Dienstag, 21. April 2026
Armer Wal
Das Walspektakel in der Wismarer Bucht mobilisierte die Medien und die Öffentlichkeit und eroberte selbst die Titel-Schlagzeilen der Bild-Zeitung. Neugierige reiste von weit her an und musste durch strenge Maßnahmen vom Ort des Geschehens ferngehalten werden: Der Wal sollte nicht unnötig beunruhigt werden. Der Mob erdreistete sich, selbst die Absperrungen zu durchbrechen.

Eine große Zahl von kleinen Booten mit „Rettern“ und Fachleuten umkreiste das Tier – offensichtlich unbekümmert um sein angebliches Ruhebedürfnis. Wer sich um Zurückhaltung und für ein ruhiges Sterben bemühte, wurde als Tierquäler gemobbt bis hin zu tätlichen Angriffen und Hass-Botschaften. Bezeichnend: Unter den Tätern fanden sich Querdenker und sonstige Rechte zusammen.

Besonnene stellten früh eine Parallele zu den Flüchtlingen im Mittelmeer her. Die Menschen auf den seeuntüchtigen Fluchtbooten werden tunlichst vergessen, wenn es darum geht, Sympathie und Hilfsbereitschaft für Opfer zu zeigen und praktisch werden zu lassen.

Ganz übersehen wird bei dem Hype, dass es immer noch zwei Länder gibt, die Wale jagen: Norwegen und Japan, Japan angeblich zu Forschungszwecken. Tatsächlich gilt Walfleisch dort als Delikatesse. Faktisch werden viel mehr Wale gefangen als verzehrt. Die durch die Jagd entstehende Überproduktion lagert massenhaft in Kühlhäusern oder wird zu Hundefutter verarbeitet und verkauft.

Zusätzlich zur gezielten Jagd werden laufend Wale als „Beifang“ von Fisch-Trawlern und Kuttern gefangen. Viele ertrinken qualvoll in den Netzen, weil sie nicht mehr zum Atmen auftauchen können. Auch im aktuellen Fall musste der Wal von Netzteilen befreit werden. Weiterhin hat er Taue im Maul.

Eine besonders perfide Praxis, das Whale-Watching, habe ich auf den Azoren erlebt. Motor-Schlauchbote rasen mit zig TouristInnen hinter den Tieren her. Besonders fatal: In Nordnorwegen werden TouristInnen in Neopren-Anzügen möglichst dicht an den Wal herangebracht. Die Leute springen ins Wasser, nähern sich schwimmend, um ihn möglichst zu berühren.

Von all dem – Walfang, Beifang, Whale-Watching - habe ich NICHTS in den Medien gelesen, gehört oder gesehen!

Eine Alternative zum dem Geschilderten habe ich in Dalvik/Island erlebt. Zitat aus meinem Reisetagebuch: „Die Walbeobachtung ist klasse: kleines Schiff, Familienbetrieb, sehr nette Leute (…). Wir fahren in der Bucht auf die andere Seite, der erste (Buckel-) Wal prustet, taucht, kommt ganz dicht ans Boot, fast zum Streicheln, der Skipper lockt ihn, indem er mit der Hand im Wasser planscht. Der Wal fühlt sich offenbar nicht gestört, macht sich aber wieder aus dem Staub.“ (S. miniaturen 30.11.18 „Eine Reise durch Island (5. Tag)“)

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Armer Wal
Das Walspektakel in der Wismarer Bucht mobilisierte die Medien und die Öffentlichkeit und eroberte selbst die Titel-Schlagzeilen der Bild-Zeitung. Neugierige reiste von weit her an und musste durch strenge Maßnahmen vom Ort des Geschehens ferngehalten werden: Der Wal sollte nicht unnötig beunruhigt werden. Der Mob erdreistete sich, selbst die Absperrungen zu durchbrechen.

Eine große Zahl von kleinen Booten mit „Rettern“ und Fachleuten umkreiste das Tier – offensichtlich unbekümmert um sein angebliches Ruhebedürfnis. Wer sich um Zurückhaltung und für ein ruhiges Sterben bemühte, wurde als Tierquäler gemobbt bis hin zu tätlichen Angriffen und Hass-Botschaften. Bezeichnend: Unter den Tätern fanden sich Querdenker und sonstige Rechte zusammen.

Besonnene stellten früh eine Parallele zu den Flüchtlingen im Mittelmeer her. Die Menschen auf den seeuntüchtigen Fluchtbooten werden tunlichst vergessen, wenn es darum geht, Sympathie und Hilfsbereitschaft für Opfer zu zeigen und praktisch werden zu lassen.

Ganz übersehen wird bei dem Hype, dass es immer noch zwei Länder gibt, die Wale jagen: Norwegen und Japan, Japan angeblich zu Forschungszwecken. Tatsächlich gilt Walfleisch dort als Delikatesse. Faktisch werden viel mehr Wale gefangen als verzehrt. Die durch die Jagd entstehende Überproduktion lagert massenhaft in Kühlhäusern oder wird zu Hundefutter verarbeitet und verkauft.

