Mittwoch, 26. Oktober 2022
Minister, die sich was gönnen
Bundesfinanzminister Lindner hat sich was gegönnt: Für 1,65 Millionen Euro hat er - laut "Spiegel" - im Berliner Villen-Vorort Nicolassee ein Zweipersonenhaus gekauft. Kurz darauf leistete er sich noch einen Nachschlag von 700.000 Euro und dann noch mal 450.000 Euro, wofür auch immer. Das zusätzliche Geld kann nicht durch Sanierungsausgaben gerechtfertigt sein. Das wäre fast ein kompletter Neubau.

: Zupackend

Im Darknet der Skandalblätter wird gemunkelt, Lindner habe das Geld von "seiner" Bank und dabei besonders günstige Konditionen bekommen. Ob das ein Skandal ist, muss sich erst noch herausstellen. Garantiert skandalös ist, dass er das Geld auf Pump genommen hat. Lindner, der nicht müde wird, gebetsmühlenhaft die Schuldenbremse zu beschwören, nimmt einen Kredit in Millionenhöhe auf! Wie glaubwürdig ist der Mann noch als Finanzminister?

Nebenbei kommt heraus, dass Ex-Gesundheitsminister Spahn im benachbarten Nobel-Vorort Dahlem für 4 Millionen Euro eine Villa gekauft hat. Das Geld hat er bei der Sparkasse Westmünsterland gepumpt, die Bank, bei der er früher im Verwaltungsrat saß. Das riecht quasi nach Begünstigung, aber: Honi soit qui mal y pense. Ein Schalk, wer Böses dabei denkt.

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Neue Hoffnung nach den Katastrophen
Als die britischen Besatzer 1945 in das völlig zerstörte Hamburg einmarschierten, setzten sie als erstes eine Brauerei in Betrieb, sorgten dafür, dass die Straßenbahnen wieder fuhren und zwar mit neuen Fensterscheiben. Das Signal dieser zunächst verblüffenden Aktivitäten hieß: Es geht wieder aufwärts. Die Straßenbahnen fuhren in alle Stadtteile und trugen die frohe Botschaft überall hin. Und Bier gab's wieder und hob die Stimmung.

Als Hans Koschnik, Ex-Bürgermeister in Bremen, nach dem Balkan-Krieg EU-Administrator in Mostar für Bosnien-Herzegowina war, war er verantwortlich für den Wideraufbau. Koschnik hatte am Ende des Kriegs in Hamburg gelebt, und erinnerte sich an die verglasten Straßenbahnen. Nun gibt es in Mostar keine Straßenbahn, aber eine im Krieg zerstörte Brücke über den Fluss Neretva, das Wahrzeichen der Stadt. Die Brücke verbindet den bosnischen mit dem herzegowinischen Stadtteil. Koschnik sorgte als erstes dafür, dass dieses Wahrzeichen rekonstruiert wurde, als Symbol für den Wiederaufbau und die Verbindung der beiden Volksteile. Übrigens Mostar heißt Brücke.
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Ähnliche Überlegungen werden jetzt für die Ukraine angestellt. Bereits jetzt während der russischen Bombardements auf die ukrainische Infrastruktur, sollen möglichst viele zerstörte Straßen, Brücken, Kraft- und Wasserwerke, Bahnhöfe und Gleisanlagen funktionsfähig gemacht werden. Das hat praktischen Nutzen, aber auch einen symbolischen: Die terrorisierten UkrainerInnen können so wieder Hoffnung schöpfen. Wie damals in Hamburg und Mostar.

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