Dienstag, 7. April 2020
Burger-King als Dank
Bayerns MP muss immer der erste sein. Diesmal hat er sich als erster bei den Pflegekräften mit 500€ und einem Freitisch bedankt. Da konnte Bremen nicht lange zurückbleiben. Hier bekam das Pflegepersonal der städtischen Kliniken – „Gesundheit Nord (GeNo)“ - einen Gutschein für den Fastfoot-Versorger „Bürger King“, ein etwas bescheideneres Anerkennungsgeschenk. Kommentar einer guten Bekannten, Krankenpflegerin bei GeNo: „Das hätten sie sich dann auch ganz schenken können.“ Der kritische Bürger fragt sich, ob die Verantwortlichen die PflegerInnen verhohnepipeln wollten.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 5. April 2020
So geht Optimismus
Eine katholische Kirchengemeinde in Berlin hat eine Ausnahme von der Ausgangssperre beantragt. Man wolle alle Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigen. Eine maximale Zahl von fünfzig Gläubigen solle zugelassen werden.

Das nun ist äußerst kühn. Wann waren mal mehr als fünfzig Menschen im Gottesdient?

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 4. April 2020
Folgen der Privatisierung
Manche Zeitgenossen brauchen erst die Krise, dass sich ihnen die Augen öffnen. Z.B. der Zustand im Gesundheits- und Pflegewesen. Wie wichtig die sind, begreifen manche erst jetzt – und applaudieren aus dem Fenster. Davon haben die Pflegekräfte wenig mehr als ein warmes Gefühl. Was sie seit Jahren vermissen, ist nicht nur die gesellschaftliche, sondern in erster Linie die materielle Anerkennung. Welche PolitikerInnen wissen eigentlich, wie hoch die Löhne von Kranken- und AltenpflegerInnen, ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen sind? MP Söder (Bayern) meint, man könne dieser Ungerechtigkeit mit 500 € und einem Freitisch begegnen. Das ist die Gutsherrenart des 19.Jahrhunderts.

Ein Blick zurück: Mit der beginnenden Industrialisierung und der Entstehung von Großsiedlungen waren die Gesellschaften mit gänzlich neuen Problemen konfrontiert: Arbeiter benötigten ein Mindestmaß an Bildung, Wohnraum, Krankenfürsorge, soziale Absicherung für Alter und Arbeitslosigkeit. Großstädte benötigten ein Verkehrssystem, eine Müllabfuhr und ein Trink- und Abwasser-und System. Alles Bereiche, in denen Kapitalisten keine befriedigenden Profite machen konnten und in denen Investitionen notwendig waren, die nur der Staat aufbringen konnte. Sozialer Druck zwang den Staat zu reagieren; sogar der erzkonservative Bismarck verstand das und führte Sozialgesetze ein (nebenbei: um die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie klein zu halten).

----------------------------------------

Das lief einige Jahrzehnte mehr schlecht als recht, aber es lief. Bis konservative Politiker und Kapitalisten auf die Idee kamen, die bisher staatlichen Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge zu privatisieren, um Gewinn daraus zu ziehen. Die ersten waren die Bauunternehmer und Grundstückseigentümer. Viel später folgten Pflege- und Krankenhaus-Konzerne, Transportunternehmen und all die anderen. Wahre Orgien feierten in England Margret Thatcher, in Deutschland Helmut Kohl. Alles, bis zum Telefon, Radio und Fernsehen wurde privatisiert. Beschönigend hieß das "liberalisiert“. Man fand sogar ein Wort für den Prozess: Neo-Liberalismus. neo war daran nur, dass Bereiche „liberalisiert“ wurden, die es vorher nicht waren (ÖPNV, Telefon, Rundfunk).

Da, wo sich nicht so gut verdienen ließ, drückte man die Löhne und erhöhte die Kosten für Leistungen (ein Altenpflegeplatz kosten mal so eben 3.000 €). Die Löhne reichen kaum fürs tägliche Leben, schon gar nicht für die Rente. Die teuren Leistungen sind zudem schlecht und werden schlechter. Warum sonst sterben Alte vorwiegend in privaten Pflegeheimen dutzendweise an Corona?

