Freitag, 17. Juli 2026
Steimle: Ein Mann sieht braun
Uwe Steimle ist der Prototyp eines Sachsen. Verliebt in die sächsische Sprache macht er daraus ein Markenzeichen als Schauspieler und Kabarettist. Er prägte – so das Gerücht – den Begriff „Ostalgie“. Er selbst scheint nicht ganz frei davon zu sein.

Steimle war in der DDR bereits Schauspieler und Komödiant. Nach dem Zusammenbruch der DDR – den er allerdings leugnet – fand er schnell den Anschluss an die westliche Kulturszene. Er war Gast im Fernsehen u.a. mehrfach in „Die Anstalt“ (ZDF), in „Kanzleramt Pforte D“ (MDR) und „Mitternachtsspitzen“(WDR). Seine Partner waren die Spitzen des Kabaretts, so Urban Priol, Georg Schramm, Helmut Schleich. Auch mit Soloprogrammen tingelte er. In 31 Folgen von 1993 bis 2009 spielte er in der TV-Krimiserie „Polizeiruf 110“ den Kommissar. Er wurde mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Er spielte Hauptrollen in div. Spielfilmen u.a. mit Edgar Reitz. Man kann also sagen: Steimle war gut im Geschäft, sicher auch finanziell. Sein Markenzeichen war außer Sächsisch sein Hang zu Provokationen.

Er teilte gerne aus, war aber selber dünnhäutig. Als er nach 2009 nicht mehr besetzt wurde, schrie er Zeter und Mordio, beschwerte sich über „Dolchstoß“ und „Berufsverbot“. Er sei aus „politischen Gründen“ nicht wieder besetzt worden und verglich die ARD mit der DDR. Er missinterpretierte seine Situation und forderte seine Teilnahme in der Talkshow „Anne Will“. Da muss er wohl Maß und Ziel verloren haben.

Man könnte es als Rache verstehen, dass er sich zunächst ganz offen für Pegida engagierte und die Nähe zu prominenten Vertretern der Rechten suchte. Der vorläufige Höhepunkt war sein Auftritt auf einer AfD-Wahlkampfveranstaltung. Hier erreichte er die Sphäre des Kriminellen: Verklausuliert forderte er ein Attentat auf den Bundeskanzler, Gefängnis und Todesstrafe (durch Erhängen und Erschießen) für die Ex-Kanzlerin Merkel, zum offensichtlichen Vergnügen der Zuhörer. Dass er das Publikum animierte, die DDR-Hymne und das Deutschlandlied - in dieser Reihenfolge - zu singen, klingt dagegen eher nach Petitesse.

Inzwischen wurde Anklage gegen ihn erhoben!

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Rechtsbruch als Wettbewerb
Unter der CDU/CSU-Ministern scheint eine Art Wettbewerb um die Möglichkeiten der Illegalität zu herrschen. Vorbild ist wohl Franz-Josef-Strauss, der von den 50er bis in die 70er immer wieder gegen geltendes Recht verstieß. Nicht zu vergessen der korrupte Ex-Postminister Schwarz-Schilling, der gegen Vernunft und Legalität das Kupferkabel gegen das Glasfaserkabel durchsezte. (S. miniaturen 08.04.26, "Tod eines Postministers")

Bei der gegenwärtigen Ministerriege machte Jens Spahn den Anfang – mit der Maskenaffäre. Ihm eiferten diverse CDU/CSU-Politiker nach, die sich ebenfalls eine goldene Nase mit FFP2-Masken verdienten. (S. miniaturen 10.06.25 „Dumm gelaufen: Jens Spahn“)

Alexander Dobrindt ist der hartnäckigste Rechtsbrecher. Gegen deutsches und europäisches Recht und rechtskräftige Urteile lässt er weiterhin die deutschen Grenzen sperren und exmittiert Asylbewerber zurück in ihr Elend. (S. miniaturen 09.06.26 „Bundesminister gegen Recht und Gesetz“)

Das kann Spahn wohl nicht hinnehmen. Er hat jetzt erneut gegen das Strafbesetzbuch verstoßen. Der Fall ist nicht nur hanebüchen, sondern geradezu absurd: Spahn ist dank einer US-Leihmutter zusammen mit seinem Mann Vater geworden. Das ist in Deutschland nicht nur verboten und strafbewehrt, es verstößt auch gegen eindeutige Beschlüsse von CDU-Instanzen. Er selbst hat sich öffentlich gegen Leihmutterschaft erklärt.

Die allgemeine Empörung konterte er, indem er erklärte, sein Privatleben unterliege anderen Normen als sein Politikerleben. Die medizinische Diagnose dafür lautet: Schizophrenie. Ob eine derart gestörte Persönlichkeit den Ansprüchen an einen Spitzenpolitiker genügt, wäre zu prüfen. Jedenfalls ist eine Anklage – öffentlich oder zivil – dringend geboten.

Es steht zu befürchten, dass er sich aus der Affäre ebenso herauswindet wie aus dem Masken-Skandal. Demnächst könnten einfache Angeklagte sich vor Gericht rechtfertigen, sie hätten sich an den Normen von Spahn und anderen Politikern orientiert.

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