Dienstag, 21. Februar 2017
Die Droge der Lüge
Die neuste Fakanews aus dem Hause Trump betraf Schweden. In einer Rede vor Anhängern in Florida behauptete er, in der vorher gehenden Nacht habe es so etwas wie einen Terroranschlag durch Immigranten in Schweden gegeben. - Nichts war dort passiert, alles ruhig, und überhaupt gab es in Schweden keine Steigerung der Kriminalitätsrate.
Mit ähnlichen Falschmeldungen fiel die Trump-Administration vorher schon auf. Eine tatsächliche Attacke wird an den falschen Ort verlegt, eine andere frei erfunden. Das alles in nur weniger als einer Woche. Die Empörung in den liberalen US-Medien und im internationalen Kontext ist einheitlich.
Aber wem hilft das? Die red-necks und andere Dumpfbacken in mittleren Westen und Süden, im bible- wie im rust-belt glaubten das unbesehen. Die meisten werden gar nicht wissen, wo Schweden überhaupt liegt. D.h. sie glauben nur das, was sie sowieso glauben, allen Dementis zum Trotz. Die Droge der Lüge wirkt, egal wie heftig an der Ost- und der Westküste der USA und in Europa dagegen argumentiert wird.

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Eigenlob stinkt
Kurz nach Amtsantritt erklärte Donald „Fakenews“ Trump, er sei der größte US-Präsident aller Zeiten – „biggest than ever – believe me“. Prompt wurde er mit Boxweltmeister Muhammad Ali verglichen.
Der Vergleich hinkt auf allen vieren: Ali erklärte „I am the greatest“, NACHDEM er Sonny Liston durch KO besiegte. Trump kürte sich zum „größten Präsidenten“ nach diversen Fehlstarts als Regierungschef und BEVOR er irgendetwas leistete. Wie peinlich!

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Die bescheuerte Maut
Alexander Dobrindt (CSU) hat eine neue Schlappe einstecken müssen. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat seinem neuesten Elaborat zur PKW-Maut attestiert, dass es unvereinbar ist mit EU-Recht.
Das ließ CSU-Generalsekretär Scheuer keine Ruhe – sein Vorzeigeminister erneut demontiert. Zitat: „Bei so viel fachlicher Ignoranz muss man die Frage nach dem Sinn des wissenschaftlichen Dienstes stellen.“
Da stellt sich die Frage, wie bescheuert der Generalsekretär ist. Bisher sind noch alle Entwürfe aus dem Hause Dobrindt gescheitert – nicht nur am wissenschaftlichen Dienst, sondern an allen deutschen und europäischen Instanzen.

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Samstag, 18. Februar 2017
Trumps gut eingestellte Regierungs-Maschine.
Auf der als historisch einzuordnenden, skandalösen 77-minütigen Pressekonferenz von “Tolle“ Trump fantasierte dieser von einer „gut eingestellten Maschine“ Regierung.
Na, dass diese Maschine irgendwie rund läuft, kann er ja wohl selbst nicht glauben! Jedenfalls öffentlich sichtbar eiert sie erheblich und verliert ein Getriebeteil nach dem anderen. Erst wurde die Justizministerin geschasst – sie hatte es abgelehnt das offensichtlich verfassungswidrige Dekret umzusetzen, Reisende aus islamischen Ländern Die Einreise zu verwehren.
Dann musste der Sicherheitsberater Flynn entlassen werden – er hatte ohne Mandat noch während der Amtszeit der alten Regierung mit Russland über die Aufhebung der Sanktionen verhandelt und das geleugnet. Bis es ihm nachgewiesen wurde und er als Lügner entlarvt war.
Schließlich scheiterte „Tolle“ krachend in mehreren Gerichts-Instanzen mit seinem o.a. Dekret bezüglich der Einreise von Muslimen.
Das alles in nicht mal vier Wochen Regierungszeit, und es ist nur eine Auswahl. Eine „gut eingestellte Maschine“ stellt man sich anders vor.
Trump soll nur so weiter machen. Presse, Funk, Fernsehen und Internet erleben in den USA eine Hausse: Auflagen, Einschaltquoten und Klicks gehen steil in die Höhe, und die Kassen klingeln. Der Unterhaltungswert von Donald T. ist wirklich Geld wert!