Das geht nur, weil die Dienstleistungen „liberal“ an immer mehr Anbieter vergeben werden, die gegenseitig konkurrieren. Und das geht nur, weil die Zersplitterung der Leistungen die gewerkschaftliche Organisierung erschweren bis unmöglich machen. Welche rumänische Hilfspflegekraft weiß, was in Deutschland eine Gewerkschaft ist?

Jetzt, in der Krise, wird gegrübelt, was man besser machen kann. Bekämpfung von Symptomen der Krise wird vorgeschlagen. Dabei muss das Syndrom bestehend aus Privatwirtschaft, Neoliberalismus, Profit bekämpft werden.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Trump als Vorbild ungeeignet
US-Präsident Donald „Tolle“ Trump hat jetzt alle US-Bürger aufgefordert, selbst gebastelte Atemschutzmasken zu tragen. Reichlich spät, nachdem er es durch seine bisherige Untätigkeit auf 245.000 Infizierte und 6.000 Tote (doppelt so viele wie am 11.9.01!) gebracht hat mit rapide steigender Tendenz. Die Dunkelzimmer der Infizierten dürfte noch erheblich höher sein: Viele, besonders arme Bürger, können sich den Test einfach nicht leisten und sind unentdeckt infiziert bzw. krank. Rund ein Viertel alles US-Bürger hat keine Krankenversicherung.

Nun also Atemschutz-Masken. Allein Trump geht mit fragwürdigem Beispiel voran: Er werde keine Maske tragen. Wie sähe das denn aus, wenn er z.B. Könige empfangen müsste? Die gehen ja bekanntlich bei ihm aus und ein. Übrigens, wann war Prinz Charles zuletzt in USA. Seine Corona-Infektion hat er gerade überstanden.

Es ist anzunehmen, dass die königlichen Hoheiten mit den Beispielen von Trump und Charles sich Besuche im Weißen Haus verkneifen werden. Das Risiko ist einfach zu groß.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 1. April 2020
Lesen statt Reisen
Das böse Virus schränkte unsere Bewegungsfreiheit schon arg ein. Nun ja, zum Supermarkt und zur Apotheke dürfen wir noch. Spazierengehen und Joggen – wenigstens in Bremen – auch erlaubt. Aber dann wird’s kritisch. Und wir hören von Leuten, die ihre Reisepläne – auf die Malediven, die Philippinen, oder an den Main – aufgeben mussten.

--------------------------------------

Aber virtuell können wir dem Virus ein Schnippchen schlagen: Mein Vorschlag – Reiselektüre. Ja aber was?

Hier eine willkürliche Auswahl, die ich empfehlen kann: Vesper (Die Reise), Seume (Spaziergang nach Syracus), Goethe (Italienische Reise), Die Mann-Geschwister (Das Buch von der Riviera), Hemingway (Die Wahrheit im Morgenlicht), Sartre (Königin Albemarle oder Der letzte Tourist), Tucholsky (Ein Pyrenäenbuch), Schnabel (Die Insel Felsenburg), Twain (Meine Reise um die Welt), alles spannende Bücher, die das Reisen loben.

Es gibt aber ein literarisches Kleinod, das das Da-Bleiben feiert:
In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letztenTeil der Reise.
Joachim Ringelnatz

... link (0 Kommentare)   ... comment


Söders letztes Mittel gegen das Virus


Der heutige Titel der taz ist echt gelungen. Ich habe noch nachgeguckt, ob das Foto eine Montage ist. Söder fordert Kreuze über allen Krankenbetten. Erst als meine Frau mich auf das heutige Datum aufmerksam machte, kapierte ich - eine Ente! Bezeichnend: Ich hab es nicht nur für möglich, sondern für wahrscheinlich gehalten. Dem Söder ist alles zuzutrauen!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 30. März 2020
Asylbewerber dürfen Spargel stechen.
Für Asylbewerber und Flüchtlinge gilt je nach Kategorie ein absolutes bzw. eingeschränktes Arbeitsverbot. Ihre finanzielle Unterstützung liegt unter dem ALG-2-Satz, d.h. unter dem Existenzminimum. Wer Leistungen vom Jobcenter bekommt, darf nur einen Maximalbetrag hinzuverdienen.

