Samstag, 10. April 2021
Skandal bei Lanz
Ich schäme mich meines Geschlechts! Nein, nicht meiner Genitalien, sondern der Spezies Mann. Anlass ist die Talk-Schau von Markus Lanz am 01.04.21 im ZDF.

Neben dem Moderator waren Gäste aus der Politik Wolfgang Kubicki und Michael Kretschmer, die Journalistin Anja Maier sowie die Virologin Melanie Brinkmann, Professorin an der TU Braunschweig. Thema: Covid 19 und Maßnahmen dagegen.

Schon an der Sitzhaltung der Männer ließ sich etwas über deren Ernsthaftigkeit ablesen: breitbeinig fläzten sie grinsend auf ihren Sofas. Die Virologin drückte durch ihre Körpersprache ihr Engagement für die Sache aus: aufrecht mit den Händen nicht übermäßig gestikulierend entwickelte sie ihren Standpunkt, bis sie von den Männern mitten im Satz unterbrochen wurde. Ihr Einwand "Ich rede jetzt" wurde von der intellektuell minderbegabten Sabbeltasche aus dem Norden, dem Rotschopf aus Sachsen, der seine eigene Polizei nicht im Griff hat, und dem prinzipienlosen Alleinunterhalter vom ZDF mit wieherndem Gelächter quittiert. Die Fach-FRAU hatte keine weitere Chance.

Wenn es eines weiteren Beweises für männliches Machotum in den öffentlich-rechtlichen Medien bedurft hätte: hier war er.

Der Sender könnte das wieder gut machen, indem er Lanz eine sechsmonatige Denk- und Sendpause verordnet und die beiden Politiker für weitere Sendungen sperrt.

Ich fürchte nur, dass der Machismo erneut siegt. Eine Krähe hackt der anderen nicht die Augen aus. Dafür eignen sich scheinbar eher "geborene Opfer" wie Frauen.
Mehr dazu auf: Markus Lanz vom 1. April 2021 - ZDFmediathek

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Donnerstag, 8. April 2021
Söder gefährdet den nationalen Zusammenhang
Perpetuierte ejaculation prarcox nennt man ein Leiden, bei dem man regelmäßig früher kommt als seine Partner*innen. Dieses Phänomen scheint der bayrische Ministerpräsident zu haben, ohne daran zu leiden.

Nichts ist älter als die Meldung von vor fünf Stunden. Marcus Söder kündigte bei seiner heutigen Pressekonferenz an, er beabsichtige 1,5 Mio. Impfdosen von den Russen zu kaufen. Wenig später posaunte er in die Welt, er habe bereits 2,5 Mio. geordert, d.h. eine Option darauf angemeldet.

Ein ?Söder? ist der Zeitabstand zwischen zwei sich wiedersprechenden Nachrichten. Solidarität der Länder? Nie davon gesprochen. Führungsanspruch der Kanzlerin? Wieso denn das? Die Länder im Föderalismus sind autonom. Und wenn die anderen sich daran halten? Selbst schuld!

Ins Stammbuch: Die Corona-Pandemie ist die größte existenzielle Herausforderung für Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg. Wenn es nicht GANZ SCHNELL gelingt, ein national, möglich europäisch, einheitlichen Handeln zu erreichen, wird Deutschland diese Herausforderung nicht bestehen. Söder mit seinem übersteigerten Ego und seiner Machtgier gefährdet das Gelingen massiv. Sollte ich mich täuschen, was ich insgeheim doch noch hoffe, wäre das umso besser. Aber äußerste Skepsis ist angebracht.

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Dringend: Spenden für syrische Flüchtlinge
Der Bürgerkrieg in Syrien dauert jetzt bereits 10 Jahre und ein friedliches Ende ist nicht abzusehen. Die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Akteuren gehen vor allem zulasten der Zivilbevölkerung und besonders der Kinder.(Binnenflüchtlinge).

Hier eine kurze Bilanz:
- Syrien hat etwa 17 Millionen EinwohnerInnen. Mehr als 6 Millionen sind innerhalb des Landes vertrieben worden, davon rund 2,5 Millionnen Kinder.
- In der Region im Nordwesten des Landes haben Rebellenkämpfer und Oppositionelle gegen das Assad-Regime Schutz gefunden. Dieses Gebiet umfasst Teile der Provinz Idlib und Aleppo. Dort leben rund 4 Millionen Menschen, davon 2,7 Millionen Vertriebene. Tausende wurden gezielt vom Assad-Regime nach Idlib deportiert.
- 1,6 Millionen leben in Flüchtlingslagern, die von Hilfsorganisationen versorgte werden.
- Quelle: taz vom 08.04.21
- Zusätzlich leben ca. 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei, Zehntausende werden in den Lagern in Griechenland auf Lesbos, Chios u.a. Inseln sowie auf dem Festland festgehalten.

