Sonntag, 12. Juli 2026
"Kommunikative Fehler"
"Beruf: Schönfärber" (miniaturen 26.11.22) scheint eine Berufsbezeichnung für Politiker zu sein. Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, bietet dafür ein aktuelles Beispiel.
Zum Hintergrund: Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang des Jahre wurde Wegner Untätigkeit vorgeworfen (miniaturen 25.3.27 "Brandanschlag trifft die Mehrheit"). Dieser redete sich heraus, er habe den ganzen Tag telefoniert. Lüge. Es wurde nachgewiesen, dass er Tennis spielte, statt sich zu kümmern. Er legte nach: Ja, er habe eine Stunde Tennis gespielt, um den Kopf frei zu bekommen. Dann habe er wieder telefoniert. Jetzt wurde nachgewiesen, dass er weder privat noch dienstlich telefoniert hat. Jetzt platzten selbst den CDU-Kreisverbänden die Hutschnüre. Wegner war als Kandidat für die Wahl im Herbst eine Gefahr, zumal die Umfragen die CDU auf Platz vier sehen.
Also trat nicht der Regierende Bürgermeister zurück -hätte ja nahegelegen -, sondern Wegner als Spitzenkandidat.

In der Verkündung bei der anschließenden Pressekonferenz, erklärte er, er habe "kommunikative Fehler" gemacht. Nein, hat er nicht! Er hat schlicht GELOGEN, und zwar am laufenden Band.

Das nenne ich einen Euphemismus: Lügen als kommunikative Fehler.

... comment