Bis jetzt, denn Frau Klöckner (Bundeslandwirtschaftsministerin) fordert die Aufhebung des Arbeitsverbots. Asylbewerber sollen jetzt in der Landwirtschaft als Erntehelfer arbeiten dürfen. Denn die mittel-osteuropäischen Saisonarbeiter dürfen wegen des Einreiseverbots (Corona!) nicht kommen. Die Spargel- und Gemüsebauern sind in Not.

----------------

Ach so, auf einmal. Damit die Deutschen nicht auf ihr Luxusgemüse Spargel zu Ostern verzichten müssen, dürfen Flüchtlinge auf einmal arbeiten, Menschen, die Spargel höchstens vom Hörensagen kennen und die vor allem das Spargelstechen nicht gelernt haben, sollen jetzt für unser Wohlergehen sorgen. Da reißen alle Stricke und Restriktionen. Wenn Corona und Spargelernte vorbei sind, können sie dann ja wieder in Kraft treten.

Daraus resultieren drei Forderungen: Aufhebung des generellen Arbeitsverbots für Asylbewerber. Anhebung des Mindestlohns in der Landwirtschaft, damit die Arbeit auch für Deutsche attraktiv wird. Anhebung der Bezüge für Asylbewerber mindestens auf das Existenzminimum.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 28. März 2020
„America First“
Großmaul Donald Trump hat es mal wieder geschafft: Die USA führen die Rangliste in der Corona-Pandemie an. Sie haben in einer rasanten Aufholjagd erst Italien und dann China überholt. In Zahlen bedeutet das: 94.000 bekannte Infektionen, 1.400 Corona-Tote.

Verantwortlich dafür ist in erster Linie Bigmouth Trump: zunächst hat er wochenlang das „ausländische“ Virus kleingeredet: "Wir haben nur fünf Betroffene" (...), "es wird alles großartig werden" und "wir haben das Problem im Griff" (O-Ton Trump). Ernsthafte Maßnahmen seien nicht erforderlich. Das US-Gesundheitssystem sei gut aufgestellt. "Großartig" sind inzwischen nur die Zahlen der Kranken und Toten und die Defizite in der Krankenhäusern. Seine erste Idee, das Problem anzugehen, war ein Einreiseverbot für Europäer. Da war das "ausländische" Virus längst in den USA.



Genau diese Haltung ist verantwortlich für das aktuelle Desaster an der Ost- wie der West-Küste mit ihren Ballungsräumen. Die Red-Necks des dünn besiedelten Bible-Belt dazwischen blieben bisher weitgehend verschont. Dort, in Trumps größtem Wähler-Reservoir, bekommt er nach wie vor die größte Zustimmung. Und das ist der andere Skandal: Eine knappe Mehrzahl der US-Amerikaner von 51% ist mit Trumps Krisenmanagement zufrieden. Trumps persönlicher Popularitätswert stieg von 46% (Vorwoche) auf aktuell 48%. Das lässt erneut an der Vernunft und dem Demokratieverständnis mindestens dieser 51% bzw. 48% zweifeln.

In Wirklichkeit funktioniert nichts: Das Gesundheitssystem ist seit langem marode. Die meisten, vor allem die armen Amerikaner, haben keine Krankenversicherung und können sich weder einen Test noch eine Behandlung leisten. Die wirkliche Zahl der Opfer dürfte deshalb erheblich größer sein. Die personell hoffnungslos unterbesetzten Krankenhäuser verfügen weder über genügend Isolationsbetten noch über Beatmungsgeräte. Von Schutzkleidung und –masken gar nicht zu reden.



Jetzt versucht der Präsident sich an die Spitze zu setzen. Er hat ein siebzig Jahre altes Kriegsgesetz aus dem Koreakrieg ausgraben lassen, nach dem er die Industrie zur Produktion bestimmter Waren verpflichten kann. Aber die Industrie, die Beatmungsgeräte herstellen soll, tanzt nicht nach seiner Pfeife. Einzelne Konzerne (z.B. General Motors) zieren sich und wollen zunächst mal über Preise reden, bevor sie handeln.