Zusätzlich zur gezielten Jagd werden laufend Wale als „Beifang“ von Fisch-Trawlern und Kuttern gefangen. Viele ertrinken qualvoll in den Netzen, weil sie nicht mehr zum Atmen auftauchen können. Auch im aktuellen Fall musste der Wal von Netzteilen befreit werden. Weiterhin hat er Taue im Maul.

Eine besonders perfide Praxis, das Whale-Watching, habe ich auf den Azoren erlebt. Motor-Schlauchbote rasen mit zig TouristInnen hinter den Tieren her. Besonders fatal: In Nordnorwegen werden TouristInnen in Neopren-Anzügen möglichst dicht an den Wal herangebracht. Die Leute springen ins Wasser, nähern sich schwimmend, um ihn möglichst zu berühren.

Von all dem – Walfang, Beifang, Whale-Watching - habe ich NICHTS in den Medien gelesen, gehört oder gesehen!

Eine Alternative zum dem Geschilderten habe ich in Dalvik/Island erlebt. Zitat aus meinem Reisetagebuch: „Die Walbeobachtung ist klasse: kleines Schiff, Familienbetrieb, sehr nette Leute (…). Wir fahren in der Bucht auf die andere Seite, der erste (Buckel-) Wal prustet, taucht, kommt ganz dicht ans Boot, fast zum Streicheln, der Skipper lockt ihn, indem er mit der Hand im Wasser planscht. Der Wal fühlt sich offenbar nicht gestört, macht sich aber wieder aus dem Staub.“ (S. miniaturen 30.11.18 „Eine Reise durch Island (5. Tag)“)

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Das Walspektakel in der Wismarer Bucht mobilisierte die Medien und die Öffentlichkeit und eroberte selbst die Titel-Schlagzeilen der Bild-Zeitung. Neugierige reiste von weit her an und musste durch strenge Maßnahmen vom Ort des Geschehens ferngehalten werden: Der Wal sollte nicht unnötig beunruhigt werden. Der Mob erdreistete sich, selbst die Absperrungen zu durchbrechen.

Eine große Zahl von kleinen Booten mit „Rettern“ und Fachleuten umkreiste das Tier – offensichtlich unbekümmert um sein angebliches Ruhebedürfnis. Wer sich um Zurückhaltung und für ein ruhiges Sterben bemühte, wurde als Tierquäler gemobbt bis hin zu tätlichen Angriffen und Hass-Botschaften. Bezeichnend: Unter den Tätern fanden sich Querdenker und sonstige Rechte zusammen.

Besonnene stellten früh eine Parallele zu den Flüchtlingen im Mittelmeer her. Die Menschen auf den seeuntüchtigen Fluchtbooten werden tunlichst vergessen, wenn es darum geht, Sympathie und Hilfsbereitschaft für Opfer zu zeigen und praktisch werden zu lassen.

Ganz übersehen wird bei dem Hype, dass es immer noch zwei Länder gibt, die Wale jagen: Norwegen und Japan, Japan angeblich zu Forschungszwecken. Tatsächlich gilt Walfleisch dort als Delikatesse. Faktisch werden viel mehr Wale gefangen als verzehrt. Die durch die Jagd entstehende Überproduktion lagert massenhaft in Kühlhäusern oder wird zu Hundefutter verarbeitet und verkauft.

Zusätzlich zur gezielten Jagd werden laufend Wale als „Beifang“ von Fisch-Trawlern und Kuttern gefangen. Viele ertrinken qualvoll in den Netzen, weil sie nicht mehr zum Atmen auftauchen können. Auch im aktuellen Fall musste der Wal von Netzteilen befreit werden. Weiterhin hat er Taue im Maul.

Eine besonders perfide Praxis, das Whale-Watching, habe ich auf den Azoren erlebt. Motor-Schlauchbote rasen mit zig TouristInnen hinter den Tieren her. Besonders fatal: In Nordnorwegen werden TouristInnen in Neopren-Anzügen möglichst dicht an den Wal herangebracht. Die Leute springen ins Wasser, nähern sich schwimmend, um ihn möglichst zu berühren.

Von all dem – Walfang, Beifang, Whale-Watching - habe ich NICHTS in den Medien gelesen, gehört oder gesehen!

Eine Alternative zum dem Geschilderten habe ich in Dalvik/Island erlebt. Zitat aus meinem Reisetagebuch: „Die Walbeobachtung ist klasse: kleines Schiff, Familienbetrieb, sehr nette Leute (…). Wir fahren in der Bucht auf die andere Seite, der erste (Buckel-) Wal prustet, taucht, kommt ganz dicht ans Boot, fast zum Streicheln, der Skipper lockt ihn, indem er mit der Hand im Wasser planscht. Der Wal fühlt sich offenbar nicht gestört, macht sich aber wieder aus dem Staub.“ (S. miniaturen 30.11.18 „Eine Reise durch Island (5. Tag)“)

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