Montag, 23. Oktober 2017
Strandgut IV
Sitzen zwei in Königsberg in der Straßenbahn. Kommt ein dritter dazu. Dieser begrüßt einen der beiden: „Ja, Tach auch. Wie jeht?“ Der andere antwortet: „Nu, jeht jut.“ – „Und wie jeht Frauchen?“ – „Jeht auch jut.“ – „Und Kinderchen?“ – Ja, jeht auch jut“. Der Fragende hat seine Zielhaltestelle erreicht und verabschiedet sich. Sagt der erste zum zweiten: „Na, Sie haben aber doch jar keine Frau und Kinderchen.“ – Der erste: “Na, warum denn Streit anfangen?“.
Vorzulesen in dem schönen breiten ostpreußischen Dialekt, der nun wohl endgültig auszusterben droht. Schade!

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TRUMPels Diplomatie nicht mehr nachvollziehbar
Am 26.05.2017 habe ich folgenden Beitrag veröffentlicht:
„Beim Nato-Gipfeltreffen verschafft sich Trump mit einem Body-Check Platz in der ersten Reihe für das Gruppenfoto. Derart rüpelhaftes Verhalten sind wir seit Chruschtschows Auftritt bei der UNO 1960 im internationalen Verkehr nicht mehr gewohnt.
Der zur Seite geschubste Dusko Markowic grinst - nach Schulbubenart - verlegen. Von seiner Seite kein Kommentar.
Die polnische Regierungschefin sagt wohl etwas – wäre spannende, das zu hören – woraufhin TRUMPel mit drohend erhobenem Zeigefinger ihr etwas antwortet.
Das geht nur, weil keiner wagt, sich gegen den Prol aus Brooklyn zur Wehr zu setzen.
Video unter http://www.focus.de/politik/videos/nato-gipfel-arroganz-anfall-von-trump-us-praesident-schiebt-regierungschef-ruecksichtslos-beiseite_id_7179251.html
Dort auch Kommentare u.a. von Jan Böhmermann: ‚Haha, was für ein debiler, schlecht erzogener Kacktyp.‘“
Inzwischen wurde das Video unter der o.a. Adresse gelöscht. Wirklich schade!

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Der Ursprung des Sparschweins
Heide liegt in Schleswig-Holstein, genauer in Holstein. Kenner präzisieren: in Dithmarschen, Süder-Dithmarschen. Dithmarschen gilt unter Schleswig-Holsteinern als skurril. In der Geschichte sind sie in Erscheinung getreten als erste deutsche Bauernrepublik, als im übrigen Deutschland, ja Europa noch der Feudalismus herrschte.
Das dänische Eroberungsheer aus dem Norden, ortsunkundig wie dieses war, ertränkten sie durch Öffnen der Siel-Tore.
In der jüngeren Geschichte gelten sie als widerständig: in der Weimarer Republik seien sie mehrheitlich Nazis gewesen, im 3. Reich Antifaschisten. In der Adenauer-Republik waren sie gegen die Kirche usw.
Die neueste Skurrilität ereignet sich letzte Woche. Nicht die Menschen sorgten für Aufsehen, sondern eine Wildschweinpaar. Dieses drang in Heide erst in ein Optikergeschäft, dann in eine Apotheke – was sie da nur suchten? – um schließlich die örtliche Sparkasse zu besetzen. Nachdem ein Jäger das Paar durch Blattschuss auf den Eber trennte, flüchtete die Witwe.
Jetzt wissen wir wo das SPARSCHWEIN seinen Ursprung hat: in Heide/Holstein, genauer in Süder-Dithmarschen in der örtlichen Sparkassenfiliale.
23.10.17

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Sonntag, 22. Oktober 2017
Strandgut III
Da treffen sich zwei. Einer ist Schauspieler. Sagt der andere zu ihm: „Ach, ich habe Sie neulich in der Straßenbahn gesehen.“ – Fragt der Schauspieler mit einer koketten Kopfbewegung: „Und, war ich gut?“

