Montag, 16. November 2020
Zukunft gleich Vergangenheit?
„Sichere dir bald die Technologie der Zukunft: swb-Glasfaser. Lichtschnell durchs Netz.“ So wirbt SWB im Internet.

Lichtschnell im Netz surfen, ein langgehegter Traum, also seit etwa 1982. Ein über 35 Jahre langer Traum, der gelegentlich zum Albtraum wurde, wenn die Tagesthemen ruckelnd auf der Mattscheibe zuckte.

Die Zukunft hätte schon 1982 beginnen können. Die flächendeckende Versorgung mit Glasfaser-Kabeln, wenn sie denn jetzt endlich kommt, ist auf dem Stand der 80er Jahres des vergangenen Jahrhunderts.

1982 wurde Chr. Schwartz-Schilling (CDU) im Kabinett Kohl Bundesminister für Post und Telekommunikation. Als solcher setzte er Verkabelung für Telefonie und Fernsehen durch, aber statt der damals modernen Glasfaser setze er auf Kupfer.

Die Glasfasertechnik war bereits damals die Technik der Zukunft. Schwartz-Schillings Entscheidung für Kupferkabel stieß bei Medienleuten im In- und Ausland auf heftige Kritik und Unverständnis.

Warum er das tat? Ganz einfach. Die Fa. „Sonnenschein“ seiner Frau, in der er vorher jahrelang Geschäftsführer war und an der er bis kurz vor seiner Ernennung zum Minister beteiligt war, stellte die notwendigen Kupferkabel her. Auch danach nahm die Fa. mehrmals Einfluss auf die Politik und löste politische Skandale aus.


Jetzt, nach 35 Jahren, muss der Dornröschenschlaf der Digitalisierung beendet werden. Die technische Entwicklung – so lange und bisher verpennt – muss nachgeholt werden. Viele Milliarden müssen investiert werden, um die korrupte CDU-Politik der 80er Jahre zu korrigieren.

Das ist Fortschritt à la CDU.

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