Trump gibt sich empört, obwohl das eigentlich seiner ureigensten Logik entspricht. Jetzt gibt er sich patriotisch, er, der politisches Handeln als „Deal“ (Geschäft) bezeichnet, will sich auf einmal nicht den vielbeschworenen Markgesetzen unterwerfen. Sein unkontrolliert und chamäleonhaft wechselndes Handeln ist in der lebensbedrohlichen Krise noch gefährlicher als vorher.
Mehr lesen: https://taz.de/Ungerechte-Corona-Billionen-in-den-USA/!5673344/

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 25. März 2020
Corona und Mangelware
In der Schule – so 9. Oder 10. Klasse – besprach unser Biologielehrer Krankheiten mit uns. Er kannte sich da wohl aus, er war erst 1955 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft gekommen.
Wurden die Symptome erörtert, fanden wir Jugendlichen schnell heraus, dass wir die eine oder andere Krankheit mit großer Sicherheit hatten. Einmal wurde ein Parasit bei Hunden erwähnt, der bei intensivem Kontakt – Kraulen, Schmusen – auf den Menschen übergehen und als „Finne“ sich im Gehirn einnisten kann. Folglich machte, wenn jemand etwas Verrücktes äußerte, eine Vermutung die Runde: „Du hast wohl `ne Finne im Gehirn.“ Schon einfache Kopfschmerzen konnten ein Indiz sein.

Das Corona-Virus zeitigt ähnliche Reaktionen: Fieber – Corona! Erhöhter Blutdruck – Corona! Heiserkeit – Corona! Zweimal am Tag Verdauung – Corona! Kopfweh am Morgen – Corona! Demnach könnte ich mir täglich die Corona-Diagnose stellen. Man kann es auch Paranoia nennen.

Gesellschaftlich äußert sich ebendiese Paranoia als konstanter Mangel an Klopapier und Nudeln in den Warenhaus-Regalen. Die leeren Regale provozieren erneuten Kaufrausch, wenn dann mal Papier und Nudeln da sind. Flugs sind die Regale wieder leer: Man weiß ja nie, wann es wieder etwas gibt. Egal, ob man schon zehn Pakete im Haus hat.

Die französische Variante ist mir da sympathischer: Dort sind Rotwein und Kondome Mangelware.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 23. März 2020
Corona und die Folgen?
Und jetzt wundern wir uns. Seit Jahrzehnten werden von Ärzten selbst bei harmlosen Grippe- und Erkältungs-Infektionen Antibiotika verschrieben. Schweine, Kühe, Hühner erhalten ins Futter gemischt Antibiotika. Menschen und Tiere – vor allem letzte scheiden sie wieder aus - und sie werden als Dünger auf die Äcker und Felder gespritzt. Übers Grund- und Trinkwasser und die Nahrungsketten erreichen sie uns wieder.



Was würde ich als Virus oder Bazillus tun um zu überleben? Ich würde eine Resistenz entwickeln, damit die Antibiotika mich nicht killen. Lieber kille ich die Menschen. Es ist plausibel, dass das aktuelle Corona-Virus genau aus dieser Kette entstand. Und es ist nicht das erste Virus, das uns in gleicher Weise bedroht.

Forschung und Medizin hecheln jetzt hinter der Entwicklung her und suchen fiberhaft nach Gegenmitteln (Impfstoff, Medikament). Derweil verfüttern Bauern munter weiter Antibiotika an ihre Tiere, und es ist abzusehen, dass die nächste Epi- oder Pandemie folgt.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 20. März 2020
Corona-Virus macht auch irre
Die Hamsterwut der Deutschen – Klopapier und Nudeln – bringt skurrile Reaktionen hervor. Mehrfach stand ich in den letzten Tagen verblüfft vor leeren Klopapier- und Nudel-Regalen. Ich wollte schlicht meine Lieblingsnudeln für ein Abendbrot mit Gästen erwerben und unseren zur Neige gehenden Papiervorrat ergänzen. In der Schlange vor der Kasse standen vor mir mehrere mittelalterliche Frauen mit Einkaufswagen mit Bergen von Klopapier. Die Regale waren von genervten Supermarkt-Angestellten am nächsten Tag wieder aufgefüllt. Es gab also keinen wirklichen Engpass.



Wieso Klopapier? Nudeln verstehe ich schon noch: wer – allerdings völlig unnötig -eine Lebensmittelverknappung fürchtet, kauft Nudeln. Aber Klopapier? Fürchten die Leute am Ende in ihrer eigenen Scheiße sitzen zu bleiben?

