verhafteten umgehend frei zu lassen.

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Jane Austen – eine Feministin?
Die taz nimmt den 200. Todestag der britischen Autorin Jane Austen zum Anlass darüber zu spekulieren, ob diese eine Feministin war oder ihre Romane feministisch sind.
Die Werke von Jane Austen zählen zur großen Literatur des Abendlandes. Sie waren damals – in der Romantik – fortschrittlich, weil sie die Liebe zwischen Mann und Frau in ihren Mittelpunkt stellten. Liebe war die wichtigste Voraussetzung der Beziehung in einer Ehe.
Vorher waren die Motive für Ehen das Schmieden politischer Bündnisse (im Adel) oder eine Versorgungseinheit zur Reproduktion (im Bürgertum und Kleinbürgertum).
Und jetzt: die große Jane Austen überwand den Utilitarismus und stellte die Beziehungen der Geschlechter auf eine neue Basis.
Dabei nach Feminismus zu fragen, ist absurd: den Begriff oder die Vorstellung davon gab es einfach noch nicht! Es ist genauso absurd, wie wenn man Martin Luther vorwerfen würde, Max Weber („Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“) nicht gelesen zu haben. Oder Grimmelshausen („Simplizissimus“) darauf zu befragen, ob der 30-jährige Krieg ein imperialistischer Krieg gewesen sei.

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„Mescalero“ gegen Gewalt
Der Mescalero hat 1977 über den Mord an Bundesstaatsanwalt Buback zunächst „klammheimliche Freude“ geäußert, sich dann aber gegen Gewalt ausgesprochen. Das hat er angesichts der Ereignisse in Hamburg erneut getan und dabei den Ex-RAFler Dellwo massiv angegriffen, der in der taz umgehend eine Replik platzierte.
Dieses Pamphlet ist ebenso unerträglich wie die seinerzeitigen „Begründungen“ der RAF für ihre Aktionen und ihre „Gesellschaftskritik“. Es ist die gleiche unverständliche Sprache, es sind die gleichen Parolen und Hammer-Sätze wie damals. Keilschrift ist leichter zu entziffern.
Leider ist er in der „Szene“ offensichtlich nicht isoliert. Zu viele junge, vom „System“ Frustrierte tappen wieder in die gleichen Fallen wie seinerzeit RAF, 2. Juni und wie sie alle hießen. Das Schicksal der alten „Linksradikalen“ - die politische und gesellschaftliche Marginalisierung – scheint ihnen keine Lehre zu sein.
So müssen sie wohl die gleichen Erfahrungen wiederholen.
Einer wie Dellwo, der bewaffnete Überfälle mit Toten (Stockholm 1975) zu verantworten hat, hat sein Recht verwirkt, zu aktuellen Fragen mit den alten Phrasen Stellung zu nehmen.

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Biermann ist nicht mehr seiner Meinung
Das hat er selbst verkündet – „Was im Fernsehen?“ – ja, genau!
„Drei Kugeln auf Rudi Dutschke.“ – Ne, der konsequente Asket und Nichtraucher ist an Nikotinvergiftung gestorben?
Oma Meume ist selbst schuld als Proletarierin geboren zu sein und nicht der Kapitalismus?
Robert Havemann hat zu Recht im Knast gesessen?
Sascha „Arschloch“ Anderson war der leider erfolglose Retter des SED-Staats?
Biermanns Freunde haben zu Unrecht gegen seine Ausbürgerung protestiert und sind zu Recht verfolgt worden?
DDR-Frauen ließen sich gegen Sex das Badezimmer renovieren?
Ist das jetzt Biermanns Meinung?
Er hat seine Meinung für mehr als ein Linsengericht an rechtsbürgerliche Medien verkauft. Biermanns neues Sprachrohr, die erzkonservativen Springer-Zeitungen, verkünden die reine Wahrheit und nichts anderes?
Auf seinem Grabstein könnte stehen: „Hier liegt ein Verräter seiner selbst.“

