Montag, 12. November 2018
Notwendige Einmischung
Wenn Staaten sich „Einmischung in innere Angelegenheiten“ verbitten, kann man sicher sein, dass da etwas faul ist - die getroffenen Hunde jaulen.
Aktueller Fall: Bundesaußenminister plant bei seinem Besuch in China, die Lage der verfolgten Minderheit der Uiguren anzusprechen. Noch bevor er in Peking gelandet ist, reagiert die chinesische Regierung und verbittet sich derartige „Einmischungen“.
In solchen Fällen zeigt sich, wie wichtig Einmischungen bei Menschenrechtsverletzungen tatsächlich sind. Nur der Druck von außen kann etwas bewirken, wie z.B. bei der Republik Südafrika bewiesen wurde. Die Apartheit wurde nicht zuletzt durch den massiven Druck aus dem Ausland aufgehoben.
Ganz skurril war die Lage in der weiland DDR. Wenn aus dem Westen Kritik am „real existierenden Sozialismus“ kam: Einmischung! Umgekehrt zögerte die DDR-Regierung nicht, sich in Sachen Berufsverbote in der BRD einzumischen. Leider hatte sie diesmal Recht.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 11. November 2018
Pufpaffs Irrtümer
Pufpaffs Happy Hour ist ein jour fix in meinem Terminkalender. Aber heute hat er meinen Widerspruch provoziert. Er zog über antiautoritäre Erziehung her. Und brachte fiktive Negativ-Beispiele hervor.
Nur leider: alle, aber auch ALLE Beispiele betrafen nicht im Geringsten die antiautoritäre Erziehung. Sie waren klassische Fälle von laisser-faire-Erziehung!
Wäre Pufpaff nicht 42, sondern 72 Jahre alt und wäre er in der Studentenbewegung engagiert gewesen, dann wüsste er das. Solche wie die angeführten Beispiele wurden damals gerne von Spießbürgern gegen die antiautoritäre Erziehung in Stellung gebracht.
Ja, die Opfer von laisser-faire sind anfällig für verquere Ideologien. Ja, Kinder wie alle Menschen brauchten Grenzen.
Antiautoritäre Erziehung bedeutet aber: Falsche Autoritäten erkennen und dagegen vorgehen; damit sind besonders kleine und große Diktatoren gemeint. Formale Autoritäten erkennen und dagegen vorgehen. Autorität der Person, des Verstands, von Sympathie erkennen und auch anerkennen.
Gerade in der gegenwärtigen politischen Situation ist antiautoritäres Denken und Handeln bitter nötig. Die Nazis von Chemnitz und anderswo sind die Rattenfänger der laisser-faire-Erziehung. Antiautoritäres Denken und Handeln ist notwendig, um sie zu bekämpfen!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 10. November 2018
Geheimnisverrat beim MAD
Erst wurde Oberleutnant Mario A. als rechtextremes, möglicherweise terroristisches U-Boot in der Bundeswehr enttarnt. Nicht etwa vom dafür zuständigen Militärischen Abschirmdient (MAD) oder einer bundesdeutschen „Sicherheits“-Behörde, sondern von der österreichischen Polizei! Es stellte sich heraus, dass er Teil eines Netzwerks in der Armee war.
Damals fragte man sich schon, wieso der MAD nicht über ihn wusste, obwohl seine Abschluss-Arbeit auf der Bundeswehrhochschule als rechtsextrem zurückgewiesen wurde. Im Gegenteil: er wurde zum Oberleutnant befördert. (Siehe auch meinen Eintrag vom 15.05.17)
Eine neue Meldung beantwortet die Fragen kritischer Zeitgenossen: Ein Oberstleutnant – kein ganz niedriger Dienstgrad – im MAD ist wegen Geheimnisverrats angeklagt. Er war Kontakt-Offizier für das Bundeskriminalamt und die Generalbundesanwaltschaft. Und er soll bereits im September 2017 Verdächtige aus dem Umfeld des Franco A. vor Ermittlungsmaßnahmen des Generalbundesanwalts gewarnt zu haben.
