Dienstag, 10. November 2020
Ludendorff, der verhinderte Henker
schrieb in einem Brief an seine Frau Mathilde: „Die größte Dummheit der Revolutionäre war es, daß sie uns alle am Leben ließen. Komme ich mal wieder zur Macht, dann gibt es kein Pardon. Mit ruhigem Gewissen würde ich Ebert, Scheidemann und Genossen aufknüpfen!"
General Erich von Ludendorff
Das musste er dann zu seinem Bedauern seinem Kampfgefährten Hitler und dessen Nazis überlassen.

Siehe auch Eintrag vom 15.04.2019

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Corona-Tagebuch 75.: Bill Gates, der Alu-Hut und „die da oben“
chaira, cheure, cheire nipton
Der Corona-Protest am Wochenende wirft viele Fragen auf. Eine davon lautet: Was sind das für Menschen, die da teils gewalttätig demonstrierten, ohne Maske und Abstand, auch ohne sozialen Anstand? Politisch scheint das Spektrum von rechtsextrem und –terroristisch bis bürgerlich-liberal zu reichen.

Soziologisch liegt die Vermutung nahe, dass es Marginalisierte bzw. von Marginalisierung Bedrohte sind. Wieso? Weil diese Menschengruppe gerne dazu neigt, ihre wirtschaftliche und soziale Lage irrationalen Mächten zuzuschreiben. Denn irgendeiner oder irgendetwas muss ja schuld sein. Heute sind das „die Politiker“, „die Mainstream-Presse“, Bill Gates, gelegentlich auch „die Juden“, „die Außerirdischen“ oder gar „unsichtbare Strahlen“, gegen die man sich mit Alu-Hut schützen muss.
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Individualpsychologisch ist das verständlich: Das eigene seelische Chaos, in das die soziale und wirtschaftliche Unsicherheit ihre Opfer treibt, lässt sich besser aushalten oder vielleicht sogar überwinden, wenn man in etwas Irrationalem, einem Aberglauben, vielleicht auch einer Religion einen vermeintlichen Halt sucht. In Zeiten von Corona wird das zusätzlich virulent. Tatsächlich trifft der zweite wie der erste Lock-Down sozial schwache und prekär Bedrohte heftiger als die mit gutem und festem Einkommen. Und so suchen die Marginalisierten ihre Zuflucht zu Mythen und radikalem Gedankengut, das sich jetzt sogar explosiv in Gewalttaten ein Ventil sucht. Und endlich ist auch wieder mal 'was los!

Da drängt sich der Vergleich mit 1933 auf. Auch damals bildeten die weniger Begüterten, Marginalisierten die Massenbasis für die Nazis. Und die Schuldigen waren damals „die Juden“. Und die neuen Nazis mischen heute wieder kräftig mit.

Bleibt aufrecht und gesund!

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Trumps fünfte Kolonne
Trump kann hoffen, seine Wahlniederlage doch noch zu verhindern. Der Rechtsweg, den seine Anwälte abklappern, scheint wenig erfolgreich zu sein. Aber da ist ja noch die AfD in Deutschland, im Deutschen Bundestag. Deren Abgeordnete versprechen propagandistische Schützenhilfe. Zwar hat der Parteivorstand dem Wahlsieger Biden gratuliert, aber aus der Fraktion tönt es anders. Eine Auswahl von Stellungnahmen:

Markus Frohnmaier (MdB) aus Baden-Württemberg verwahrt sich gegen den Vorstoß der Partei-Oberen: „Keine Glückwünsche für den globalistischen Wahlbetrüger Joe Biden.“

Auch seine Kollegin Beatrix von Storch, ebenfalls MdB aus Baden-Württemberg, vermutet „massive Hinweise auf Wahlfälschung“. Fragt der kritische Zeitgenosse: Welche Hinweise, bitte schön? Die Dame ist nicht irgendeine Hinterbänklerin, sondern stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Da kann der bayerischer MdB Stephan Protschka nicht zurückstehen, sondern twittert: „Solange es kein endgültiges Ergebnis der election gibt, ist für mich Trump Präsident der USA.“ Und: „Glaubt keiner Mainsteam-Presse.“

Schließlich vermutet Martin Renne, AfD-MdB aus NRW: „Wer grundlos bereits jetzt Glückwünsche an den noch nicht bestätigten #Biden sendet, hat entweder keinen blassen Schimmer von der Dimension der aktuellen politischen Situation oder will sich seine prallgefüllten Schüsselchen rechtzeitig sichern.“ Auch hier sei eine Frage erlaubt: Aus welchen Schüsselchen naschen AdB-Politiker?

Bei so viel intelligenter Unterstützung braucht Tolle Trump sich keine Sorgen um sein Amt zu machen.

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