Montag, 2. März 2020
Westsahara
Fährt man südlich einer Linie Agadir – Ourzazate, so trifft man häufig auf Kontrollstellen der Polizei. Daran merkt der Reisende, dass die Grenze zur Westsahara näher kommt.

Das Gebiet der Westsahara hat heute ca. 373.000 Einwohner, von denen nur ca. 50.000 Sahauris sind. 2.000 Menschen leben als Nomaden. Dieses Gebiet gehörte nicht immer zu Marokko, das 1956 seine Unabhängigkeit von der französischen Kolonialmacht erlangte. Mehrere Enklaven – Melilla, Ceuta, Tanger und Ifni sowie die Westsahara, Spanisch Marokko genannt, ungefähr südlich des 28. nördlichen Breitengrads, blieben von der früheren Kolonialmacht Spanien besetzt.

Bereits in den 1960er Jahren bemühte sich die UNO, den Kolonialstatus zu beenden, bis heute allerdings vergeblich. Seit den 1970er Jahren entwickelte sich Widerstand der einheimischen Bevölkerung gegen Spanien, der von der bewaffneten „Polisario“ angeführt wurde.

Marocco erhob seit Beginn der Unabhängigkeit Anspruch auf das Gebiet. 1975 organisierte König Hassan II. den sog. Grünen Marsch, bei dem 350.000 Marokkaner in die Westsahara eindrangen. Der König erklärte die Westsahara als zum Staatsgebiet gehörig. Das spanische Parlament willigte ein. Zehntausende Sahauris flüchteten nach Algerien. Dort leben noch heute ca. 150.000 in Lagern. Das Gebiet ist u.a. wegen seiner reichen Phosphat-Vorkommen höchst begehrt.

Die teils bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Marokko und der Polisario zogen sich über Jahrzehnte hin. Ebenso die Pläne, einen Volksentscheid herbeizuführen. Es gab immer wieder Initiativen seitens der UNO sowie Waffenstillstandabkommen und Friedensverhandlungen, ohne dass bisher eine für alle befriedigende Lösung gefunden wurde.
Die marokkanische Polizei hat daher „gute Gründe“, wachsam zu sein.

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Eine Reise durch das Land der Gegensätze: Marocco 2012 (10)
Wir kommen pünktlich um 9 Uhr los. An der großen Straßenkreuzung zwei uniformierte Wichtigtuer. Es ist eine Stopp-Straße, ich halte an der Sichtlinie, da kommt der Hüter der Unordnung und belehrt mich, da sei ein Stopp-Schild. Ich: „Ich stehe doch schon.“ Ich scheine für ihn undurchschaubar, weil nicht unterwürfig zu sein, gnädig winkt er mich durch. Welch ein Job!

Unterwegs hinter Agadir begegnet uns an einer Straßensperre mit Igelkette ein nicht uniformierter Wichtigtuer. Was er da zu suchen hat und welches seine Legitimation ist, bleibt unklar. Mit blasierter Mine wedelt er mich durch. Was für ein Armleuchter, wofür verdienen die ihr Geld?!



Die Strecke von Agadir nach Essaouira verläuft teilweise am Wasser mit schönen Sandstränden, großen Dünen, streckenweise sehr kurvenreich und bergig durch’s Landesinnere. Nach 4 Stunden 20 Minuten sind wir da. Eine Stunde brauchen wir, um Alice zu kontaktieren, uns durchzufragen, ein Taxi zu finden, das uns lotst. Schnell das Gepäck ausgeladen und gleich zurück zum Flugplatz. Auto abgeben ohne Probleme. Nur die Taxifrage gestaltet sich schwierig.
Zurück in Essaouira große Begrüßung, duschen, klönen bis abends. Bernd kocht. Die gemeinsame Mahlzeit ruft Erinnerungen hervor: die „ganze Familie“ traut vereint. Stefan – Gregors Freund – ist unauffällig integriert.
Ich schlafe fest und bis ½ 9 Uhr fast ununterbrochen. Jetzt kommt wohl die Reaktion auf die Anstrengungen der letzten Tage.

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Slowakischer Präsident lehnt Solidarität in der EU ab!
Die Parlamentswahl in der Slowakei hat einen konservativen Politiker, Igor Matovic, als Präsidenten hervorgebracht. Dieser hatte damit geworben, die Korruption zu bekämpfen, und das verspricht er jetzt auch zu tun. Das dürfte eigentliche eine Selbstverständlichkeit sein, die nicht eigens betont werden muss.

Eine andere Selbstverständlichkeit hat er aber entschieden abgelehnt: Er will auf keinen Fall den Forderungen der EU nachgeben, Flüchtlinge aufzunehmen. Das solle um keinen Preis geschehen. Das betonte er unmittelbar nach der Wahl und als sich die katastrophale Entwicklung an der türkisch-griechischen Grenzen bereits deutlich abzeichnet. Wer hat diese Länder – Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn – bloß in die EU eingelassen, die sich keineswegs an die europäischen Standards halten wollen, aber munter Subventionen kassieren?

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