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Mittwoch, 28. Juni 2017
Polizisten „feiern“ nach Berliner Art
Eigentlich sollten die drei Hundertschaften Berliner Polizisten den G-20-Gipfel sichern. Zunächst wurden sie in Bad Segeberg in Containern zwischengelagert. Das hat ihnen so gut gefallen, dass sie exzessiv feierten.
Feiern heißt bei denen natürlich massenhaft Alkohol, öffentlicher Sex, „zugweises“ Pinkeln am Zaun – ebenfalls öffentlich – und eine Show-Einlage einer Polizistin, nur mit Bademantel und Pistole „bewaffnet“.
Immerhin wurde die ganze Truppe nach Hause geschickt. Dort erwarten sie jetzt disziplinarische Maßnahmen. Wenn nicht wieder alles unter den Teppich gekehrt wird. „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.“
Bei Demonstrationen fielen die Berliner „Kollegen“ auch früher schon durch besondere Brutalität auf. Sie waren – neben den „Magdeburgern“ – für besonders hartes Vorgehen berüchtigt. Einmal war ich bei so einem „Einsatz“ Zeuge. Selbst ein bayrischer Polizist entschuldigt sich gegenüber den Demonstranten und half einem, der von einem Berliner „Kollege“ durch einen Faustschlag mit schwerem Plastikhandschuh am Auge verletzt worden war.
In diversen Veröffentlichungen wurde in den 60er Jahren nachgewiesen, dass bei der Berliner Polizei nationalsozialistisches Gedankengut und entsprechendes Handeln verbreitet war. Jetzt scheint noch die Ost-Sozialisation durch die VoPo das Syndrom potenziert zu haben.
Und Bundesinnenminister de Maiziere erwartet, dass der Bürger die Polizei respektiert. Nein Danke!

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Ist Dobrindt nur doof?
Hält Bundesverkehrsminister Dobrindt uns für so doof wie er selbst zu sein scheint? Sein neuester Coup: Ein Verein soll zukünftig Autos auf ihre Umweltverträglichkeit prüfen. Hoppla, gab es nicht einmal ein KFZ-Bundesamt, in dessen Kompetenz diese Aufgabe fällt?
Naja, das hat bei VW, Audi, BMW, Mercedes und … nicht geklappt. Statt im Amt so aufzuräumen, dass es seine gesetzlichen Aufgaben erfüllt, nun der neue Verein.
Das jedoch ist nur der eine Skandal. Der zweite: der neue Verein wird finanziert, von wem wohl? Von der Autoindustrie!!! Da macht er den Bock zum Gärtner.
Das ist so, als fahre ich mein Auto zum TÜV, der natürlich mir gehört, ziehe den Blaumann an, prüfe das Auto und klebe mir meine Plakette selbst.
In Aktionismus ist Dobrindt richtig gut, die Performanz lässt dagegen erheblich zu wünschen übrig. Setzen, Dobrindt, sechs!

