Mittwoch, 10. Juni 2026
Lug und Trug mit der Kriminalstatistik
Dobrindt, seines Zeichens Bundesinnenmister, präsentierte die Tage die Zahlen zu politischer Kriminalität. Er hielt eine große Tafel vor die Kameras, auf der zwei Grafiken zu sehen sind: Die obere Grafik, zeigt die Linie der Straftaten von rechts. Sie weist 1.598 rechtsextreme Taten aus. Die untere zeigt 1.087 linksextreme Taten, also etwa 25% weniger.

Für den Minister gab das Anlass, besonders eindringlich und wortreich vor der „linken Gefahr“ zu warnen Anschließend kleckerte er lapidar nach, die rechten Taten seien größer. Kein Kommentar. Jedenfalls, so Dobrindt, sei die politische Kriminalität deutlich gewachsen.

Auffällig war, dass die Qualität der Straftaten nicht weiter erklärt wurde. Handelte es sich um Propaganda-Delikte, oder Gewalttaten oder Körperverletzung, Tötungsdelikte oder Sachbeschädigung (Graffiti)? Gegen wen richteten die Taten sich? Waren das Taten, die den Behörden angezeigt oder die rechtskräftig bestraft wurden? Da gibt es nämlich einen gravierenden Unterschied. Längst nicht alle angezeigten Taten werden anschließen bestraft.

Und ein Zweites fiel auf: Der Minister hielt sich – abgesehen von der unterschiedlichen Gewichtung – diesmal an die Wahrheit. Das war nicht immer so. Im Vorjahr präsentierte er eine Tafel, auf der die linken Zahlen höher zu sein schienen als die rechten. Wie das? Ganz einfach: Beide Kurven waren in unterschiedlichen Maßstäben gezeichnet, so dass die linke Kurve höher erschien als die rechte. Er handelt also nicht nur illegal (siehe u.a. Migration), sondern lügt auch, und zwar so dreist, dass es unmittelbar auffällt.

Merke: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.

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