Nun also sogar der MAD. Dass sich nicht nur in der sächsischen Polizei Sympathisanten von Pegida, AfD und anderen rechtsextremen Organisationen tummeln, ist lange bekannt. Gerade wurde der Präsident des Bundesfassungsschutzes nach langem Gewürge wegen rechtsextremer Äußerungen geschasst. Und jetzt das U-Boot im MAD!
Wir können gespannt sein, was noch alles über die bundesdeutschen „Sicherheitsorgane“ herauskommt.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Amok als „Normalfall“?
Mal wieder USA, mal wieder ein Amoklauf eines Bewaffneten. Langsam gewöhnt man sich an solche Nachrichten.
Eine zufällige Liste ergibt Folgendes: Februar 2018 / Parkland / 17 Tote; Mai 2018 / Santa Fe / 10 Tote; Oktober 2018 / Pittsburgh / 11 Tote; November / Thousand Oaks 12 Tote.
Die Täter nicht etwa ausländische Terroristen, keine Islamisten, sondern US-amerikanische Teenager oder Twens, Schüler und Veteranen der USA-Armee.
Selbst Trump wird jetzt stiller: statt wie früher die US-Waffengesetze zu verteidigen, die fast allen Bürgern das Recht zum Kauf und Tragen von Waffen erlaubt, kondoliert er schlicht den Angehörigen der Opfer.
Genauso wie Trump gewöhnt sich der europäische Zeitungsleser oder Fernseher an die Nachrichten. Es sind einfach zu viele, um sich jedes Mal wieder aufzuregen. Dieses Abstumpfen ist höchst gefährlich!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 5. November 2018
Sicherheitsrisiko Maaßen
Hans-Georg Maaßen, noch Verfassungsschutz-Chef, zieht wieder vom Leder. Seine Affäre sei von Rechtsextremen (sic!) in der SPD erzeugt worden, um die Große Koalition zu sprengen.
Der Mann scheint jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren zu haben. Umgekehrt wird ein Schuh `draus. Die SPD hat sich in der Affäre Maaßen, die in Wirklichkeit auch eine Affäre Seehofer war, bis zur Unkenntlichkeit verbogen, um die Groko zu ERHALTEN.
Hätte Innenminister Seehofer rechtzeitig die Notbremse gezogen und Maaßen aus seinem und allen anderen Ämtern zu entfernen, hätte es gar keine Affäre gegeben und wäre die Groko unbeschädigt geblieben.
Ein Verfassungsschutz-Chef, der dermaßen blind für Tatsachen ist, bzw. sie derart verdreht, ist ein Sicherheitsrisiko und müsste schon deshalb gefeuert werden, abgesehen von allen anderen Skandalen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Biermanns Meinungen
Vor Jahr und Tag verkündete Wolf Biermann im Fernsehen, er sei nicht mehr seiner Meinung. So konnte er seinen Rechtsschwenk zu konservativen Organen wie „Welt“ und „Bild“ dekorieren.
Nun dichtet er über Angela Merkel und ihren Satz zur Flüchtlingsfrage „Wir schaffen das!“
Es sei ein Fehler gewesen – da ist er wohl mit Frau Wagenknecht und Herrn Gauland einig.
Aber: Es sei „der kleinere, der bessere“, „der ‚richtige‘ Fehler“ gewesen. „Ein wunderbarer Fehler.“ Aber für Angela Merkel sei ihr Sturz wegen der Flüchtlingsfrage eine Niederlage, für Europa wäre es ein Desaster.
Nun ist es da, das Desaster und Biermann ist der Hiob.
Preisfrage No. 1: Mit wem ist Biermann denn nun einer Meinung?

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 4. November 2018
Wort-Ungetüme
Die Engländer sind zu beneiden um ihre Sprache: Bei Substantiven kennen sie weder maskuline noch feminine Endungen. „The cat“ kann sowohl Katze wie Kater sein. „A member“ kann Frau sowie auch Mann sein. „Mankind“ ist die ganze Menschheit.
Seit der zweiten Frauenbewegung in den 1970er Jahren muss die deutsche Sprache „gegendert“ werden. Briefe beginnen mit „Liebe Freundinnen und Freunde“ oder „Liebe FreundInnen“, neuerdings mit * oder _ .
