Dienstag, 2. Juni 2026
Merz als Lehrmeister
Friedrich Merz – Beruf: Bundeskanzler – macht vor, wie mit den WählerInnen umzugehen ist. Seine MinisterInnen folgen willfährig.

März beschimpfte vor GewerkschafterInnen die deutschen Arbeitnehmer als arbeitsunwillig – Stichwort Work-Life-Balance. Er schrieb seine Kritik am schlechten „Stadtbild“ den MigrantInnen zu.

Jetzt folgt die CSU-Ministerin für Forschung und Wissenschaft, Dorothee Bär ihrem Vorbild. Um die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung des Bafög für StudentInnen zu kippen, schob sie diesen die Verantwortung zu. Das Bafög sei keine „Vollkaskoversicherung“ und ein Nebenjob habe noch niemandem geschadet.

Fakt ist, dass eine „Bude“ schon lange nicht mehr mit den im Bafög vorgesehenen 380 Euro zu finanzieren ist, vor allem nicht in Städten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München, Städten mit mindestens einer Universität und mit zehntausenden von StudentInnen, die alle miteinander auf dem Wohnungs-„Markt“ konkurrieren. Fakt ist, dass schon heute Dreiviertel der Studierenden neben dem Studium jobben.

Die Frau Ministerin scheint in einer anderen Wirklichkeit zu leben, wenn sie diese Fakten ignorieren zu können meint. Sie selbst wuchs in einer etablierten und wohlsituierten Provinz-Umgebung auf. Ihr Studium finanzierte die Hanns-Seidel-Stiftung der CSU und den USA-Aufenthalt der American Field Service. Von Nebenjobs ist bei Wikipedia keine Rede. In ihrer Lage war sie wohl bestens von den Alltagssorgen der meisten StudentInnen isoliert. Und woher hat sie ihre Arroganz?

Merz und die ganze Regierung haben in Umfragen miserable Werte. Sie tun unisono alles, um den bisherigen Trend zu beschleunigen. Soll man sich darüber freuen?

... comment