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Sonntag, 25. Juni 2017
Eine Reise durch Namibia - Dreiundzwanzigster und letzter Tag
Letzter Tag. Nach dem Frühstück haben wir noch etwas Zeit zu lesen. Um 11 Uhr fahren wir los. Beim Bezahlen kommt das Gespräch auf Kartenzahlung. Ich zeige mich verwundert über die Unmöglichkeit, an Tankstellen mit Karte zu zahlen. Die weiße Farmerin näselt mit Bezug auf das schwarze Tankstellen-Personal naserümpfend: „They are not so skilled.“ – Höre ich da ein rassistisches Vorurteil heraus? In der Mushara-Lodge dagegen war das gesamte Personal inklusive Management schwarz, und das war die Geschäftsphilosophie.
Den Besuch der Hererogräber in Okahandja streichen wir, weil wir sie nicht gleich finden. Schade, ich hätte insgesamt mehr mit Landesgeschichte unternommen. Mein geplantes Referat stößt auch nicht auf Interesse. Na ja, dann muss ich mich mit der ausgiebig genossenen Geologie begnügen.
In Okahandja ist das Stammeszentrum der Hereros. In den Gräbern liegen die früheren Stammesführer. Zur Erinnerung an die Schlacht am Waterberg findet alljährlich am 23. August ein großes Herero-Treffen statt.
Ich entdecke unterwegs eine Hindenburgstraße, muss wohl nach 1915 benannt worden sein, denn vorher war Hindenburg noch kein Held. Unterwegs ein Hinweis auf einen Campingplatz „Wewelsburg“. Sollte da die SS-Ordensburg gemeint sein oder die Burg, die es vorher schon gab? Nicht ganz unverdächtig.
Der Verkehr nimmt richtig zu vor Windhuk, muss ich mich erst wieder dran gewöhnen. Bei der Auto-Übergabe läuft alles glatt, wegen. dem „Loch“ in der Windschutzscheibe machen sie keinen Aufstand, nur eine Schadensmeldung. Die Verdreckung hält sich wohl auch in Grenzen. Gerhild und Ulla haben unterwegs noch Staub gewischt und Gerhild versucht den Mann mit munteren Reden abzulenken. An diesem letzten Tag sind wir 360 km, insgesamt 4.500 km im Auto gefahren.
Dann geht die Warterei auf den Abflug los. Die dauerte aber sehr viel länger als erwartet. Zunächst wurde angekündigt, es ginge 30 Minuten später los. Dann noch mal Verschiebung, dann noch eine, usw. Gerüchte schwirren durch den Raum: Die Fluggesellschaft habe die Benzin-Rechnung nicht bezahlt. – Es seien gar nicht genügend Passagiere für die A 340 da, deshalb würde bis morgen gewartet, wenn genug da sind. - Es stehe überhaupt keine Maschine zur Verfügung, auf dem Flugfeld sei alles dunkel (was nicht stimmt). - Die Fluggesellschaft bekomme in Frankfurt keine Landeerlaubnis, weil kein Termin frei sei. Usw. Vor dem Gate bildet sich eine Menschentrauben, die die Angestellten mit Fragen bombardieren und protestieren. Die zeigen sich stoisch, geben irgendwelche Antworten und legen sich nicht fest. Die wahrscheinlichste Erklärung ist: Die Maschine sollte in Tunis zum Tanken zwischenlanden, habe aber keine Landeerlaubnis und müsse hier vollgetankt werden und das dauere. Schließlich fährt tatsächlich ein Tankwagen vor und wir können an Bord – drei Stunden nach dem offiziellen Abflugtermin. In Afrika gehen die Uhren einfach anders.
Dann geht alles seinen ordentlichen Gang. Die Maschine erreicht mit 3-stündiger Verspätung Frankfurt. Wir bekommen bald einen Zug nach Bremen und sind um 13.30 Uhr zu Hause, etwas später als geplant, aber immerhin. Puh!

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Freitag, 23. Juni 2017
„Unzufriedener Flüchtling“
Die Zeitung meldet: in Osnabrück hat eine Flüchtlingsunterkunft gebrannt. Es liegt Brandstiftung vor. Gezündelt hat ein Bewohner. Nach seinem Motiv gefragt, habe er geantwortet, er sei „mit seiner Situation unzufrieden und wolle sterben“.
Diese Formulierung stammt so garantiert nicht von dem Flüchtling und gibt seine Lage ebenso garantiert nicht wieder.
Der Mann hat wahrscheinlich eine gefährliche, teure und lange Flucht hinter sich. Er ist gezwungen mit anderen Flüchtlingen beengt zusammenzuleben. Die deutsche Bürokratie schiebt ihn von hier nach dort, vertröste, zögert Entscheidungen hinaus. Er ist ohne Perspektive für seine Zukunft, die er auch nicht nach seinen Vorstellungen planen kann. Er ist lebensmüde.
Und daraus macht die Presse, sei „unzufrieden“. Kein Funke von Empathie oder Mitleid! Dieser Journalismus ist einfach nur zynisch und unmenschlich.
Nicht gemeldet wurde, dass der Mann jetzt als Brandstifter verhaftet und angeklagt und aller Voraussicht nach verurteilt wird.