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Musik = Kneipenmusik
Neulich in der Kneipe. Wir sitzen in einer kleinen Gruppe zusammen und klönen, gelegentliches dezentes Gelächter, dann wieder normale Lautstärke.
Im Hintergrund dudelt irgendeine Musik, mit zunehmender Lautstärke, so dass eine normale Unterhaltung immer unmöglicher wird. Wir müssen uns anbrüllen, um uns zu verständigen.
Nun weiß ich, dass laute Musik in Kneipen den Getränke-Konsum anheizen soll. Aber Kneipen sind auch Kommunikationsorte.
Ich beschließe aktiv zu werden und gehe zum Zapfer mit der Bitte, die Musik leiser zu drehen. Er guckt mich missbilligend an: „Magst Du keine Musik?“ – „Ja, doch, aber nicht DIESE Musik.“ Er guckt mich mit dümmlich-ratlosem Gesichtsausdruck an, als ob er fragen wollte: „Gibt es verschiedene Arten von Musik?“
Das geht wohl über seinen Verstand. Für ihn gibt’s nur diese Musik!
Variante: Ein andres Mal, das gleiche Setting. Diesmal kommt vom Mann hinter der Theke der Satz: „Die anderen Gäste wollen das so. Hab noch nie eine Beschwerde gehabt!“

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Orange-schwarzer „Tarnfleck“
Camouflage in der Mode ist angesagt. Da werden Hosen, T-Shirts, Jacken, Socken und Caps im grün-schwarzen Tarnfleck getragen. Damit man im Großstadtdschungel so richtig auffällt. Damit gibt man sich ein aggressiv-militärisches Image.
Das reicht manchen Zeitgenossen nicht. Sie ersinnen – oder kaufen einfach – „Tarnfleck“ im ORANGE-SCHWARZEN MUSTER. Damit man sich noch deutlicher von den Zeitgenossen unterscheidet. So richtig pervers.
Noch doller treibt es der Zeitgenosse, der mit solch einer Hose in der freien Natur wandert. Damit Eichhörnchen, Wildschwein und Zeitgenossen den Träger der Hose nur ja nicht übersiehen.
Das erinnert an die knallbunte Kleidung nordamerikanischer Jäger. Sie fürchten, von ihresgleichen übersehen, mit einem Bock verwechselt und versehentlich abgeschossen zu werden.

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Tagesschau im BR
Mit Donnergetöse hat sich der Bayrische Rundfunk (BR) irgendwann in den 1970ern bei der Tagesschau im 1. Programm der ARD ausgeklinkt. Die Sendung war für Strauß und seine Gang zu „linkslastig“.
Neulich erwische ich zufällig um 20.00 Uhr den BR, und was bietet sich meinen staunenden Augen? Richtig – die Tagesschau. Da sind die Bayern klammheimlich und wohl reumütig in den Schoß der ARD zurückgekehrt. Man soll die Hoffnung nie aufgeben!

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Die Sünden der Bremer Groko
Nach und nach werden immer mehr Details über die Sünden der Großen Koalition in Bremen und deren Bürgermeister Scherf bekannt. Space-Parc, Musical Theater, Galoppbahn, Golf-Club und, und, und…
Jetzt ist es Hansewasser. Die Stadt hatte zu Zeiten der Groko die gesamte Wasserversorgung privatisiert und damit ein weiteres Stück Edelmetall des Tafelsilbers verscheuert. Ein schlechter Deal! Ein Wirtschaftsprofessor der Bremer Uni hat jetzt ausgerechnet, dass die Stadt dabei 600 Mill. Euro eingebüßt hat.
Es wäre mal interessant herauszufinden, was die Gesamtkosten der Groko für Fehlinvestitionen waren.
Es sieht so aus, dass die Verschuldung Bremens erstens durch die Steuer-„Reform“ 1978/69 verursacht worden ist. Seitdem wird die Lohnsteuer nicht mehr am Arbeitsplatz, sondern am Wohnort der Arbeitnehmer erhoben. Allein bei Daimler wohnt ca. 60% der Belegschaft in Niedersachsen und zahlt dort Steuern.
Zweitens geht die Verschuldung auf die Sünden der Groko zurück, die der rot-grüne Senat und die Bremer Steuerzahler jetzt büßen muss.