Wer helfen will, kann das mit Spenden u.a. an die folgenden Hilfsorganisationen tun:
- Deutsches Komitee für Unicef (IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00)
- Save the children (IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00)
- Ärzte der Welt (IBAN DE06 1203 0000 1004 3336 60)
- Aktion Deutschland Hilft e.V. (IBAN DE29 3702 0500 0008 3225 01)
- Für die Flüchtlingslager in Griechenland: Ärzte ohne Grenzen (IBAN DE72 3702 0500 0009 7097 00)
Informationen über die einzelnen Organisationen gibt es im Internet.

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Söders kurzes Gedächtnis und seine Pressegeilheit
Als Armin Laschet (NRW-Ministerpräsident und CDU-Bundesvorsitzender) kurz nach Ostern mit seiner Idee vom Brückenlockdown um die Ecke kam, konnte sein Kollege Marcus Söder (CSU und Bayern MP) ihm auf einer Pressekonferenz nicht schnell genug zustimmen. Vor allem sei ihm, Söder, wichtig, dass ?alle mitmachen?. Das war an die Adresse der anderen Länder gerichtet.

Es dauerte keine 48 Stunden, bis Söder auf der nächsten Pressekonferenz stolz verkündete, er habe 1 Million Impfdosen des russischen Vaccins (Sputnik V) geordert. Natürlich, ohne sich mit irgendwem außer mit sich selbst abzustimmen. Keine Rede mehr von Solidarität mit den anderen Ländern.

Entweder hat Söder ein so kurzes Gedächtnis, dass er sich an Vorgestern nicht erinnert, oder er unterstellt das beim Publikum. Weit gefehlt: ihm kommt es vor allem darauf an, mindestens alle zwei Tage in die Medien zu kommen. Auf Inhalte kommt es dabei weniger bis gar nicht an. Ganz anders bei Kollege Laschet: Bei dem wird vor allem erst mal auf den Inhalt geguckt, der dann genüsslich zerpflückt werden kann.

Tatsächlich geht es weder um den Lockdown noch ums Impfen, sondern einzig und allein um die Kanzlerkandidatur, das ist das eigentliche Ratten-Rennen.

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Mittwoch, 7. April 2021
Heimatschutz-Truppe - Wer braucht denn sowas?
Die taz versteckt die Meldung mit zwölf Zeilen im Wetterbericht. Dem Weser-Kurier (WK) ist die Sache einen Vierspalter mit Bild der Verteidigungsministerin wert. Die Bundeswehr hat jetzt einen "Heimatschutz". Die ersten 325 Männer und Frauen wurden bereits mit einem Monatssold von netto mindestens 1.400 Euro eingestellt. Sie bekommen eine dreimonatige Grund- und eine fünfmonatige Spezialausbildung, um dann weitere sieben Monate in Objektschutz, Sanitätsdienst und Katastrophenhilfe eingesetzt zu werden. Danach müssen sie fünf Jahre jeweils vier Wochen lang Reserveübungen absolvieren. Bis Jahresende soll die Truppe auf 1.000 Personen anwachsen.

Gibt's sonst nichts zu tun?-----------------------------------------------------------

Brauchen wir das jetzt auch noch? Ja, sagt die Bundeswehr: so werden Kräfte freigesetzt für militärische, vor allem Auslands-Einsätze. Insgeheim wird darauf spekuliert, dass der eine oder die andere SoldatIn sich doch noch entschließt, zur kämpfenden Truppe zu wechseln. Reserveoffiziere mit einer verkürzten Ausbildungszeit wurden von den Profis abschätzig "Neckermänner" tituliert. So ähnlich werden die Heimatschützer wohl zukünftig von den Profis eingeschätzt.

