Mittwoch, 4. März 2020
Dobrindt scheut Flüchtlinge
In der Frage der Flüchtlingskatastrophe in Idlib (Nord-Syrien) und an der griechisch-türkischen Grenze haben die Grünen einen neuen Vorstoß gemacht und vorgeschlagen, ein Flüchtlingskontingent in Deutschland aufzunehmen. Sie weisen darauf hin, dass etliche Städte ihre Bereitschaft geäußert haben, Geflüchtete bei sich aufzunehmen.

Wie zu erwarten argumentierten Unions-Politiker vehement gegen diesen Vorschlag. Allen voran der Scharfmacher und CSU-Landesgruppenchef Dobrindt. „Es ist verantwortungslos, weil es vollkommen falsche Hoffnungen in die Welt setzt.“ Es dürfe nicht wie 2015 erneut einen deutschen Sonderweg geben.

Ach so, auf einmal sind deutsche Sonderwege nicht mehr zulässig. Es ist noch kein Vierteljahr verstrichen, als Dobrindts Nachfolger als Verkehrsminister, Andreas Scheuer*, auf Biegen und Brechen einen deutschen Sonderweg in der europäischen Verkehrspolitik durchboxte: Das Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Auf den Autobahnen in allen europäischen Ländern gelten generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen: Frankreich 130 km/h, Niederlande 120, England 112, Dänemark 130, Österreich 130, Schweiz 120 und, und, und….. Ausnahme Malta, aber da gibt es auch keine Autobahnen. Andere Ausnahme: Deutschland ohne generelles Tempolimit.

Warum also nicht auch bei den Flüchtlingen einen Sonderweg, der aber nicht so besonders wäre, weil andere westeuropäische Länder ebenfalls Aufnahmebereitschaft signalisiert haben.

*"Deutschlands bekanntester Kompetenz-Darsteller"

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Eine Reise durch das Land der Gegensätze: Marocco 2012 (12)
Heute Morgen sieht Gerhild den gestrigen Abend entspannter: es sei anstrengend und interessant gewesen. Wir frühstücken im „Café Culturelle“. Ein Bettler bekommt von mir einige Münzen und von der Wirtin zwei Orangen.

Später gehen wir zum Hafen und gucken den Leuten bei der Arbeit zu: Anlegen der Fischerboote, kistenweise Verkauf des Fangs, Entladen der Boote, Verholen, Slippen, Reinigen, Ausbessern. Ich fotografiere, bis mich einer ermahnt, weil ich außer der Fischauslage auch die Fischfrau fotografiert habe. Aufmerksam geworden sind laut Gerhild er und andere aber schon, als ich nur die Fischauslagen fotografiert habe.



Nachmittags ausruhen, lesen, später das Vorbereiten des Obstsalats. Kurz vor 7 Uhr Abmarsch mit Platten, Schüsseln, Tüten. Beide Familien sind vollzählig bis auf Youness’ ältesten Bruder. Unser Essen wird verhalten aufgenommen. Meine Sitznachbarin nimmt von allem, isst aber nichts. Schließlich ist ihr Teller voll von einer gedrängten Menü-Übersicht. Bernd hält seine Rede auf Französisch, Achmet übersetzt ins Arabische, die nur Deutschsprachigen bekommen entsprechend nichts mit, aber der Text wird herumgereicht.

Die eher steife Gesellschaft lockert im Laufe des Abends auf, aber wirkliche Gespräche kommen nicht zu Stande. Sprachbarriere. Meine zweitbesten Schuhe hätte ich mir sparen können: im Salon sitzen alle barfuß bzw. in Socken.

Gegen 11 Uhr löst Achmet die party auf. Wir pilgern ins Appartement, gehen ins Bett und ich schlafe schnell ein, leider nicht durch.

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