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Schützenhilfe aus Washington
Manchen „Verteidigungs“-Politikern kommt D. „Tolle“ Trumps Militärpolitik ganz recht. Sein Verteidigungsminister Mattis hat gerade gefordert, dass die europäischen Regierungen, insbesondere Deutschland, ihren Verteidigungs-Etat auf 2% vom Brutto-Inlands-Produkt aufstocken. Die USA lägen deutlich darüber, das müsse nun ausgeglichen werden.
Und schon kommen die Harliner hervor: Ministerin van der Leyen, äußert sofort großes Verständnis. Ihr Mantra, die Bundesehr leide Not, hat sie schon vor Längerem gebetet. Waffen, Gerät und Ausrüstung seien veraltet und angesichts der „internationalen Verpflichtungen“ der Armee sei das nicht zu ertragen. Die Schützenhilfe aus Washington kommt da sehr gelegen.
Und merkwürdig, die in konservativen Medien seit kurzem ventilierte Frage nach der Wiedereinführung der Wehrpflicht wird durch den CDU-Mann Patrick Sensberg aktualisiert – mit Hinweis auf die Washingtoner Forderungen.
Da kommt was auf uns zu!

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Dienstag, 14. Februar 2017
Antisemitismus-Vorwurf als moralische Keule
Die Siedlungspolitik israelischer Regierungen sei „verbrecherisch dumm“. Das sagt kein ausgemachter Antisemit, sondern Micha Brumlik, deutscher Jude und Professor (taz 07.02.2017).
In der gleichen taz-Ausgabe wird über eine Auseinandersetzung an der Hamburger Uni berichtet. Ein südafrikanischer, islamischer Theologe und Gastdozent in Hamburg, Farid Esack, vertritt die Ansicht, israelische Produkte sollten boykottiert werden, solange die israelische Siedlungspolitik in den besetzten palästinensischen Gebieten fortgesetzt wird.
Für einen solchen Boykott spricht viel, vor allem aus südafrikanischer Perspektive. Dort trug der internationale Boykott wesentlich zum Sturz des Apartheit-Systems bei.
Nun empören sich in ungewohnt trauter Eintracht Politiker aus AfD (!), CDU und Grünen: ein Boykott gegen Israel sei „antisemitisch“, also zu verurteilen. Esack sei in Hamburg fehl am Platz.
Vor nicht langer Zeit ereignete sich ein ähnlicher Vorgang an der Uni Hildesheim. Auch dort arbeitete eine Lehrbeauftragte und bot ein Seminar über Palästina und die israelische Besatzungspolitik an. Sie wurde entlassen.
Die Moralkeule, jede kritische Äußerung über israelische Politik als „antisemitisch“ zu verteufeln, hat fatale Auswirkungen: die Meinungsfreiheit wird eingeschränkt, rationale Kritik an der israelischen Regierung diszipliniert.
Antisemitismus ist eine Sichtweise, die sich gegen eine komplette Bevölkerung – nicht nur in Israel, sondern weltweit – richtet, ist also rassistisch. Kritik an konkretem Regierungshandel Israels hat damit rein gar nichts zu tun!
Internationale Kritik an der Siedlungs- und Annektions-Politik wurde durch die UNO und die EU vorgebracht. Alles Antisemiten? Wohl kaum.
Dass selbst Volker Beck von den Grünen in das Horn stößt, ist zutiefst enttäuschend.
Ich habe mich Jahrzehnte lang fürdeutsch-israelische Kontakte eingesetzt, mir aber das Recht nie nehmen lassen, israelisches Regierungshandeln, insbesondere hinsichtlich der besetzten Gebiete zu kritisieren. Gerade unter Freunden muss ein offenes Wort der Kritik möglich sein. Wieso eigentlich bei Israel nicht?
Zum Glück gibt es Menschen wie Micha Brumlik, der ja nun ganz und gar unverdächtig des Antisemitismus ist!