Kritiker bis hin zum Bundeswehrverband (BWV) sind skeptisch. Sanitäts- und Katastropheneinsätze seien nicht Kernaufgabe der Armee. Dafür seien Rotes Kreuz (RK) und Technisches Hilfswerk (THW) zuständig, so ein Sprecher des BWV in der Tagesschau. Die Sozialverbände bemängeln, dass das Freiwillige Soziale Jahr gegenüber dem Heimatschutz erbärmlich schlecht bezahlt wird, währen diese jungen Leute wirklich etwas Nützliches im Sozialwesen leisten. Die Linke wirft - bescheiden wie oft - ein, damit werde der bisher von rechts besetzte Heimatbegriff salonfähig. (Nebenbei bemerkt: Heimat ist nicht per se etwas Schlechtes. Ich bin froh, dass ich eine habe. Damit bin ich gegenüber den 80 Mio. Flüchtlingen weltweit und meinen beiden syrischen Freunden M. und B. deutlich privilegiert.)

Die Kritiker kommen in der taz überhaupt nicht zu Wort, haben im WK nur einen marginalen Raum. Ist wohl nicht gerade opportun, wo doch Bundeswehrsoldaten als "Amtshilfe" in der Pandemie Nützliches tun, - weil RK und THW mal wieder zu schwach besetzt sind und dennoch Wichtiges leisten!

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Montag, 5. April 2021
Das Geld hat's in sich
Oskar Maria Graf (1894 - 1967), bayrischer Schriftsteller und Exilant aus politischen Gründen, schrieb schon in den 50er Jahres des letzten Jahrhunderts:
"...denn das Geld hats (...) in sich, wahrhaftig! Es nimmt vor allem die Ruhe. Den einen treibt es in eine plötzliche, recht überheblich-protzige Verschwendungssucht, den anderen macht es gierig danach, mehr und immer noch mehr dazu zu gewinnen. Dadurch verwandelt er sich, ohne daß ers eigentlich richtig merkt, zu einem anrüchigen Schwindler und rücksichtslosen Ausbeuter, dem's zudem noch darauf ankommt, seine Mitmenschen mit grobschlächtiger Macht zu beherrschen."

Soweit Grafs prophetische Voraussicht auf die bayrischen Verhältnisse Anno 2020/21: Tobias Zech(CSU), Alfred Sauter (CSU), Georg Nüßlein (CSU), Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Auch außerhalb Bayerns eifern konservative Politiker den Bayern nach:
Philipp Amthor (CDU), Thorsten Thümler, alias Prenzler (CDU; AfD), Nicolas Löbel (CDU).

Nur eine kleine Auswahl ohne den Anspruch auf Vollständigkeit, im Gegenteil.

Siehe auch Beiträge auf "miniaturen" 06.03.21 (Profiteure der Seuche), 08.03.21 (Junge Karrieristen); 19.03.21 (Bayrisches Irrenhaus)

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Freitag, 2. April 2021
Grüne Volte: Koalition mit der CDU in BW
Der katholische Ex-Maoist und erste grüne Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes, Winfried Kretschmann, hat sich entschieden, auf dem Grünen-Ticket die Koalition mit der CDU in Baden-Württemberg (BW) fortzusetzen. Die Ideen- und Skrupellosigkeit der Schwarzen scheint ihn nicht zu stören. TUSCH!

schielt nach rechts.

Es ist nicht gerade überraschend: Kretschmann gilt und hat sich etabliert als Konservativer. Für ihn ist es bequemer, mit einer durch das Wahlergebnis geschwächten CDU zu regieren, als sich auf eine neue Erfahrung mit einer neuen Koalition einzulassen.

Da käme in erster Linie eine "Ampel-Koalition" aus Grünen, SPD und FDP in Frage. Auch hier hätte Kretschmann wegen der Mehrheitsverhältnisse einen sicheren Stand: 32,6% Grüne, 11,0% SPD, 10,5% FDP. Die beiden kleineren Koalitionspartner bringen zusammen weniger Prozente ein als die Grünen. Mit 53,6% ließe sich eine fortschrittliche Politik machen, selbst wenn die FDP zu bremsen versuchte.

Aus der Partei, allen voran die Grüne Jugend, kommt postwendend harsche Kritik an Kretschmanns Entscheidung. Selbst im Landesvorstand rumort es.

Verständlich: auch die SPD ist enttäuscht. Vor allem aber sind viele grüne Wähler bitter enttäuscht. Sie hatten sich einen konsequenten Wandel unter grüner Führung erhofft. Da hilft auch Kretschmanns Wortakrobat nichts: "Bewahren heißt verändern." Das verstehe ein anderer!

