Samstag, 21. Dezember 2024
„Rückführung“ – unmöglich!
jf.bremen, 14:51h
Wir sollten nicht nur über Moral, Gastfreundschaft, Nächstenliebe und andere immaterielle Werte diskutieren. Auch nicht in Sachen Syrien und Flüchtlinge allgemein. Diese Werte verstehen sich von selbst, ohne spitzfindige gedankliche Winkelzüge.
Aktuell sollten wir über handfeste materielle Werte reden. Deutschland braucht Zuwanderung, das ist ein Fakt. Fachleute rechnen damit, dass für die nächsten zehn Jahre 400.000 Einwanderer jährlich zusätzlich, also 1 Million gebraucht werden. Das scheinen bestimmte PolitikerInnen und MeinungsmacherInnen einfach nicht einsehen zu wollen. Das sind Träumer, die die Wahrheit nicht sehen wollen.
Wer soll unseren Bedarf an Pflegekräften in Krankenhäusern und Altenheimen, an ErzieherInnen in den Kitas, an Fachkräften für Dienstleitungen, HandwerkerInnen und VerkäuferInnen, FacharbeiterInnen in der Industrie jetzt und in Zukunft decken ohne Zuwanderung? Vor allem die AfD scheint auf einem anderen Stern zu leben, auf dem es weder ein Klimaproblem noch Arbeitskräftemangel gibt. Okay, dann sollen sie doch dahin auswandern und uns nicht weiter belästigen.
Ganz und gar unterirdisch ist die unsägliche Debatte über SyrerInnen, die seit zehn, fünfzehn Jahren zu uns gekommen sind. Statt sich zu freuen, dass syrische männliche Geflüchtete zu 80 % zu unserem Wohlstand beitragen, als ÄrztInnen, PflegerInnen, IngenieurInnen und sonst wie, phantasieren PolitikerInnen aus CDU – die ganz vorn -, aus FDP, BSW und natürlich AfD von „Rückführung“ schwafeln, da Syrien seit Assads Sturz ja nun sicher sei; was nebenbei gesagt auch Unfug ist. Sollen sie uns sagen, wie die hunderttausende von SyrerInnen, die bei uns arbeiten, ersetzt werden sollen!
Aktuell sollten wir über handfeste materielle Werte reden. Deutschland braucht Zuwanderung, das ist ein Fakt. Fachleute rechnen damit, dass für die nächsten zehn Jahre 400.000 Einwanderer jährlich zusätzlich, also 1 Million gebraucht werden. Das scheinen bestimmte PolitikerInnen und MeinungsmacherInnen einfach nicht einsehen zu wollen. Das sind Träumer, die die Wahrheit nicht sehen wollen.
Wer soll unseren Bedarf an Pflegekräften in Krankenhäusern und Altenheimen, an ErzieherInnen in den Kitas, an Fachkräften für Dienstleitungen, HandwerkerInnen und VerkäuferInnen, FacharbeiterInnen in der Industrie jetzt und in Zukunft decken ohne Zuwanderung? Vor allem die AfD scheint auf einem anderen Stern zu leben, auf dem es weder ein Klimaproblem noch Arbeitskräftemangel gibt. Okay, dann sollen sie doch dahin auswandern und uns nicht weiter belästigen.
Ganz und gar unterirdisch ist die unsägliche Debatte über SyrerInnen, die seit zehn, fünfzehn Jahren zu uns gekommen sind. Statt sich zu freuen, dass syrische männliche Geflüchtete zu 80 % zu unserem Wohlstand beitragen, als ÄrztInnen, PflegerInnen, IngenieurInnen und sonst wie, phantasieren PolitikerInnen aus CDU – die ganz vorn -, aus FDP, BSW und natürlich AfD von „Rückführung“ schwafeln, da Syrien seit Assads Sturz ja nun sicher sei; was nebenbei gesagt auch Unfug ist. Sollen sie uns sagen, wie die hunderttausende von SyrerInnen, die bei uns arbeiten, ersetzt werden sollen!
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Mittwoch, 11. Dezember 2024
Israel entdeckt neuen Feind
jf.bremen, 19:05h
Nachdem die Verbrecher aus Jerusalem Gasa in Schutt und Asche gelegt und Millionen Menschen obdachlos gemacht haben, die soziale Infrastruktur zerstört, Hunderttausende getötet oder verwundet haben, im Süden des Libanon dasselbe Desaster angerichtet haben, nutzen sie nun nach dem Sturz Assads in Syrien das Macht-Vakuum, um auch dort militärisch einzugreifen. Angeblich wurden nur militärische Anlagen getroffen. Das war auch in Gasa und im Libanon die „Begründung“ für die Massaker und Zerstörungen. Wie viele menschliche Kollateralschäden gibt es dieses Mal? Und wer gibt den Jerusalemer Gangstern das Recht, den gerade überwundenen Horror nach Syrien zurückzubringen?