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Mittwoch, 1. Februar 2017
Trump deckt Erdogan
Der Hype um Donald „Tolle“ Trump hat für Erdogan sein Gutes: Letzterer ist aus den Schlagzeilen der Weltpresse verschwunden. Die Weltöffentlichkeit empört sich – mit Recht! – über Trumps Politik nach Wild-West-Manier. Die Skandale des türkischen Machthabers verblassen dahinter.
Gerade verlangt Erdogan die Auslieferung von vierzig türkischen Offizieren, die in Deutschland auf NATO-Posten Dienst tun und verdächtigt werden, an dem Putsch im Sommer 2016 beteiligt gewesen zu sein.
Die Offiziere bestreiten ihre Beteiligung, befürchten Schlimmes, wenn sie ausgeliefert werden, und haben Asyl beantragt. Bisher hält sich die Bundesregierung bedeckt. Die türkische Regierung droht derweil mit „Maßnahmen“ gegen Deutschland, wenn ihrem Auslieferungs-Begehr nicht gefolgt wird.
Bisher lautete die Parole: Wir lassen uns nicht erpressen. Hoffentlich erinnern sich die Bundesbehörden daran!

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Trump feuert Justiz-Ministerin
Sally Yates, kommissarische Justizministerin der USA, wird zwei Wochen nach dem Amtsantritt von Donald „Tolle“ Trump gefeuert. Frau Yates war noch eine „Hinterlassenschaft“ von Barak Obama, sollte wahrscheinlich sowieso ersetzt werden. Aber die Umstände haben es in sich!
Sally Yates hatte es gewagt, ihre BeamtInnen anzuweisen, den Erlass Trumps bezüglich der Einreise von Bürgern „moslemischer“ Länder nicht umzusetzen. Sie hatte – wahrscheinlich berechtigte – Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Erlasses.
Was? Arbeitsverweigerung? Da handelte Trump nach Gutsherrenart: Fristlose Kündigung!
Der Mann hat noch nicht verstanden, dass es Unterschiede zwischen einem demokratischen Land und einem Immobilien-Unternehmen gibt.
Wird er das noch lernen? Es sieht beinahe so aus, dass er keine Chance dazu hat: Der Widerstand gegen sein Regiment wächst auch bei den Republikanern und seinen Wählern.
Let’s hope so!

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Samstag, 28. Januar 2017
Feinstaub in Stuttgart
Dass Stuttgart schlechtes Klima hat, liegt an dem tiefen Talkessel. Nun kommt bei Inversions-Wetterlage noch hohe Feinstaub-Konzentration hinzu.
Um diese einzudämmen, wird versucht, Autos aus der Innenstadt fernzuhalten. Dazu dienen zunächst zwei Methoden:
1. Man macht den ÖPNV so attraktiv, dass die Autos draußen bleiben. Hat Stuttgart gerade gemacht: Alle Fahrgäste im Verkehrsverbund können auf Kinderfahrschein fahren. Erfolg: mäßig.
2. Man erlaubt nur jedem zweiten Auto, in die Innenstadt zu fahren, den einen Tag mit einer geraden Zulassungs-Nummer, den anderen mit einer ungeraden. Das hat z.B. in Paris funktioniert.
Nun sind die schwäbischen Kleverles auf eine tolle Idee gekommen. Paare mit einer geraden Autonummer schaffen sich ein zweites Auto an mit einer ungeraden Nummer an, dann können sie JEDEN TAG fahren.
Umweltbilanz: schlecht hoch zwei!