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Härtere Strafen für Verkehrssünder?
„Die Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer werden (…) härter bestraft.“ Es wäre mal interessant zu erfahren, wie viele Fahrer bisher wegen dieses Vergehens bestraft werden. Schon das bisherige Bußgeld führt kaum dazu, dass Handys am Steuer nicht benutzt werden. Eine höhere Strafandrohung wird wohl auch nicht abschrecken. Man stelle sich nur einmal an eine viel befahrene Straßenkreuzung, um das zu überprüfen. Nach meinen Beobachtungen nutzt jeder fünfte Fahrer verbotswidrig sein Telefon. Gefragt ist nicht die schärfere Bestrafung, sondern die bessere Kontrolle und Verfolgung. Die Nürnberger hängen niemanden, sie hätten ihn denn.

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Samstag, 14. Oktober 2017
Strandgut II
Kennst Du das auch? Irgendwo findest Du eine Schraube. Unter dem Teppich, im Besteckkasten, neben dem Fahrrad, im Fußraum des Autos, eben ganz alltägliche Orte. Du grübelst; Wo kommt die den her? - Wohin gehört die denn? – Hoffentlich ist’s nichts Wichtiges! - Na, wohl doch nicht. – Keine Ahnung. - Kann wohl weg. Und du wirfst sie in den Abfall.
Oh, Graus – vierzehn Tage später entdeckst du, wo sie fehlt. Ist nicht so ganz dramatisch, kann‘s aber werden, wenn die Schraube nicht schnell ersetzt wird. Im Keller durchforstest du deine Schrauben-Sammlung. Natürlich nichts Passendes dabei – zu lang - zu kurz - zu dick - zu dünn.
Du gehst in den Eisenwarenladen, der sonst ALLES hat. Du lässt Dir ein Sortiment vorlegen, wählst die aus, die dir passend erscheint, zahlst fünfzig Cent – und stellst zu Hause fest: Passt doch nicht. Sch….! Zu allem Unglück kommt dazu …. (ne, das jetzt lieber nicht, wäre ein bisschen zu dick aufgetragen).
Hättest du die dämliche Schraube bloß AUFGEHOBEN!!!

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Wie dumm dürfen Journalisten sein?
Es gibt einige Regeln, die der angehende Journalist lernt und immer beherzige soll. Z.B. die Regel: Du sollst keine Suggestivfragen stellen. Das sind Fragen, in denen die Antwort schon vorgegeben ist. Oder: Du sollst nicht dumm sein.
3-nach-9- Moderator di Lorenzo hat in der Sendung vom 13.10.17 gleich beim ersten Interview gegen beide Regeln verstoßen. Er befragte den Journalisten Gero von Böhm nach der Eingangsfrage bei einem Interview: Soll man den Interviewpartner „öffnen“ oder seinen eigenen Geist leuchten lassen?
Von Böhm stutzte kurz, also ob er die Ernsthaftigkeit der Frage bezweifelte. Dann gab er die erwartete Antwort: Öffnen.
Di Lorenzos Frage war suggestiv und dumm. Also zwei Verstöße gegen die Regeln des Journalismus in einer Frage.
Schon bei der letzten Europawahl outete er sich als „grenzenlos“ dumm. Er gab zu, mit seiner doppelten Staatsbürgerschaft einmal in Italien und einmal in Deutschland gewählt zu haben. Und tat noch so, als ob das ganz normal und legal sei. So dumm darf ein Chefredakteur der „Zeit“ sein.
Prominente Namen wie Gregor Gysi und Salman Rushdie hatten mich erneut verführt, 3 nach 9 anzuschalten. Leider, denn es war vorhersehbar, dass die Moderatoren (ach so: eine Frau war dabei) es wieder verderben würden.

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Freitag, 13. Oktober 2017
Strandgut I
Es gibt Menschen, die einem immer durch ihre Hilfsbereitschaft im Wege stehen. Tati hat diesen Menschen Denkmäler in seinen Filmen errichtet. Z.B. Tati in „Die Ferien des M. Hulot“. Kirsten Fuchs berichtet von einer Hilfestellung für ihre Tochter. Diese kommt einfach nicht aus dem Quark, die Zeit drängt irgendwie. Sie fummelt der Tochter dazwischen. Darauf die: „Hilf mir mal bitte kurz, indem du mich in Ruhe lässt.“ Bingo!