Sie greifen nicht nur Syrien an, sondern überrennen den von der UNO gesicherten Pufferstreifen zwischen beiden Ländern. Wer stoppt die Hasardeure, die erneut den Frieden im Nahen Osten gefährden? Die Ausrede, alles geschehe zur Sicherheit Israels, gilt nicht für jeden militärischen Akt. Der wahre Feind Israels war das Assad-Regime. Statt sich die Dinge in Syrien erst mal entwickeln zu lassen, bombardieren israelische Kampfjets das Land und stören die mögliche demokratische Entwicklung massiv.
Zugleich ist die Netanyahu-Regierung ein Feind Israels, indem sie sich neue Feinde im Nahen Osten schafft. Statt den Islamismus zurückzudrängen, schafft sie ihm immer neue Argumente.
Wie lange duldet die Bundesrepublik Israels Politik, unterstützt sie moralisch, mit finanzieller Unterstützung und Waffenlieferungen?
Sie greifen nicht nur Syrien an, sondern überrennen den von der UNO gesicherten Pufferstreifen zwischen beiden Ländern. Wer stoppt die Hasardeure, die erneut den Frieden im Nahen Osten gefährden? Die Ausrede, alles geschehe zur Sicherheit Israels, gilt nicht für jeden militärischen Akt. Der wahre Feind Israels war das Assad-Regime. Statt sich die Dinge in Syrien erst mal entwickeln zu lassen, bombardieren israelische Kampfjets das Land und stören die mögliche demokratische Entwicklung massiv.
Zugleich ist die Netanyahu-Regierung ein Feind Israels, indem sie sich neue Feinde im Nahen Osten schafft. Statt den Islamismus zurückzudrängen, schafft sie ihm immer neue Argumente.
Wie lange duldet die Bundesrepublik Israels Politik, unterstützt sie moralisch, mit finanzieller Unterstützung und Waffenlieferungen?
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Sonntag, 8. Dezember 2024
Programm – Raubtier-Kapitalismus
jf.bremen, 18:33h
Jetzt habe ich verstanden, was neoliberal ist! Liberal hieß früher für Mich: bürgerliche Freiheiten, allen voran Meinungsfreiheit, demokratische Rechte und vieles mehr. Die Partei, die das seinerzeit in den 60er und 70er vertrat, war die FDP. Da es damals weder eine linke noch eine grüne Partei gab, waren FDP und natürlich die SPD die Parteien, die fortschrittliche Menschen wählen konnten.
Die SPD/FDP-Koalition nährte die Hoffnung auf fortschrittlichen, gesellschaftlichen Wandel. Dafür standen Namen wie Thomas Dehler, Walter Scheel, Gerhardt Baum, Hildegard Hamm-Brücher oder Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. In der SPD ganz vorn Willy Brandt, dann Gustav Heinemann, Egon Bahr, Jochen Steffen oder Heide Simonis.
In den 80ern kam der Bruch der sozialliberalen Koalition: Die FDP trennte sich von der SPD und bildete eine Koalition mit der CDU. Von nun an ging’s bergab. Die freiheitlich-fortschrittlichen Kräfte in der FDP wurden zurückgedrängt, der Liberalismus wurde zunehmend auf den Wirtschafs-Liberalismus reduziert.
Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildet Lindner. Seine Blockadepolitik in der Ampel-Koalition war nur die Vorbereitung auf das, was jüngst produziert wurde, vor allem die wirtschaftspolitischen Thesen, die nichts anderes enthielten als Raubtier-Kapitalismus. Die Krönung war Lindners Sentenz bei Caren Miosga, der deutschen Wirtschaft könne „eine Prise Milei und Musk durchaus guttun".
Da hat er sich gerade die rechten Vorbilder ausgewählt! Milei, Argentiniens aktueller Präsident, bewundert den Raubtier-Liberalismus der Chicago-Boys, Donald Tusk und steht in dem armen Argentinien für soziale Kälte und Umwelt-Barbarei. Und Musk bewundert ebenfalls Trump, ist mit seiner Rücksichtslosigkeit in Wirtschaftsfragen zum Multi-Milliardär aufgestiegen. Lindner nennt das „Profil schärfen“. Das geht wohl am besten mit der Grob-Raspel.