Nicht mehr lustig ist: In einem Supermarkt gab es eine Schlägerei um Klopapier. Eine Käuferin erschien vor der Kasse mit mehreren Paketen. Die Kassiererin machte darauf aufmerksam, dass im Interesse der anderen Kunden jeweils nur EIN Paket abgegeben werde. Die Kundin rastete total aus, wurde von KollegInnen des Markts zum Ausgang begleitet; daraufhin griff ein Begleiter der Kundin die KollegInnen tätlich an.

Wer ist nun verrückt? Die Kundin, ihr Begleiter, Deutschland oder ich, der sich darüber empört?

... link (0 Kommentare)   ... comment


Seehofer allein gegen Völker und Stämme
Eigentlich dürfte er das nicht: Bundesinnenminister wurde jetzt international aktiv – er geht gegen ganze Völker und Stämme vor. Gerade wurde ein Verbot gegen einen Verein (!) „Geeinte Völker und Stämme“ erlassen und durchgeführt. Diese Völker und Stämme verfügen über eine Einwohnerschaft von geschätzt 120 (!) Menschen, die von 21 (!) Personen geführt werden. Tatsächlich sind das Rechtsextreme mit antisemitischem und rassistischem, vor allem rückwärtsgewandtem Ideengut, die zur Reichsbürgerszene zählen.

Donnerwetter: da ist dem Horst aber ein Fang geglückt. Allein, die beeindruckenden  Zahlen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Truppe gefährlich ist. Gefunden wurden nämliche neben Propagandamaterial Schuss- und Schlagwaffen. Besonders Beleidigungen und Drohungen gegen PolitikeInnen müssen ernst genommen werden. Zudem ist der „Verein“ Teil der sog. Reichsbürger, die immerhin geschätzte 19.000 Mitglieder zählt. Und die zusammen sind dann schon gefährlich und ernst zu nehmen. Ernst zu nehmen ist auch die Tatsache, dass darunter über 530 Besitzer von Waffenscheinen sind. Es ist anzunehmen, dass die jeweils nicht nur eine Feuerwaffe besitzen, dass sie – legal – über Munition verfügen und dass darüber hinaus in der Szene erhebliche Mengen illegaler Waffen gebunkert sind. Wer diese Waffenscheine genehmigt hat, wäre noch eine Recherche wert, welche Behörden da geschlafen oder schlicht nicht die Zeitung gelesen haben.

Was also als skurriler Fakt begann, ist eine ernste Gefahr. Gut dass – allerdings erst nach einem Polizistenmord durch einen Reichsbürger – in der Szene jetzt aufgeräumt wird.

Tröstlich immerhin: Der Innenminster jagt jetzt nicht nur Flüchtlinge (allein 69 an seinem 69. Geburtstaag).

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 18. März 2020
Na bitte, geht doch!
So, nun genug gemeckert, es gibt auch gute Nachrichten. In unserer Nachbarschaft wird allen von allen, falls notwendig, Hilfe angeboten: Einkaufen, Kinder hüten, Atemschutz-Masken und Desinfektionsmittel, Schweres tragen und, und, und…
Ist doch nett. Oder?!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Solidarität in der Konkurrenz-Gesellschaft?
Frau Klöckner, Bundes Ministerin Verbraucherschutz u.a., beklagt, dass Hamsterkäufe überflüssig und unsolidarisch seien. Stimmt, aber wieso auf einmal: Unsere Gesellschaft wurde seit Generationen von CDU und FDP auf Leistung und Konkurrenz getrimmt. Die Parole: „Leistung muss sich wieder lohnen“ wurde gebetsmühlenhaft wiederholt. Da nun auf einmal Solidarität für andere, die wie alle nur noch egoistisch denken könne.

Die Quadratur des Kreises!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Hamstern im Corona Zeitalter
Leere Nudel- und Klopapier-Regale in Supermärkten: Sie werden täglich aufgefüllt und sind doch am Abend wieder leer. Wir leben im Überfluss und verhalten uns wie die Jäger und Sammler in vorgeschichtlicher Zeit.



Eine Supermarkt-Kassiererin erzählt aus ihrem Alltag. Wenn KundInnen mit Klopapierrollen ohne Ende an der Kasse aufrtauchen, liest sie in den Gesichtern immer nur die eine Botschaft: "Ich, ich ich!"

... link (0 Kommentare)   ... comment