Für die anstehenden Wahlen in Ländern, vor allem im Bund lässt das Böses vermuten. Viele bisher grüne Wähler, die sich eine wirkliche Erneuerung der Politik versprechen, werden sich mit sehr gutem Grund frustriert abwenden. Kretschmers Volte rückwärts wird SPD und Linke stärken.

Eine grün-schwarze Bundesregierung wird den progressiven Wandel wohl kaum befördern. Für Sozial-, Umwelt-, Verkehrs-, Agrar- und Steuer-Politik Das heißt nichts Gutes.

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Mittwoch, 31. März 2021
Corona-Tagebuch 96.: Was tun?
Es ist inzwischen ein Ritual: Die Kanzlerin lädt die Ministerpräsidenten der Bundesländer zum "Video-Gipfel", dieser tagt zwischen Mittag und Morgengrauen und einigt sich auf den berüchtigten kleinsten gemeinsamen Nenner. Sobald die Kameras off-line sind, macht jedeR. was er/sie will: Lock-Down, Öffnung, Ausgangssperre, Gartenwirtschaften auf und zu, Geschäfte auf und zu (viel mehr fällt den meisten nicht ein).

Die Kanzlerin guckt zunehmend grimmig. Insgeheim träumt sie wohl davon, einfach die GSG 9 in alle widerborstigen Länder zu schicken um aufzuräumen. Aber der Innenminister hat davon abgeraten: Zu unzuverlässig sind die Einheiten der bewaffneten Staatsmacht. Ist doch gerade ein mächtiger Munitionsdiebstahl durch sächsische Polizisten aufgeflogen. Die Sore landete bei einer bekannten Adresse im Raum Nord-West-Mecklenburg.

Damit scheidet diese Möglichkeit aus. Auch ein Rückgriff auf die Bundeswehr (Verfassungsnotstand wegen der innenpolitischen Sicherheitslage) verspricht wenig Erfolg. Die dafür in Frage kommende 2. Kp. des KSK scheidet aus, sie wurde vor geraumer Zeit aufgelöst, um rechtsradikale Massen-Agitation in der Armee zu treiben.

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Corona-Tagebuch 95.: Pandemie und Rassepferde
Wir kennen aus der Geschichte "Kriegsgewinnler" (1918 und 1945). Jetzt gibt es "Pandemie-Gewinnler".

Soloselbständige, KünstlerInnen, KurzarbeiterInnen und Kleingewerbetreibende gehören nicht dazu. Aber Aktionär müsste man sein, das nötige Startkapital vorausgesetzt.

Denn: Mercedes-Benz schüttet für das Corona-Jahr 1 (2020) seinen Aktionären 1,4 Milliarden Euro an Dividenden aus. Das ist um die Hälfte mehr als im Vorjahr! Und das wird nicht verrechnet mit den Staatszuschüssen für den Konzern. Und die Firmen BMW, VW und Adidas planen Ähnliches. Das sind nur die Firmen, die bisher BEKANNT sind.

Die Bremer Werft Lürssen schickte gerade eine Luxus-Yacht - Preis unbekannt, wer danach fragt, kann sich das Schiff sowieso nicht leisten - wurde gerade auf Probefahrt geschickt. Zurückgelassen hat die Yacht 104 Corona-infizierte KollegInnen. Das sind 10% der Belegschaft.

Wie sagte doch seinerzeit ein Frankfurt Banker: "Der Kapitalismus ist ein Rassepferd." Mag sein, aber auch Rassepferde hinterlassen Scheiße.

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Freitag, 26. März 2021
Corona-Tagebuch 94.: Wirtschaft fühlt sich nicht verantwortlich
Chaire, cheure, cheire nipton
Malle spaltet die Geister: Nachdem Mallorca zum Nicht-Risiko-Gebiet erklärt wurde, setzte ein Urlaubsrun der Gutbetuchten auf die Insel ein. Während dessen mussten sich die weniger Verdienenden mit einem Spaziergang im Stadtpark begnügen. Der Ausflug an die See oder in den Harz musste "coronabedingt" ausfallen.

Hotelerie und Gastronomie, die Unterhaltungsbranche und Sportvereine ringen derweil um ihr Überleben. Während dessen produzieren Industrie und Dienstleister ungebremst weiter.

