Freitag, 10. Juli 2026
Klimakatastrophe – 5 nach 12
Das Robert-Koch-Institut meldet 5.120 Hitzetote in Deutschland während der Hitzewelle im Juni. Allein in einer Woche starben 4.310 Menschen. Die Ursachen: die Klimakatastrophe und unzureichende Vorbereitungen – u.a. fehlende Klimageräte in Altenheimen und Krankenhäusern.

Höher war die Mortalität (Sterblichkeit) nur Ende 2021 als Folge der Corona-Epidemie. Schon damals verdienten einzelne CDU-Politiker sich mit Masken-Geschäften eine goldene Nase, und der damalige Gesundheitsminister Spahn verpulverte Millionen für Maskenkäufe, die sich als überflüssig erwiesen. Auch Spahn und eine Firma in seinem Wahlkreis profitierten davon.

Im gleichen Jahr verwüstete eine gewaltige, zehn Meter hohe Flurwelle das Ahrtal und tötete 135 Menschen. Ihrer wird aktuell offiziell gedacht. Die Ursachen sind in der Klimakatastrophe und verfehlter Baupolitik zu suchen.

Die Hitzewelle in diesem Jahr ist eins der heftigsten Ergebnisse der Klimakatastrophe. Es ist davon auszugehen, dass weitere folgen werden, genau wie die übrigen Wetterextreme Unwetter, Orkane, Dürren. Allein in den Jahren 1991 – 2020 stieg die durchschnittliche Temperatur in Deutschland um 3 Grad. Doch bereits vorher gab es ähnliche Steigerungen. Ältere Generationen erinnern sich, dass es früher sommerliche Höchsttemperatur nur unter 30 Grad gab.

Die notwendigen politischen Konsequenzen werden von der Bundesregierung verweigert oder sogar konterkariert. Das gerade verabschiedete Heizungsgesetz tut alles, um das Klima weiter aufzuheizen. Besonders die fossilen Kraftwerke (Gas, Oel) werden favorisiert. Wirtschaftsministerin Reiche bedient offensichtlich die Interessen der fossilen Industrie. Weitere Gaskraftwerke werden deutschlandweit gebaut und gefördert. Verbrennerautos dürfen auch nach 2035 verkauft werden. Ein Tempolimit auf Autobahnen wird weiter abgelehnt.

Umgekehrt wird den alternativen Kraftwerken – Wind und Sonne – die Förderung verweigert, und zwar abrupt. PV-Anlagen, die gestern noch gefördert wurden, gehen morgen leer aus. Die Versprechungen von gestern haben heute keine Gültigkeit. Verlässlichkeit ist keine politische Münze mehr.

Dass hunderttausende Arbeitsplätze an der erneuerbaren Energie hängen, spielt keine Rolle. Wenn VW - der Konzern hat den Anschluss an die E-Mobilität schon vor Jahren verpasst - Massenentlassungen ankündigt, geht einigen Politikern die Muffe und sie protestieren lauthals. Dem Bundeskanzler geht das am Hintern vorbei. Sein sinkender Beliebtheitsgrad ist ihm offensichtlich egal.

Die Klimakatastrophe droht nicht, sie ist längst da. Und sie wird sich vorhersehbar verschärfen. Die 5.000 Toten vom Juni sind nur der Anfang. Was soll aus unseren Kindern werden, wenn nicht sofort energisch gegengesteuert wird, um alles zu tun, das Schlimmste zu verhüten?

Ganz nebenbei: Deutschland liegt nicht im Nirgendwo. In Südeuropa (Spanien, Frankreich, Griechenland) zeigen sich die Probleme noch schärfer. Und Afrika? Dort verdorren immer größere Landstriche, entstehen Wassermangel und Hungersnöte. Die Menschen werden das vermehrt tun, was heute schon passiert. Sie werden nach Norden in gemäßigtere Gegenden wandern. Das kann nur Europa sein. Es kann der Zeitpunkt kommen, zu dem keine Grenzwälle mehr nützen. Wenn nicht der Klimakatastrophe Grenzen gesetzt werden, in Deutschland, Europa und der Welt.

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