Dabei entstehen Satz- und Wortungetüme: aus Gästen werden „GästInnen“. Die Bremer Verbraucherzentrale hat laut "Weser-Kurier" eine VORSTÄNDIN. Vor geraumer Zeit bekam ich ein Rundschreiben an „Liebe Mitglieder und MitgliederINNNE“ von einem ausgebildeten Lehrer; ein solcher sollte wissen, dass es „DAS Mitglied“ heißt, also sächlich ist.
Ein Witzbold – oder war es eine WitzboldIN? – titelte die Briefe an eine Zeitschrift mit „LeserINNEN-BriefIN“. Eine Zeitungs-Volontärin aus Gütersloh recherchierte eine Flüchtlingin.
Erfreulicherweise gibt es immer mehr "car-sharing". Wie die Autos auf "Mobilpunkten" abgestellt werden, ist unklar: Ein PUNKT ist immer unbeweglich, eine MOBILPUNKT also ein Widerspruch in sich.
Sprache lässt sich leider widerspruchslos verbiegen, Sprecher und Schreiber sollten sich ihr Sprachgefühl aber nicht verbiegen lassen!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 26. Oktober 2018
Bauhaus im Niemandsland
Hundert Jahre Bauhaus, die Geschichte einer Kunst- und Architekturschule, die – fast – alles veränderte. Das Bauhaus gab die wesentlichen Impulse, um Kunst und Wohnkultur aus der überkommenen und überholten Tradition des Kaiserreichs zu befreien. Seine Produkte in der Bau- wie der Wohnkultur überdauerten die Jahrzehnte, sogar den Faschismus.
Letzterer sah das Bauhaus als eine Gefahr für seine eigene Ideologie an, verbot das Institut und vertrieb seine Repräsentanten aus Deutschland, u.a. etliche aus politischen oder rassistischen Motiven.
Dieser Vertreibungsprozess hatte zu Folge, dass die Ideen und die Praxis des Bauhauses vor allem in der Architektur sich weltweit verbreiteten: in die beiden Amerikas, nach Skandinavien und Afrika, nach Australien und Ostasien.
Jüdische Emigranten gingen nach Palästina und bauten komplette Stadtviertel in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa, aber auch in Kibbuzim und Kleinstädten. Die WIZO-Hochschule für Design und Bildung in Haifa lehrt noch immer im Geist des Bauhauses. Meine Gäste, StudentInnen der WIZO, waren überrascht über die vielen „Bauhäuser“ in Deutschland, als sie die so genannten Baumärkte sahen.
Den bemerkenswertesten Bau im Bauhaus-Stil sah ich im Niemandsland zwischen Israel und Jordanien.
Beide Länder unterzeichneten 1994 einen Friedenvertrag. Seitdem konnte das Kibbuz „En Gescher“ im Jordantal, seine Ländereien jenseits der Grenze wieder aufsuchen. Wir, eine deutsche Austausch-Gruppe, wurden 1995 dazu eingeladen. Mitten in dem schmalen Streifen zwischen israelisch-jordanischer Demarkationslinie („Vorsicht Minen“) und der eigentlichen Grenze, findet sich ein verlassenes Bahnhofs-Gebäude im Rohbau, das an einer geplanten, aber nie realisierten Eisenbahn-Linie zwischen Jordanien bzw. Syrien und Israel liegt.
Ein Betonbau im reinsten Bauhaus-Stil! Damit nicht genug. Wir trafen dort eine palästinensische Großfamilie, die genau da im Niemandsland ein Hochzeitsfest feierte. Der eine Teil der Familie lebte in Nazareth (Israel), der andere in Jordanien. Und dieser Bahnhof war DER ORT, an dem sie sich treffen konnten. Die Leute aus Nazareth durften nicht nach Jordanien reisen, die Jordanier nicht nach Israel!
Eine skurrile Kulisse für eine skurrile Situation.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 24. Oktober 2018
Skandal: Geringere Bildungschancen für ärmere Kinder
Die OECD hat jetzt herausgefunden, dass
- Kinder aus Elternhäusern mit geringerer formeller Bildung ungünstigere Chancen auf Bildung haben,
- Kinder aus ärmeren Familien weniger Bildungsmöglichkeiten haben,
- Schulen mit einer guten sozialen Durchmischung für alle SchülerInnen bessere Lernbedingungen ermöglichen.