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Sensation: Ausländer haben Probleme bei der Wohnungssuche!
Es ist ja immer wieder erhebend zu erleben, wie statistische Wissenschaft mit umfangreichen und entsprechend teuren Studien nachweist, was die allgemeine Erfahrung schon immer wusste.
Diesmal die Frage der Wohnungssuche von Ausländern, Migranten und Flüchtlingen.
Jetzt hat ein Münchner Institut herausgefunden, dass diese Bevölkerungsgruppe spezifische Probleme hat.
Man höre, lese und staune: Manchmal finden sie keine Wohnung, wenn ja sehr schlechte und überteuerte. Die Studie hat darüber hinaus herausgefunden: die unterschiedlichen Ethnien finden verschieden leicht – oder vielmehr schwer – geeigneten Wohnraum. Die Italiener sind besser dran als z.B. Afrikaner. Genau beziffert nach Nationalitäten und Prozentzahlen.
Jetzt wissen wir es ganz genau, nur: Was nützt das Betroffenen? Rein gar nichts.

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Donnerstag, 22. Juni 2017
Eine Reise durch Namibia - Zweiundzwanzigster Tag
Nach dem reichlichen Frühstück machen wir einen Spaziergang rund um die Lodge, zunächst gemeinsam bis zum Farmhaus, dann gehen Ulla und Heiner zur Lodge zurück, während Gerhild und ich zunächst weiter in nördlicher Richtung gehen, eine große Herde Kudus und einige Warzenschweine sehen. Unter einem Baum machen wir kurze Rast. Die weite Ebene bietet wenig landschaftliche Abwechslung. Erst abends heben sich die weiter entfernten Hügel wie Inseln im Meer ab. Und natürlich ist der Waterberg im Süden markante landmark.
Wir biegen nach links Richtung Lodge ab; erkennen das Haus der Eltern des Farmers und sind nach ca. zwei Stunden. wieder zurück. Ruhen uns am pool aus, Gerhild badet. Meine Wunde am Knie ist immer noch nicht ganz verheilt. Ich lese derweil.
Am späten Nachmittag fahren wir mit zur „Katzen-Fütterung“. Zunächst bei den Leoparden, die wir nur aus einem Unterstand beobachten können. Eigentlich ist es nur eine, denn die andere ist „shy“ und lässt sich nicht blicken. Aber ein mächtiges Tier mit gewaltigem Schädel kommt ganz nah an unseren Unterstand. Wenn meine Kamera tut – leider sehr schwache Batterie – mache ich hoffentlich tolle Bilder.
Die Löwen kommen bis an den Zaun, knurren Ehrfurcht gebietend und machen gelegentliche Scheinangriffe, stoppen aber immer kurz vor dem Zaun. Zwei Weibchen, ein älteres und ein jüngeres.
Die Geparden: eine ist friedlich und kann sogar gestreichelt werden. Als sie den Wagen hört, taucht sie am Zaun auf und begleitet uns den ganzen Weg bis zur Futterstelle, schöne Laufbewegung, ganz geschmeidig, zielstrebig. Schönes Erlebnis, wenn auch nicht in freier Wildbahn, aber in einem großzügigen eingezäunten Gehege.
Gestern wie heute kommt uns auf dem Weg zur Lodge die schwarze Angestellte zu Fuß entgegen. Sie geht nach Haus – wo immer das ist. Der ca. 10-jährige Farmersohn fährt eigenhändig im offenen Geländewagen ins 2 km entfernte Elternhaus.
Zum Sonnenuntergang sind wir zurück. Mit Lesen und Schreiben überbrücken wir die Zeit bis zum Abendessen.

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Mehr unausgewogene Filme! - Nachtrag
Nun haben sich ARD und Arte entschlossen, den umstrittenen Film doch zu zeigen.
Allerdings nicht aus Einsicht, sondern aufgrund des öffentlichen Drucks in den Medien.
Diese wiederum weisen auf formale und inhaltliche Schwächen des Films hin. Das ist ein Argument, mit dem man sich auseinander setzen muss. Das wäre aber immer noch kein Grund, den Film nicht zu zeigen, sich aber kritisch damit zu beschäftigen.
Mein Diktum gilt weiter: Unausgewogenheit eines einzelnen Films ist kein Grund, ihn nicht zu zeigen.