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Koblenzer Gruselkabinett
In Koblenz tagte diesen Monat ein Gruselkabinett der rechtsextremen Art. Die „Alternative für Deutschland (AfD)“ hatte Gleichgesinnte aus dem europäischen Ausland geladen, und sie kamen aus Frankreich und den Niederlanden. Auf den Fotos stand die „deutsche Frau“ Petry – weder blond noch groß – bedröppelt zwischen den blonden LePen und Wilders. Die Französin und der Niederländer redeten miteinander über Petrys Kopf hinweg. Ja die 20%igen des FN und der PvdV sind doch andere Nummern als die AfD.
Diese Internationale der Nationalisten bildet ein Gruselkabinett, das „alternative Fakten“ – vulgo Lügen - den Meldungen der „Lügenpresse“ entgegensetzt.
Wir leben in einer völlig meschuggenen Welt!

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„Tolle“ Trump fordert Folter
In einem Interview forderte Donald „Tolle“ Trump, Foltermethoden wie das Water-Boarding wieder einzuführen. Einzige Begründung: „It works – es funktioniert.“
Mal abgesehen von den ethischen und moralischen Problemen – diese hätte man Trump nach seinem unappetitlichen Wahlkampf sowieso nicht zugetraut – beweist sich hier erneut die postfaktische Sehweise.
Nach aller Erfahrung funktioniert Folter eben gerade NICHT! Die Gefolterten gestehen entweder nur das, was die Folterer schon wissen, oder sie erfinden „Geständnisse“, um weiteren Qualen zu entgehen, oder sie gestehen das, was die Folterer ihnen abfordern – also meist Lügen.
Von den Hexenprozessen des Mittelalters über die sowjetischen Schauprozesse der 30er Jahre und die Nazi-Schergen bis zu den US-Folterern von Abu Ghraib haben Foltermethoden immer nur das hervorgebracht, was die Täter erwarteten. Die Wahrheit gehörte selten dazu.
Moral und Wahrheit allerdings sind Trump egal!

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Vorurteile über England – die zweite
Nun ja: Schottland ist nicht England. Aber offensichtlich stehen die Vorurteile über Schottland denen über England nicht nach.
In DEM Fischrestaurant in Glasgow bestellten wir zur Vorspeise ein Dutzend Austern. Als die Bedienung fragte, ob wir Catch-Up dazu wollten, glaubten wir, uns verhört zu haben (immerhin sind unsere Englisch-Kenntnisse nicht perfekt und Schottisch ist nicht gleich Englisch). Auf alle Fälle wehrten wir ab: „Oh no, thank you!“
Als dem Gast am Nachbartisch aber tatsächlich Catch-Up zu den Austern gereicht wurde, wandten wir uns mit Grausen ab.
Vorurteile über Großbritannien – ja bitte!

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Mittwoch, 18. Januar 2017
NPD: Verfassungsfeindlich, aber erlaubt
Es hat wieder nicht geklappt. Auch beim zweiten Anlauf, die rechtsextreme NPD als verfassungsfeindlich verbieten zu lassen, sind die Bundesländer gescheitert. Süffisant erklärte das Bundesverfassungsgericht (BVG), eine verfassungsfeindliche Partei müsse nicht verboten werden, wenn sie „unbedeutend“ ist.
Nun machen sich Politiker Gedanken, was zu tun sei. Einige wollen – mal wieder! - das Grundgesetz ändern: die NPD soll kein staatlichen Zuschüsse mehr bekommen, um sie finanziell auszutrocknen.
Herr de Maiziere, Bundesinnenminister, hat eine andere, ganz originelle Idee: die Partei müsse jetzt verschärft vom Verfassungsschutz observiert werden!
Wie bitte? Beim ersten Anlauf 2003 war der Verbotsantrag genau daran gescheitert, dass die NPD vom Verfassungsschutz zu intensiv beobachtet wurden. Sie war bis in die Parteispitzen von V-Leuten unterwandert. Damals entschied das BVG, das reiche aus, den Antrag abzulehnen.
Haben wir das verstanden, Herr Maiziere?