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Deutsches Gewehr in Istanbul
Bei Istanbul begann der Prozess gegen die deutsch-türkische Journalistin Tolu. Ihr Vater verliest vor dem Gericht eine Erklärung und wird von der Polizei daran gehindert, die Lesung zu beenden.
Dann betritt er das Gerichtsgebäude. Er passiert den militärischen Wachposten an der Tür. Und der trägt ein Gewehr G 3 von der DEUTSCHEN WAFFENFABRIK Heckler und Koch!
Wird da niemand rot vor Scham?

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Mittwoch, 11. Oktober 2017
Obergrenze heißt jetzt „atmender Richtwert“
Seehofer kann jetzt triumphieren: einen ganzen Sonntag haben die Spitzen von CDU und CSU gebraucht, um einen Formelkompromiss für die Immigration zu finden. Jetzt werden die verschiedenen Einwanderergruppen differenziert: politische Flüchtlinge, Bürgerkriegsflüchtlinge, Arbeitssuchende aus der EU und außerhalb der EU, alle zusammen sollen es nicht mehr als 200.000 jährlich sein. So, und wo ist das neue?
Die „magische Zahl“ 200 000 heißt nicht mehr Obergrenze, der Begriff ist verbrannt. Jetzt ist sie ein „atmender Richtwert“. Was für ein Unsinn! Wie kann ein Richtwert atmen? Und wo ist denn nun der Unterschied.
Seehofer ist’s zufrieden: Begriffe seien ihm egal. Ihm kommt es auf die Zahl an. Die kann er in Bayern und bei der AfD gut verkaufen. Die Flanke der CSU nach rechts ist ein Stück geschlossen.
Kann das die Basis für Koalitionsverhandlungen mit Grünen und FDP sein? Wohl kaum, hoffentlich!

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Samstag, 7. Oktober 2017
Wo bleibt das Konservative?
In der klassischen Jugendsoziologie galt der Satz, dass Jugendliche und deren Zusammenschlüsse für die gesellschaftliche Dynamik, den Fortschritt sorgten bzw. sorgen sollten. Das galt auch und vor allem für politische Jugendorganisationen. Was sind die GRÜNEN anderes als eine in die Jahre gekommene Jugendorganisation? Zweifellos haben sie dem gesellschaftlichen Fortschritt wesentliche Schübe verpasst. – Naja, ist schon ein bisschen her.
Selbst die christ-konservative Junge Union (JU) oder der Ring christlich-demokratischer Studenten (RCDS) bewegten CDU und CSU diskret in Richtung Fortschritt.
Und jetzt das: Die JU bzw. deren Vorsitzender Ziemiak klagt bei der Union das konservative Profil ein. Der sieht schon so aus, als sei er als Funktionär auf die Welt gekommen: Anzug, Schlips und Kragen, nur den Schlips lässt er gelegentlich weg - da immerhin "zeitgemäß". Die aktuelle Parole der JU lautet: Vorwärts Kameraden, wir müssen zurück.
Wenn das so ist, müssen wir Alten wohl wieder in den Ring und die politischen Parteien – meinetwegen auch die Union – wieder in Richtung Fortschritt scheuchen.

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Strandgut
ist das, was die Ozeane und deren Nebenmeere nach Stürmen und Orkanen an die Gestade spülen. Der Strandspaziergänger übersieht sie leicht, ja gelegentlich bringen sie Verdruss. Dann aber sind gelegentlich echte Fundstücke darunter: Schöne Steine oder Muscheln, sogar mal ein Bernstein, eine Flaschenpost oder Alraunen, Zeugen untergegangener Zeiten und Kulturen. Z.B. von der Eiszeit herangerollte und abgeschliffene Felsen oder Steine aus Skandinavien, steinzeitliche Werkzeuge oder tote Tiere.
Im Reich der Worte und Bücher, auch des Theaters sind es einzelne „aus dem Zusammenhang gerissene“ Zitate, literarische Fundstücke, also Strandgut. Wem ging es nicht schon so: Man sieht im Fernsehen oder auf der Bühne Kabarett oder Theater. „Wo hat der Kerl bloß die vielen Zitate her?!“ Man denkt: Das merke ich mir, das kann ich in Gesprächen und Diskussionen mal nebenbei einfließen lassen – mit Autorenangabe, versteht sich.
An der Garderobe oder beim Gang zur Toilette grübelt man: Wie war das eben noch? Will mir einfach nicht einfallen. Das Feuerwerk der Bonmots und „Zitate“ überwältigt uns.
In Sternstunde erinnert man sich dann manchmal. Ich habe eine Methode gefunden, diese Erfahrung öfter zu machen. Ich schreibe mir den Satz, den Aphorismus, den Begriff GLEICH auf. Habe dazu immer Block und Stift zur Hand.
Hier eine Kostprobe meiner Sammelwut. Kirsten Fuchs hat ein Buch geschrieben: „Kaum macht man mal was falsch, ist es auch wieder nicht richtig.“ Das könnte das Motto einer Zweier-Beziehung sein.

