Samstag, 14. November 2020
Pornografie im Vorabendprogramm
Eigentlich dürfen pornografische Filme im Fernsehen erst nach 23 Uhr gesendet werden. Die öffentlich-rechtlichen Sender übertreten dieses Verbot regelmäßig im Vorabendprogramm. Nur handelt es sich nicht um „erotische“, sondern um kulinarische Pornografie.

In stundenlangen Kochshows werden uns kulinarische Leckerbissen und ihre Herstellung sowie ihre Hersteller vorgeführt. Otto Normalverbraucher kann lediglich visuell daran teilnehmen, haptischer, gar oraler oder Geruchs-Genuss bleibt uns vorenthalten. Die Vorfreunde läuft uns am Kinn runter, aber wir sind faktisch ausgeschlossen.

Was, wenn nicht das, ist Pornografie?

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Gemeinsamkeiten 1962 und 2020
Was haben die Jahre 1962 und 2020 gemeinsam?
1962, am 16. Februar und den Folgetagen bestand die Bundesehr ihre „erste Bewährungsprobe“. Eine Sturmflut bedrohte die Nordseedeiche, die überwiegend, auch Dank tausender Freiwilliger neben Bundesehrsoldaten, hielten. Nur in Hamburg wurde unvorhergesehen und unvorhersehbar der Stadtteil Wilhelmsburg überflutete, über 260 Menschen starben. Helfer, u.a. die Bundesehr mit Hubschraubern und anderem schwerem Gerät, retteten Menschen von ihren Hausdächern und aus anderen gefährlichen Lagen.

Den – illegalen - Einsatz von Soldaten „im Innern“ löste der Hamburger Innensenator, spätere Verteidigungsminister und Bundeskanzler Helmut Schmidt, aus. Die beteiligten Soldaten bekamen einen Orden, den sie stolz als Bändchen an der Uniform tragen durften, auch wenn sie nur einen LKW gefahren hatten. Warum musste die Bundeswehr eingesetzt werden? Ganz einfach: Weil die zivilen Hilfsorganisationen THW, Rotes Kreuz, Zivilschutz etc. weder über ausreichend Personal noch geeignetes Material verfügten. Hätte man diese Kräfte ausreichend gerüstet, wären die Soldaten überflüssig gewesen und hätten in ihren Kasernen blieben können.

2020, am 12. November feierte die Bundeswehr ihr 65. Jubiläum. In den Festreden wird der Einsatz von 6.000 Soldaten der Bundeswehr im Kampf gegen Corona hervorgehoben. Schon 2015 half die Bundeswehr dabei, hunderttausende Flüchtlinge zu versorgen. Und warum musste die Bundeswehr auch hier aushelfen? Die Antwort ergibt sich quasi von selbst: Weil im Gesundheitssystem und bei zivilen Hilfsorganisationen Personal und materielle Kapazitäten dramatisch fehlen. Und wieder geht es um Menschenleben.

Wie wäre es, wenn die Verteidigungsausgaben zugunsten der „Aufrüstung“ im Gesundheitssystem und bei den Hilfsorganisationen eingesetzt würden? Eigentlich ein nahe liegender Gedanke? Oder?

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