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Freitag, 13. Januar 2017
Schäuble hat zu viel Geld
Die Gesamtbilanz der öffentlichen Haushalte – Bund, Länder, Gemeinden und Sozialsysteme – für 2016 ergibt einen Überschuss von fast 20 Milliarden Euro! Super!
Aber jetzt geht das Gezerre los, was mit dem Geld passieren soll.
Schäuble, der alte Sparfuchs, will – natürlich – Schulden abbauen. Das wäre eine gute Idee, wenn der Betrag einen wesentlichen Abbau der Schulden in Höhe von vielen Billionen Euro bewirken würde.
Das ist leider nicht der Fall. Die 20 Milliarden bewegen sich im niedrigsten Prozentbereich des Schuldenkontos von 2,1 Billionen, also ca. 0,9%, ein Tropfen auf den heißen Stein, der schnell und wirkungslos verdampfen wird. Angesichts der niedrigen Zinsen wäre das völliger Wahnsinn. Die Banken würden sich bedanken, wahrscheinlich, indem sie Strafzinsen einführen. Namhafte Wirtschaftswissenschaftler raten davon ab.
Es ist zu vermuten, dass Schäuble und die CDU mit dem Schuldenabbau populistische Vorstellungen der „schwäbischen Hausfrau“ bedienen wollen. Finanzpolitischer Unsinn, der im Wahljahr allenfalls wahltaktisch Sinn macht.
Die SPD – ebenfalls erwartbar – plädieren für Steuerermäßigungen. Teile der CDU/CSU sind gleicher Ansicht. Das wäre eine gute Idee, wenn es den wirklichen Schlechtverdienern zugutekäme. Ist aber nicht, denn die zahlen überhaupt keine direkten Steuern. Vermutlich wäre das ein Wahlgeschenk, das hauptsächlich der Mittelschicht zugutekäme. Allenfalls würde damit der Konsum angeregt. Also auch nicht die optimale Idee, die zu Nachhaltigkeit führen kann.
Die Grünen haben auch eine Idee: das Geld soll für die Verbesserung der Infrastruktur eingesetzt werden: Verkehr, Bildung, Kitas etc. Eine sehr gute Idee, die auch von den zitierten Wirtschaftswissenschaftlern bevorzugt wird. In dem Bereich gibt es einen enormen Nachholbedarf. Derartige Investitionen verzinsen sich zuverlässig.
Die Linke bevorzugt – wie die SPD, ein Wahlgeschenk. Alle Kinder in Kitas und Schulen sollen eine Jahr lang kostenlos eine warme Mahlzeit bekommen. Dient nicht gerade der Nachhaltigkeit.
Glaubt jemand, dass angesichts diverser Wahlen in Ländern und im Bund sich die Vernunft durchsetzt? Viel Glück!

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„Unterschichten“ von SPD abgehängt
Frau Schwesig hat ein neues Gesetz vorgelegt. Der Vorteil besteht einerseits darin, dass es den Staat nichts kostet und vor allem die Mittelschichten begünstigt.
Frauen in Betrieben über 200 KollegeInnen sollen das Recht bekommen, Auskunft über die Einkommen von Männern zu erhalten, zwecks Vergleichbarkeit der Einkommen von Männern und Frauen. So schön, so gut, das Ziel ist „equal pay“. Aber für wen?
Wer in Betrieben mit Tarifverträgen arbeitet – dazu gehört auch der öffentliche Dienst -, kann sich sehr leicht anhand des gültigen Tarifvertrags über die Einkommen der Kollegen informieren. Das betrifft vor allem die unteren und mittleren Einkommen.
Schwieriger wird es bei Höheren Positionen, bei denen kein Tarifvertrag besteht, in denen die Gehälter zwischen ArbeitnehmerInnen und Unternehmen ausgehandelt werden. Da macht das neue Gesetz Sinn.
Cui bono? Für wen ist das gut? Für die Mittelschicht, die für die SPD die wichtigste Wählerschicht zu sein scheint. Die „unteren“ Bevölkerungsschichten hat sie wohl lange abgehängt und überlässt sie lieber den Rattenfängern der AfD. Beim letzten Landtagswahlkampf in Bremen hat die SPD in den ärmeren Stadtteilen gar nicht erst plakatiert. Die Grenze lief ziemlich exakt entlang der Stadtteilgrenze.