Das ungefähr sind die Befunde, die BildungsforscherInnen und PraktikerInnen bereits in den 60er Jahren ermittelten. Anstoß dazu gab Georg Picht 1964 mit seinem Begriff vom „Bildungsnotstand“.
Dieser Notstand scheint bis heute laut OECD nicht behoben zu sein. Der Befund steht also seit mehr als fünfzig Jahren fest. Daraus wurde die Konzeption der Gesamtschule entwickelt, in der ALLE Kinder möglichst lange gemeinsam lernen sollten.
Einige Bundesländer haben Gesamtschulen gegründet, einige bis heute nur wenige. Solange die Gesamtschule in Konkurrenz zum alten Gymnasium steht, hat sie keine oder nur geringe Chancen, sich zu behaupten. Die „besser gestellten“ Eltern meiden die Schulen mit einem wie auch immer geringen Anteil von SchülerInnen aus sozial schwächeren und Familien mit Migrationshintergrund.
Wie gesagt: Der Befund steht fest, es fehlt aber der politische und gesellschaftliche Wille, daraus die notwendigen praktischen Konsequenzen zu ziehen. Und es liegt allein an der Bereitschaft zu handeln.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 23. Oktober 2018
Denunzianten = Lumpen
Wenn es eines weiteren Beweises bedurft hätte, dass die AfD in der NS-Tradition steht: hier ist er. In bis zu zehn Ländern will die Rechtspartei Internet-Seiten einstellen - bzw. hat bereits -, in denen SchülerInnen ihre LehrerInnen denunzieren können, wenn sie vermuten, diese würden politisch einseitig gegen die AfD „hetzen“.
Das hatten wir schon: im Nationalsozialismus und in der DDR, in jenen zwei Diktaturen, von denen sich die AfD bisher nicht wirklich distanziert hat.
Ich bekenne: ich habe in meiner Bildungsarbeit immer gegen rechts gearbeitet, weil ich den demokratischen Verfassungsauftrag ernst genommen habe. Die Teilnehmenden bekamen umfassend Informationen über un- oder antidemokratische Tendenzen und wurden aufgefordert, im Sinne von Demokratie und Menschenrechten Position zu beziehen. Nach meiner persönlichen Meinung befragt, hab ich aus meinem Herzen keine Mördergrube gemacht und mich im o.a. Sinn geäußert.
Die Aufforderung zum Verpetzen von LehrerInnen erinnert mich an eine Stelle in Francesca Melandris Roman „Alle, außer mir“. Die Lehrerin rügt eine Schülerin wegen der Verwendung obszöner Worte und Redewendungen. Die Eltern der Schülerin stellen die Lehrerin deswegen zur Rede. Nach einem langen Disput, gehen die Eltern aus dem Raum. Im Rausgehen sagt der Mann zu seiner Frau: „Die hat doch den Arsch auf, die alte Fotze.“
Da ist zu vermuten, wes Geistes Kinder die Eltern der Schüler sind, die ihre LehrerInnen im Internet denunzieren.
„Es ist und bleibt im ganzen Land / der größte Lump der Denunziant!“ (1848)

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 20. Oktober 2018
Was ist paradox?
Gefrier-Brand

oder

Moonlight-Shopping bei Neumond

... link (0 Kommentare)   ... comment


Zensur im Bauhaus
Das ZDF – wahrlich des Links-Extremismus unverdächtig – organisiert eine Konzertreihe anlässlich der 100-Jahr-Feiern des Bauhauses. Eins der Konzerte sollte in Dessau, im Walhalla des Bauhauses, mit der linken Punk-Band „Feiner Sahne Fischfilet“ (FSF) stattfinden. Dieses Konzert wurde jetzt vom Bauhaus abgesagt.
Als Begründung dafür muss herhalten, dass das Bauhaus sich schon 1920 als unpolitischen Freiraum bezeichnet habe.
Also alles auf Anfang: 1919 schlossen sich Künstler und Architekten in Weimar im Bauhaus zusammen, um eine moderne Kunst und Kunstausbildung zu etablieren. Weimar, Teile der Einwohnerschaft und die Stadtregierung, damals schon eher ein Ort der Reaktion, griffen die neue Künstlergruppe heftig an, so heftig, dass diese die Stadt 1925 verlassen musste und ins liberalere Dessau „emigrierte“.