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Waldbrand in Portugal – man-made
Jetzt endlich wird das journalistisch bestätigt, was ich bereits vermutet habe: Der verheerende Waldbrand in Portugal – mehr als sechzig Menschen sind verbrannt – ist wesentlich auf die unverantwortliche Forstpolitik zurückzuführen.
Seit den achtziger Jahren kaufen internationale Investoren Land auf – zunächst im Alentejo, später auch weiter im Norden. Sie pflanzen den dort eigentlich nicht vorkommenden Eukalyptus an.
Dieser Baum wächst sehr schnell, verbraucht Unmengen an Wasser, vernichtet alle Vegetation am Boden und laugt diesen in wenigen Jahren komplett aus. Zurückbleibt eine Steppe. Das Holz wird überwiegend exportiert und zu Papier verarbeitet oder als Bauholz verwendet.
Eukalyptus produziert das nach ihm benannte Öl, das sehr leicht brennbar ist. In einem Brand „explodiert“ der Baum quasi und entzündet die anderen Bäume. Der Brand breitet sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Durch die große Hitze entsteht stürmischer Wind, der das Feuer anfacht und verbreitet.
Solange die ruinöse Forstpolitik fortgesetzt wird, wird es auch in Zukunft derartige Katastrophen geben.

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Dienstag, 20. Juni 2017
Eine Reise durch Namibia - Einundzwanzigster Tag
Gestern Abend und in der Nacht hat’s geregnet, das ist schon eine Seltenheit. Heute früh los. In Tsuneb besichtigen wir den kleinen Otjikoko-See, der durch den Einsturz einer Höhle entstanden und 36 m tief ist. Der dazugehörige Zoo ist das Gegenteil von artgerechter Haltung, vor allem für’s Krokodil und die Strauße.
Im ethnologischen Freiluftmuseum in Tsuneb sind wir seit drei Tagen die ersten Besucher. Die Leiterin hat Zeit und hält uns einen langen Vortrag über das Museum mit seinen Lehmbauten, und dass vieles durch Sturm und Regen kaputt sei. Stimmt. Alles macht einen etwas heruntergekommen Eindruck. Dabei ist die Idee nicht schlecht. Auf einem Gelände – ungefähr – in Form der Landkarte Namibias sind Hüttendörfer der unterschiedlichen Ethnien geografisch – fast - korrekt verteilt. Allerdings ähneln sich die Bauten sehr, so dass wir nach der Hälfte des Rundgangs einen rascheren Schritt vorlegen. Es ist auch wieder ziemlich drückend.
Dann zum Hoba-Meteoriten, ein Riesenklotz 3 x 3 x 1 m, 81% Eisen! Heiner liest was über die Entstehung vor. Rast beim „Wärter“, Kinder fotografiert. Nebenan spricht mich ein Schweizer an; sie sind wegen unwetterartiger Regenfälle aus Botswana geflüchtet.
Wir fahren weiter zur Aloegrove-Lodge, die wir nach 420 km erreichen. Fantastische Lage mit tollem Rundblick auf Waterberg und andere Hügelgruppen. Unterwegs verfahren wir uns, finden dann aber den richtigen Einschlupf. Abends feuerwerksartiges Wetterleuchten hinterm Waterberg. Leider ist dieser zu weit und zu umständlich zu erreichen, so dass wir ihn für morgen aus dem Programm streichen.

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Eine Reise durch Namibia - Zwanzigster Tag
Ein lahmer Tag, zunächst bedeckt und kalt-windig, dann wird’s wärmer, aber nicht angenehm. Wir sind alle schlapp und hängen `rum. Ein Glück, dass wir unser heutiges Pensum schon gestern erfolgreich absolviert haben. Heiner hält uns unterm Sonnendach eine kurze Lektion über die Entstehung der Etosha-Pfanne, hier war mal ein riesiger See, ein Nachtrag zu dem, was wir gestern gesehen haben. Außer den Tieren waren wir beeindruckt von der „Pfannen-Landschaft“, die uns an norddeutsche Küsten und das Watt erinnerte.
Dann muss jeder machen, was er will. Ich lese und gehe mit Gerhild einmal durch’s Gelände, kein großer Gang.

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