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Weintrinken in Dänemark
Neulich hielten wir uns in Dänemark auf. Eines Tages verspürten wir Verlangen nach einer Flasche Rotwein. Im „Brugsen“ gab es eine beschränkte Auswahl. In Ermangelung von etwas Besserem entschieden wir uns für einen australischen Wein.
Eigentlich lehnen wir Weine aus entlegenen Weltgegenden wie Kalifornien, Chile oder gar Australien ab – angesichts eines sehr guten Angebots an europäischen Weinen wegen überlanger Transportwege aus ökologischen Gründen.
Als wir abends die Flasche öffneten und davon tranken, stellten wir fest, dass der Wein für unseren Geschmack zu süß war, keine Blume und keinen guten Abgang hatte.
Ich studierte das rückwärtige Etikett und fand neben anderen unappetitlichen Zugaben, dass der Wein EIGELB enthielt! Den Rest des Weins haben wir weggegossen.
Den Dänen – nicht gerade die Weinnation Nr. 1 – scheint’s zumutbar zu sein. Na denn Skål!

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Mittwoch, 11. Januar 2017
Skandal: Deutsche Post handelt unautorisiert mit Adressen
Neulich bekam ich Werbung von einem Bremer Optiker. Im Kleingedruckten gestand der Optiker, meine Adresse von "Deutsche Post Direkt" bekommen zu haben.
Skandal: Ich habe nie die Deutsche Post (DP) zur Weitergabe meiner Adresse an Dritte, schon gar zu Werbezwecken, autorisiert.
Im Internet wird in mehrfachen Einträgen von ähnlichen Verstößen gegen das Bundes-Datenschutz-Gesetz berichtet. Insbesondere Nachsendungsanträge werden zum Fischen von Adressen genutzt. Das scheint bei mir der Fall gewesen zu sein.
Also Vorsicht im Umgang mit der DP! Ggf. sofort protestieren!
Wenn man die Homepage der DP Direkt aufmacht, wird massiv und offensichtlich dafür geworben, den Adressdienst der DP zu nutzen.

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Sonntag, 8. Januar 2017
Scherf reumütig?
Ex-Bürgermeister, Ex-Sozialsenator, Ex-Justizsenator (!) Henning Scherf kriecht zu Kreuze. Wenn auch nur in abgelegenen Gefilden. Der Werbe-Zeitung einer Versicherung beichtete er, die Vergabe von Brechmitteln an mutmaßliche Drogendealer sei doch nicht korrekt gewesen.
In den 90ern beschloss der Senat unter Scherfs Ägide den Einsatz von Brechmitteln, obwohl der bereits von deutschen NGOs und internationalen Gremien als FOLTER gebrandmarkt war. Ein Verdächtiger in Bremen starb während der Prozedur. Scherf sah keinen Grund, dagegen zu sein. Noch weiter ging sein Koalitionskollege Röwekamp; er erklärte, wer mit Drogen deale, müsse mit körperlichen Schäden rechnen. Warum dann nicht gleich umbringen?
Es ist noch gar nicht lange her, da rechtfertigt Scherf vor Gericht den Brechmittel-Einsatz. Er deckte damit den Polizeiarzt, der die Prozedur durchgeführt hatte.
Und nun der Rückzieher. Da glaube dem Oma-Knutscher wer will! Ich nicht.
Wahrscheinlich fürchtet der alternde bekennende Christ die himmlische Strafe, nachdem eine weltliche nicht mehr zu erwarten war.