Da fragt man sich: Muss z.B. in Bremen Mercedes unbedingt weiter Luxuskarossen ausspucken, muss Airbus unbedingt Flugzeuge produzieren, müssen die Stahlwerke weiter kochen, muss eine Werft eine Luxusyacht für einen russischen oder arabischen Milliardär bauen, usw.?

Und was tun die genannten Branchen und Betriebe für die Bekämpfung der Pandemie? Konsequent regelmäßig testen? Eher weniger. Die Impfkampagne aktiv unterstützen? Wohl gar nicht. Die AHA+L-Regeln einhalten? Nur mit Mühe und Not, wenn überhaupt. Die massenhaften Infektionen in der Fleischindustrie sprechen eine andere Sprache.

Während unsere Scheinregierung (Kanzlerin + MPs) orientierungslos durch die Krise schlingert, lehnt sich "die Wirtschaft" gelassen zurück und stellt Forderungen an "die Politik".

Wie wäre es, wenn die Wirtschaft ihrer Verantwortung gerecht würde und sich aktiv und massiv an der Seuchenbekämpfung beteiligte? Zu schön, um wahr zu sein.
Bliebt aufrecht und gesund!

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Donnerstag, 25. März 2021
Corona-Tagebuch 93.: Der Berg kreiste und gebar eine Maus und die war tot
Chaire, cheure, cheire nipton
Unsere Schattenregierung - Kanzlerin und sechzehn MinisterpräsidentInnen - tagte ergebnislos vierzehn Stunden zum Thema Corona. Sie einigten sich lediglich darauf, alles bisher Beschlossene noch einmal zu beschließen. In der fünfzehnten Stunde hatte Frau Merkel eine Erleuchtung - oder war es ein vorbereiteter Coup -: die drei Osterfeiertage sollten um zusätzlich zwei Ruhetage erweitert werden. Ein Westentaschen-Lockdown sozusagen. Es war wohl der kleinste Nenner, auf den sich die Regierenden einigen konnten.

Leider erwies sich das als Flop, was die Kanzlerin allerdings erst einen Tag später realisierte.
1. erklärten die meisten Fachleute, dass ein so kurzer Lockdown keine nachhaltige Wirkung hätte.
2. War klar, dass es am Tag vor dem Lockdown und am verkaufsoffenen Samstag zusätzlichen Kundenandrang in den Lebensmittelgeschäften und damit ein erhöhtes Infektionsrisiko geben würde.
3. erwies sich das Projekt als juristisch undurchführbar, was man wohl auch vorher hätte durchdeklinieren können.

Immerhin: die Kanzlerin nahm das Desaster auf ihre Kappe und entschuldigte sich. Nur - die drei einzigen realistischen Möglichkeiten, die dritte Welle der Pandemie abzuwettern, ließen die aufrechten 17 aus:
1. Totaler Lockdown für Industrie und Betriebe
2. Eine massive Teststrategie
3. Eine massive Impfstrategie.
Ad 1. fällt aus, weil Tourismusindustrie, Großbetriebe, Dienstleistungsgewerbe, Handel, Hotels und Gastronomie massiv dagegen sind.
Ad 2. fällt aus, weil es nicht genügend Tests gibt und
Ad 3. fällt aus, weil es nicht genügend Impfstoffe gibt und die Impfstrategie in der Bürokratie ersäuft. Warum geht in Großbritannien und Israel das, was bei uns scheitert?
"Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht." (H. Heine)
Dennoch: bleibt aufrecht und gesund.

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Montag, 22. März 2021
Erdogans Familienbegriff
2011 verabschiedet der Europarat eine Konvention zum Schutz von Frauen gegen Gewalt. Die Türkei als Mitglied schließt sich der Konvention an. Ein Jahr später wird der Vertrag vom türkischen Parlament ratifiziert. Das ist gut, denn gerade in der Türkei gehört Gewalt gegen Frauen und Kinder zum Familienalltag, zu oft mit tödlichem Ausgang.

2021 kündigt der Türkische Präsident durch ERLASS die türkische Mitgliedschaft in der Konvention. Begründung: Mit der Konvention werde die türkische Familie gefährdet. Das Gegenteil ist der Fall. Jetzt kann wieder unwidersprochen geprügelt und getötet werden. Das Parlamentsvotum zählt nicht mehr.