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Dienstag, 3. Oktober 2017
Las Vegas 2.10.17
Wieder ein Massaker bei einem Open-Air-Konzert mit Dutzenden von Toten. Besonders perfide: der Killer schießt aus einem Hochhaus-Hotel von oben in die Menge, so dass niemand in Deckung gehen kann. Wer liegt, bietet eine größere Angriffsfläche.
Der Täter verfügt über ein komplettes Arsenal von Schnellfeuer-Waffen. Woher er die hat? Legal aus Waffengeschäften.
Und Trump? Wieder salbadert er mit seinen tückischen Schweinsaugen und mit dem Lügen-Schweinsrüssel über das abstrakte „Böse“, das die Tat begangen hat. Als ob es nicht ein konkreter „bisher unbescholtener Bürger“, ein Buchhalter gewesen wäre.
Aber kein Wort über die öffentliche Schuld der Waffenhändler, der National Rifle Association, der republikanischen Politiker, die eins ums andere mal Gesetze ablehnen, mit den die Waffenflut in den USA eingedämmt werden könnte.
Es ist nicht so tragisch oder skandalös – ja, doch auch! -, es ist einfach ekelhaft, das Geschwätz über das Recht Waffen zu besitzen! Kotzübel kann einem werden, so hilflos man ist, das wirklich Böse jenseits des Atlantik zu bekämpfen.

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Mittwoch, 27. September 2017
Groko abgewählt
Das wurde auch Zeit: Die Große Koalition wurde abgewählt. Was sich schon in den zwölf Jahren Große Koalition in Bremen überdeutlich gezeigt hat: Solche Koalitionen garantieren den politischen, gesellschaftlichen und sozialen Stillstand. Die widerstreitenden Kräfte paralysieren sich gegenseitig.
In dem jetzt abgewählten Bündnis hat sich die SPD abgemüht – und verschlissen. Während die CDU- und CSU-Minister allenfalls durch Untätigkeit (Entwicklungsminister) oder Unfähigkeit (Verkehrsminister), repressive Gesetze (Innenminister) auffiel, produzierten die SPD-Ministerien ein fortschrittliches Gesetz nach dem anderen und brachten die Republik auf modernen Stand: Ehe für alle, Anerkennung im Ausland, Frauenrechte und, und, und ….Und es wurde ihnen vom Wähler nicht gelohnt.
Es ist nachzuvollziehen, dass die SPD eine Neuauflage ablehnt.
Nun also Jamaika. Ob das besser wird, ist sehr fraglich. Das CDU/CSU-Personal ist eher dürftig. Die drei kleinen Parteien kann ich eher als Gegner, denn als Partner sehen. Die CSU mit ihrer monotonen Forderung „Obergrenze“ steht dem von den Grünen schon lange geforderten Einwanderungsgesetz diametral entgegen. Die FDP lehnt die ureigene Umweltpolitik der Grünen gründlich ab. Übrigens FDP: Sie hat weder in der Umweltpolitik, noch in der Europapolitik, der Bildungspolitik, der Einwanderungspolitik, der Sozialpolitik irgendein Interesse, außer diese Felder unbestellt zu lassen. Vielleicht die Bürgerrechte? Naja. Ihre Programmatik konzentriert sich fast nur auf Wirtschaftsliberalismus, und das ist das Schädlichste in der aktuellen Situation für die Republik.
Die Stagnation in der Entwicklung und Modernisierung Deutschlands droht ihre Fortsetzung zu finden.
27.09.17

