Donnerstag, 5. März 2020
Erdogan stellt eine Falle, Griechenland verstößt gegen europäisches Recht
Die Türkei verlegt 1.000 schwer bewaffnete Polizei-Einsatztruppen an die türkische Grenze, um Flüchtlinge davon abzuhalten, in die Türkei zurückzukehren. Vorausgegangen waren Meldungen in den Medien, die Grenze sei offen, um Flüchtlinge zu motivieren, dorthin zu gehen in der Hoffnung, nach Griechenland und damit in die EU einzureisen. Die griechische Regierung riegelt die Grenze jedoch ab mit Nato-Draht, Tränengas und Schüssen.

Die Zahlen, wie viele Flüchtlinge bereits an der Grenze angekommen sind bzw. wie viele auf dem Weg dorthin sind, sind äußerst ungenau: Sie schwanken von Zehntausenden bis Millionen. Erdogan und seine Regierung heizen die Fluchtbewegung durch ständig neue Meldungen an. Viele brechen auf, weil sie Angst haben, zu spät zu kommen. Sie laufen dadurch in eine Falle, aus der es – zumindest einstweilen – kein Entkommen gibt.

Und jetzt lässt Erdogan die Fallen zuschnappen. Seine Einsatztruppen haben den strikten Befehl, niemanden – Männer Frauen und Kinder, Alte wie Junge – nicht mehr zurück zu lassen. Die Geflüchteten sind seine Geiseln, um Europa weich zu kochen. Griechenland nimmt alle fast, die es dorthin schaffen, mit Billigung der europäischen Autoritäten bis rauf zur Kommissionspräsidentin*. Sie werden eingesperrt und sollen später abgeschoben werden, ohne Asyl zu beantragen. Ein klarer Verstoß gegen europäisches Recht!

Die Parallele drängt sich auf: Nach dem Attentat eines Juden auf den deutschen Gesandtschaftsrat Rath 1938 in Paris, deportierte das Deutsche Reich 17.000 polnische Juden und schaffte sie ins Niemandsland an der deutsch-polnischen Grenze. Die Polen ließen sie nicht herein und die Deutschen nicht zurück, ganz so wie jetzt an der türkisch-griechischen Grenze.

Hitler und Erdogan haben nicht nur den Schnurrbart gemeinsam.

*U.v.d. Leyen (Kommissionpräsidentin), Ch. Michel (Ratspräsident) und D. Sassoli (Parlamentspräsident) begrüßten an der Grenze K. Mitsotakis (Griechischer Ministerpräsident) strahlend mit Küsschen links, Küsschen rechts. So lustig kann internationale Politik sein.

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Eine Reise durch das Land der Gegensätze: Marocco 2012 (13)
Frühstück in der „eigenen“ Küche, klönen, lesen, schreiben. Mittags gehen Gerhild und Gregor Baden, ich komme mit und halte die Handtücher. Es bläst ein derber Sturm. Nur wenige Leute am Strand. Die Kameltreiber, die auf Touristen warten, mopsen sich. Sand treibt über den Strand. Ein paar Profi-Surfer nutzen ihre Chance mit kleinen Segeln und Drachen. Der Weg zurück gegen den Wind ist mühsam: Sand, Baustaub treiben durch die Straßen, man kann kaum die Augen offen halten. Ich würde gerne noch etwas unternehmen, geht aus Luftmangel nicht. Wieder lesen und ausruhen. Später kommen alle Wemkens mit Fatim Sarah, der Schwester von Youness, nach oben, spielen Boule auf der Terrasse und klönen. Dann gemeinsames Reste-Abendbrot. Gerhild und ich gehen früh ins Bett. Ich habe mit Alice verabredet, morgen zur Apotheke zu gehen.

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