Dabei hat Erdogan ein merkwürdiges Verständnis von Familie. Vor etwas über einem Jahr wurde ein türkisches Gesetzt auf den Weg gebracht, nach dem Vergewaltiger ihre minderjährigen Opfer heiraten können und damit straffrei bleiben (siehe Beitrag vom 02.02.2020 "Eheanbahnungsinstitut Erdogan"). Das Rezept lautet also: 1. vergewaltige eine Minderjährige, 2. heirate sie und 3. Kannst du straffrei Gewalt ausüben.

Die minderjährigen Opfer müssen die Vergewaltiger meist lebenslang ertragen, auch die nach der Hochzeit u.a. fortgesetzte Gewalt.

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Freitag, 19. März 2021
Neues aus dem bayrischen Irrenhaus
Ein weiterer CSU-Bundesabgeordneter legt Mandat und Partei-Ämter nieder: Tobias Zech aus Oberbayern. Auch er führt für seine Nebentätigkeit als "Berater" eine eigene Firma, was darauf schließen lässt, dass er eher sein Bundestagsmandat als Nebentätigkeit betreibt. Ihm wird vorgeworfen, Mandat und Beratertätigkeit nicht sorgfältig getrennt zu haben.

Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt (ja der mit der verpatzten PKW-Maut) nimmt Zechs Entscheidung "mit Respekt zur Kenntnis".

Respekt scheint Zech auch schon früher erfahren zu haben. Nach einer Bundeswehr-Karriere bei den Gebirgspionieren wurde er stellvertretender Präsident des Reservistenverbands, bekam das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Bronze (wer wusste, dass es das überhaupt gibt?) und wurde mit dem Ritterkreuz der Republik Ungarn ausgezeichnet.

Viel Ehre für einen, der Anstand mit "Nebentätigkeiten" verwechselt.

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Ein Kardinal räumt auf
Der Kölner Kardinal Woelki hat jetzt auf massiven öffentlichen Druck hin ein Gutachten der Rechtsanwaltskanzlei Gercke Wollschläger zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker veröffentlicht.

Erste Reaktion: er feuerte eine Reihe von höheren kirchlichen "Würdenträgern", die die Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln jahrelang vertuscht haben. Erste "Opfer" der Reinigungsaktion waren Domenikus Schwaderlapp (was für ein Name!), Günter Assenmacher, Stefan Heße, alles ehemalige Kirchenfürsten im Erzbistum. Weitere sind bereits gestorben (schmoren vermutlich in der Hölle) und können nicht mehr entlassen werden. Insgesamt waren acht leitende Amtsträger involviert.

Es geht in dem Gutachten um 75 Pflichtverletzungen, also Fälle von Vertuschung des Missbrauchs. Ein Viertel der Täter waren Laien, die mehr oder minder konsequent betraft wurden. Die große Mehrzahl der Missbräuche durch Kleriker wurde nicht geahndet, also von den Genannten gedeckt.

Von den Opfern, die überwiegend unter 14 Jahre alt waren, ist nicht weiter die Rede. Wie es denen geht, bleibt bisher unklar. Insgesamt muss es sich um einige hundert handeln. Da die Missbrauchsfälle inzwischen Jahrzehnte zurückliegen, sind die Täter nicht mehr zu belangen: Die Verjährungsfrist dauert zehn Jahre. Die Opfer können also nicht einmal mehr gegen die Täter klagen und auch die Justiz, wenn sie denn wollte, ist machtlos.

Wer durch seine Mitgliedschaft in der katholischen Kirche den Skandal quasi deckt, sollte schnell die Konsequenzen ziehen und austreten!

P.S. Dieser Beitrag ist nicht journalistisch streng "objektiv". Die Ungeheuerlichkeit des Skandals lässt keine vermeintliche Objektivität zu.

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"Unterwegs in Ecuador" - im Radio
Die Radiosendung über Ecuador wird noch einmal gesendet. Das ist die Chance für alle, die den Reisebericht bisher verpasst haben. Die Sendung läuft
am Ostermontag, 4. April von 14.00 bis 16.00 Uhr - beide Teile hinter einander.

Zu hören auf UKW 92,5 kHz (Kabelkanal 12) oder im Internet unter radiocast-radiowesertv.video-stream-hosting.de:8000/rwtvhb (video-stream-hosting.de)

Ihr könnt den Text auch in meinem Blog nachlesen, dann aber ohne Musik und ohne meine Stimme. Zum Trost gibt's noch ein Bild gratis.
Schöne Ostern und viel Spaß!

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