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Netanjahu im Visier der Staatsanwälte
Israels Ministerpräsident ist nun doch nicht so unangreifbar, wie er sich selbst gerne sehen würde. Mal wieder steht er im Visier der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Korruption. Er soll Geschenke angenommen von Leuten haben, mit denen er in seiner Eigenschaft als Regierungschef zu tun hatte. Nicht das erste mal.
Das scheint übrigens ein Familien-Übel zu sein: auch seine Frau wurde vor einiger Zeit der Korruption bezichtigt. Sie hatte auf Staatskosten große Mengen teurer Alkoholika gekauft, den Erlös aus den Pfandflaschen in die private Tasche gestrichen. So banal wie es ist, sie hat’s vermutlich gemacht. Angeklagt wurde sie allerdings nicht – warum auch immer.
Also: so schlimm wie die politische Situation in Israel ist, es gibt noch funktionierende Behörden. Außer der Staatsanwaltschaft, die nicht vor Vernehmungen des Ministerpräsidenten zurückschreckt, scheint auch die Polizei rechtsstaatlich zu funktionieren. Eine illegale Demonstration von Rechten, die vor dem Regierungssitz gegen die Verurteilung eines Totschlägers protestierte, wurde aufgelöst. Der Mann hatte als Soldat einen bereits verwundet am Boden liegenden Palästinenser durch Kopfschuss getötet. Sein Pech: die Tat wurde per Handy dokumentiert und veröffentlicht.
Gruselig ist, dass 60% der Israelis die Tat des Soldaten billigen und seine Begnadigung fordern. Die Linke scheint in Schockstarre zu verharren. Von ihr hört man – nichts!

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Donnerstag, 29. Dezember 2016
Schweine sind Schweine
Als mein Onkel Theo in den 1950ern aus Südamerika zurückkehrte, brachte er ein Paar Meerschweinchen mit.
Der deutsche Zoll – in Unkenntnis der Zoologie – fragte nach der Art der possierlichen Tiere. Wahrheitsgemäß erklärte Onkel Theo, das seien Meerschweinchen.
Woraufhin der Zoll ihn mit den Nagern nicht passieren lassen wollte. Die Einfuhr von Nahrungsmitteln – tot oder lebendig - sei zollpflichtig.
Onkel Theo klärte die Beamten auf: Die Tiere seien nicht zum Verzehr geeignet, sondern als Kuscheltiere für mich – seinen Neffen – gedacht.
Darauf der Zöllner: Das sei egal. „Schweine sind Schweine, sind also zollpflichtig.“

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Wurst ist nicht gleich Wurst
Ein CSU-Minister hat eine Idee – selten genug! Herr Schmidt will ein Verbot aussprechen: Die Bezeichnung „Vegane Wurst“ soll es nicht mehr geben.
Das ist bemerkenswert: Auf einmal will ein CSU-Minister etwas per ordere Mufti verbieten.
1) Sonst wollen die doch immer alles „den Markt“ regeln lassen.
2) Die Bezeichnung Wurst bezieht sich auf die FORM, nicht aber auf den INHALT.
Typisch dass ein bayrischer Minister das durch einander bekommt. Für Bayern ist Wurst immer Fleisch. Das kann man schon den Figuren - nicht nur der Minister - bayrischer Männer ansehen.
In meiner Jugend gab es Erbswurst, die garantiert fleischfrei war, und aus der wurde eine Suppe gekocht. Niemand wäre auf den Gedanken gekommen, sie mit Leber- oder anderer Fleischwurst zu verwechseln.
Nur noch zur Erinnerung: Palat-Schinken ist garantiert kein Schinken, sondern eine österreichische Süßspeise. Und Leberkäse besteht weder aus Käse noch aus Leber.
Aber immerhin: der Humor-Gehalt des Schmidtschen Vorschlags ist hoch und provoziert allerhand satirische, hämische oder ironische Kommentare. Vor allem nördlich des Weiß-Wurst-Äquators.

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