Die zitierte Distanzierung von Politik war eine taktische Äußerung, um den Konflikt mit der Stadt zu entschärfen und die eigene Existenz zu verteidigen. Der Opportunismus half nichts. Aus Weimar vertrieben blieb das Bauhaus Hassobjekt der Rechen, insbesondere der entstehenden NSDAP. Als diese 1931 die Kommunalwahl gewann, wurde das Bauhaus erneut vertrieben und siedelt um nach Berlin. 1933 ergriffen die Nazis die Macht in Deutschland und schlossen das Bauhaus sofort. Künstler und Architekten mussten emigrieren, wenn sie nicht schon im KZ saßen.
Auf diese Weise verbreiteten sich paradoxer Weise Ideen und Praxis der Moderne über die ganze Welt.
Und nun das Konzert-Verbot in Dessau, in Sachsen-Anhalt. Als habe Opportunismus je genützt! O.K.: FSF ist provokant. Immerhin haben sie sich von älteren „gewaltverherrlichenden“ Texten verabschiedet. Dass die betreffenden Stellen weiterhin von konservativen und rechten Politikern gegen sie ins Feld geführt werden, fällt auf diese zurück.
Eine zentrale Kultureinrichtung wie das Dessauer Bauhaus sollte in diese Kakophonie nicht einstimmen. Sie sollte auch aus der eigenen Geschichte gelernt haben: Es ist bei „Todesstrafe“ verboten, vor den Rechten zurückzuweichen. Das nämlich ist es, was diese wollen und ihnen nützt!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 18. Oktober 2018
Wohltuende Stille
Immer ärgere ich mich, dass an öffentlichen Orten ständig Musik der B-Sorte dudelt, möglichst noch – völlig unpassend - Vokales!
Im Kaufhaus wie im Supermarkt, in Fahrstühlen und im Flieger, ohrenbetäubend in der Schwimmhalle. Dazwischen Ansagen über Sonderangebote und Käse mit x% „in der Trockenmasse“ (was immer das ist). „Herr Müller, bitte eine Kasse besetzen.“ Oder An- und Abflüge, verlorene und wiedergefundene Kinder. Selbst im Gymnastikkurs und der Mucki-Bude bleiben wir nicht verschont. Wenn man etwas dagegen sagt, ist der „Volkes-Wille“ anderer Meinung. „Hast Du etwas gegen Musik?!“ – Nein, aber gegen DIESE Musik und gegen ständige Beschallung.
Jetzt tut sich was, wie schön. Mir fällt in „meinem“ Supermarkt die wohltuende Stille auf, nur durch das allgemeine Grundrauschen durch Kunden und Personal kontrapunktiert. Der Betrieb läuft entspannt und ungestört weiter. Jetzt entdecke ich: die KassiererInnen und VerkäuferInnen sind mit einem Headphone ausgestattet und können so störungsfrei kommunizieren. Ob sie dadurch auch besser kontrolliert werden können, wer weiß? Vielleicht ein Fall für den Betriebsrat.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Gutes tun!
Neulich an der Supermarkt-Kasse. Hinter mir steht eine Frau mit EINER Tüte Bonbons. Ich biete ihr an vorzugehen. Sie nimmt dankend an: „Draußen warten viele Kinder.“
Als ich den Laden verlassen, steht dort eine große Kindergruppe im Grundschulalter, die für mich eine Gasse bildet. Ich bedanke mich.
Da kommt ein Mädchen mit einer Papierfigur als Geschenk zu mir. Sie erklärt, das sei ein Kranich, der sogar mit den Flügeln schlagen kann, wenn man am Schwanz zieht, und macht es vor.
Weiter: Sie machen eine Projektwoche „Gutes tun“. Ich hätte gerade etwas Gutes getan, indem ich ihre Lehrerin (aha!) an der Kasse vorgelassen habe. Und jetzt tun sie mir etwas Gutes. Wie nett! Ich bedanke mich, wechsele noch ein paar Worte und gehe weiter.
Als ich meinen Einkaufswagen nicht problemlos über einen Kantstein schieben kann, kommt ein Junge angeschossen, mir zu helfen. Schon wieder eine gute Tat!

... link (0 Kommentare)   ... comment