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Montag, 25. September 2017
Seehofer macht dicke Backen
Kaum war das schlechteste Wahlergebnis der CSU seit 1949 bekannt – 38,5 % - plusterte sich Seehofer, Parteivorsitzender und bayrischer Ministerpräsident, schon wieder auf: Die Union habe die „rechte Flanke“ der AfD überlassen und jetzt dringe er bei den kommenden Koalitionsverhandlungen auf eine Obergrenze für Immigration.
Woher nimmt der Mann nur die Chuzpe. Seine Partei startete 1950 mit 27,4 % und war damit fast gleichauf mit der SPD (28 %). Der Höhepunkt war 1974 mit 62,1 % (also fast 2/3), seitdem ging‘s kontinuierlich bergab. Allein gegenüber 2013 minus 11 %. Offensichtlich findet die hinterwäldlerische Programmatik keine Mehrheiten mehr. Die CSU ist einfach nur anachronistisch.
Aber nun: die Druckerschwärze mit den aktuellen Ergebnissen ist noch nicht trocken, da gibt Seehofer sich populistisch. Wenn die AfD der CSU den Rang abläuft, dann muss man deren Programmatik einfach übernehmen, um wieder Stimmen an der „rechten Flanke“ einzufangen. Daher – so überraschende wie originell – muss die Obergrenze her.
AfD-Wähler aber bevorzugen das Original vor der Kopie.
Es besteht Hoffnung, dass in einer Jamaika-Koalition die beiden modernen Parteien Grüne und FDP den Seehoferschen Größenwahn ausbremsen. Und die AfD muss inhaltlich, nicht durch Anbiederung bekämpft werden.
Das ist kein Plädoyer für „Jamaika“, aber das scheint die einzige Möglichkeit zu sein.

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Freitag, 15. September 2017
Inmitten des Reichtums: Kinderarmut
Die Statistiker haben erneut ausgerechnet, dass Kinderarmut in Deutschland ein Massenphänomen ist und im Vergleich zu den Vorjahren zunimmt: Jedes fünfte Kind ist von Armut bedroht. Die Definition von Armut bedeutet, dass jemand weniger als 60 % des Normaleinkommens zum Leben hat.
Gleichzeitig tönen konservative Politiker und Volkswirte, Deutschland sei ein reiches Land.
Wenn man das Privatvermögen aller Deutschen zusammenzählt, kommen 5 Billionen Euro zusammen (ohne Wertgegenstände wie Immobilien, Schmuck, Autos u.ä.). Na, bitte.
ABER: Dieser Reichtum konzentriert sich auf höchstens 10% der Gesamtbevölkerung. Jedes fünfte Kind gehört nicht dazu.
Fordern der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Linke, Teile der SPD einen Ausgleich dieses gewaltigen Ungleichgewichts, dann tönt es, das sei eine „Neiddebatte“. So z.B. die Bremer Bundestagskandidatin Steiner.
Dieser Vorwurf belegt nur profunde Unkenntnis. Es geht bei der geforderten Umverteilung – z.B. durch ein geändertes Erbschafts- oder Steuer-Recht – nicht um persönliche Bereicherung Einzelner, sondern um einen Ausgleich zwischen der öffentlichen Armut und dem privaten Reichtum.
Einzelne arme Kinder sollen sich nicht die Kittel-Taschen vollstopfen, sondern angemessene Bildungschancen durch Kitas und Schulen bekommen.
Stattdessen fordert die FDP eine Steuerentlastung um 30 000 000 €. Das macht nur die Reichen reicher, denn die Armen zahlen gar keine Steuern, die ihnen erlassen werden könnten. Stattdessen wird für Bildung und Infrastruktur noch weniger ausgegeben. Das droht uns, wenn die die Wirtschaftsliberalen in CDU, FDP und Grünen nach die Wahl die Oberhand gewinnen.
Deutschland, ein reiches Land? Nicht für 90% der Bevölkerung und die öffentlichen Kassen!

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