Sonntag, 12. Juli 2026
Ideologische Scheuklappen
Sepp Müller, MdB/CDU aus Sachsen-Anhalt, durfte sich in der Tagesschau zum Thema Heizungsgesetz äußern. Wer etwas Grundsätzliches, gar Tiefschürfendes erwartet hatte, wurde enttäuscht. Kurz, ja verkürzenden meint Herr Müller, man müsse das Gesetz „ohne ideologische Scheuklappen“ ansehen. Technologieoffenheit sei geboten.

Na klar, wir können wie früher auf dem Kohleherd kochen, die Stube mit dem Kanonenofen heizen und zu Fuß zur Arbeit gehen. Die Technologieoffenheit lässt alle, auch die hoffnungslos veralteten Methoden zu. Die fossilen Energieträger – Gas, Öl, Kohle, gehören dazu.

Die ideologischen Scheuklappen haben diejenigen auf, die stur die fossilen Energieträger im Blick haben, rechts und links aber die laufenden Klimakatastrophen ignorieren: Hitzewellen, Orkane, Hochwasser, Flutwellen, Artensterben, Dürren, Klimaflüchtlinge und Klimatote.

Diese ideologischen Scheuklappen bestehen aus dem Material Wirtschaftsliberalismus. Gemacht wird, was geht, nicht was nachhaltig sinnvoll ist. Seit fünfzig Jahren predigt die CDU/CSU die Litanei des „Marktes“. Nur wer diese Scheuklappen trägt, kann die drohende große Katastrophe übersehen, die sich in vielen minder großen Katastrophen nähert.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Ideologische Scheuklappen
Sepp Müller, MdB/CDU aus Sachsen-Anhalt, durfte sich in der Tagesschau zum Thema Heizungsgesetz äußern. Wer etwas Grundsätzliches, gar Tiefschürfendes erwartet hatte, wurde enttäuscht. Kurz, ja verkürzenden meint Herr Müller, man müsse das Gesetz „ohne ideologische Scheuklappen“ ansehen. Technologieoffenheit sei geboten.

Na klar, wir können wie früher auf dem Kohleherd kochen, die Stube mit dem Kanonenofen heizen und zu Fuß zur Arbeit gehen. Die Technologieoffenheit lässt alle, auch die hoffnungslos veralteten Methoden zu. Die fossilen Energieträger – Gas, Öl, Kohle, gehören dazu.

Die ideologischen Scheuklappen haben diejenigen auf, die stur die fossilen Energieträger im Blick haben, rechts und links aber die laufenden Klimakatastrophen ignorieren: Hitzewellen, Orkane, Hochwasser, Flutwellen, Artensterben, Dürren, Klimaflüchtlinge und Klimatote.

Diese ideologischen Scheuklappen bestehen aus dem Material Wirtschaftsliberalismus. Gemacht wird, was geht, nicht was nachhaltig sinnvoll ist. Seit fünfzig Jahren predigt die CDU/CSU die Litanei des „Marktes“. Nur wer diese Scheuklappen trägt, kann die drohende große Katastrophe übersehen, die sich in vielen minder großen Katastrophen nähert.

... link (0 Kommentare)   ... comment


"Kommunikative Fehler"
"Beruf: Schönfärber" (miniaturen 26.11.22) scheint eine Berufsbezeichnung für Politiker zu sein. Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, bietet dafür ein aktuelles Beispiel.
Zum Hintergrund: Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang des Jahre wurde Wegner Untätigkeit vorgeworfen (miniaturen 25.3.27 "Brandanschlag trifft die Mehrheit"). Dieser redete sich heraus, er habe den ganzen Tag telefoniert. Lüge. Es wurde nachgewiesen, dass er Tennis spielte, statt sich zu kümmern. Er legte nach: Ja, er habe eine Stunde Tennis gespielt, um den Kopf frei zu bekommen. Dann habe er wieder telefoniert. Jetzt wurde nachgewiesen, dass er weder privat noch dienstlich telefoniert hat. Jetzt platzten selbst den CDU-Kreisverbänden die Hutschnüre. Wegner war als Kandidat für die Wahl im Herbst eine Gefahr, zumal die Umfragen die CDU auf Platz vier sehen.
Also trat nicht der Regierende Bürgermeister zurück -hätte ja nahegelegen -, sondern Wegner als Spitzenkandidat.

In der Verkündung bei der anschließenden Pressekonferenz, erklärte er, er habe "kommunikative Fehler" gemacht. Nein, hat er nicht! Er hat schlicht GELOGEN, und zwar am laufenden Band.

Das nenne ich einen Euphemismus: Lügen als kommunikative Fehler.

... link (0 Kommentare)   ... comment


"Kommunikative Fehler"
"Beruf: Schönfärber" (miniaturen 26.11.22) scheint eine Berufsbezeichnung für Politiker zu sein. Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, bietet dafür ein aktuelles Beispiel.
Zum Hintergrund: Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang des Jahre wurde Wegner Untätigkeit vorgeworfen (miniaturen 25.3.27 "Brandanschlag trifft die Mehrheit"). Dieser redete sich heraus, er habe den ganzen Tag telefoniert. Lüge. Es wurde nachgewiesen, dass er Tennis spielte, statt sich zu kümmern. Er legte nach: Ja, er habe eine Stunde Tennis gespielt, um den Kopf frei zu bekommen. Dann habe er wieder telefoniert. Jetzt wurde nachgewiesen, dass er weder privat noch dienstlich telefoniert hat. Jetzt platzten selbst den CDU-Kreisverbänden die Hutschnüre. Wegner war als Kandidat für die Wahl im Herbst eine Gefahr, zumal die Umfragen die CDU auf Platz vier sehen.
Also trat nicht der Regierende Bürgermeister zurück -hätte ja nahegelegen -, sondern Wegner als Spitzenkandidat.

In der Verkündung bei der anschließenden Pressekonferenz, erklärte er, er habe "kommunikative Fehler" gemacht. Nein, hat er nicht! Er hat schlicht GELOGEN, und zwar am laufenden Band.

Das nenne ich einen Euphemismus: Lügen als kommunikative Fehler.

... link (0 Kommentare)   ... comment