Sag mir, wer deine Freunde sind, und ich sag dir, was ich von dir denke. Lindners Vorbilder sind die schlechtesten, die man sich denken kann. Ob die ihm bei der anstehenden Wahl ins Parlament helfen können? Da sei der Wählerwille vor!
Die SPD/FDP-Koalition nährte die Hoffnung auf fortschrittlichen, gesellschaftlichen Wandel. Dafür standen Namen wie Thomas Dehler, Walter Scheel, Gerhardt Baum, Hildegard Hamm-Brücher oder Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. In der SPD ganz vorn Willy Brandt, dann Gustav Heinemann, Egon Bahr, Jochen Steffen oder Heide Simonis.
In den 80ern kam der Bruch der sozialliberalen Koalition: Die FDP trennte sich von der SPD und bildete eine Koalition mit der CDU. Von nun an ging’s bergab. Die freiheitlich-fortschrittlichen Kräfte in der FDP wurden zurückgedrängt, der Liberalismus wurde zunehmend auf den Wirtschafs-Liberalismus reduziert.
Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildet Lindner. Seine Blockadepolitik in der Ampel-Koalition war nur die Vorbereitung auf das, was jüngst produziert wurde, vor allem die wirtschaftspolitischen Thesen, die nichts anderes enthielten als Raubtier-Kapitalismus. Die Krönung war Lindners Sentenz bei Caren Miosga, der deutschen Wirtschaft könne „eine Prise Milei und Musk durchaus guttun".
Da hat er sich gerade die rechten Vorbilder ausgewählt! Milei, Argentiniens aktueller Präsident, bewundert den Raubtier-Liberalismus der Chicago-Boys, Donald Tusk und steht in dem armen Argentinien für soziale Kälte und Umwelt-Barbarei. Und Musk bewundert ebenfalls Trump, ist mit seiner Rücksichtslosigkeit in Wirtschaftsfragen zum Multi-Milliardär aufgestiegen. Lindner nennt das „Profil schärfen“. Das geht wohl am besten mit der Grob-Raspel.
Sag mir, wer deine Freunde sind, und ich sag dir, was ich von dir denke. Lindners Vorbilder sind die schlechtesten, die man sich denken kann. Ob die ihm bei der anstehenden Wahl ins Parlament helfen können? Da sei der Wählerwille vor!
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Samstag, 23. November 2024
Zwischenruf: Der Witz des Monats
jf.bremen, 20:58h
Die Freie Hansestadt Bremen ist das „Armenhaus der Republik“. Der Anteil Armer und ganz Armer ist gemessen an der Einwohnerzahl besonders groß. Das zeigt sich nicht zuletzt an der stetig anwachsenden Zahl von Bettlern, überwiegend Obdachlose, im öffentlichen Leben. Die stammen nicht nur aus der eigenen Bevölkerung, sondern zu einem großen Anteil aus Zugewanderten aus dem In- und Ausland. Der Grund dafür liegt an der relativen Liberalität der Stadt, die sich auch unter Flüchtlingen herumgesprochen hat. Nicht nur die allenthalben sichtbare individuelle Armut ist groß, sondern auch die öffentliche des Staates. Das ist nicht witzig.
Die Freie Hansestadt Bremen ist auf der anderen Seite überproportional reich. In ihren Mauern leben ca. 150 Einkommensmillionäre, d.h. sie haben ein jährliches Einkommen von mind. einer Million. Diese zahlen häufig die niedrigsten Steuern. Hinzukommt Vermögen in Form von Wertpapieren, Immobilien und Sachwerten (Autos, Pelze, Schmuck u.a.). Das ist auch nicht witzig.
Nun beschweren sich immer öfter nicht nur die Reichen, sondern auch Normalbürger und Touristen über das teils aggressive Betteln der Armen. Da sah sich der rot-grün-rote Senat gezwungen, dagegen vorzugehen. Aggressives Betteln soll unterbunden werden. Ordnungsamt und Polizei sind mit der Kleinarbeit beauftragt. Was wirklich zu nützen scheint, ist eine Verordnung, nach der das Delikt mit Bußgeld bis 500 € bestraft werden kann. Das ist ein ganz schlechter Witz.
Der hohe Senat soll den Bürgern mal erklären, woher ein aggressiver Bettler 500 € bekommen soll. Durch Betteln lässt sich das nicht machen. Ich wäre nicht überrascht, wenn das nicht gezahlte Bußgeld durch Freiheitsstrafe ersetzt werden soll. Das wäre eine teure Methode. Ein Hafttag kosten den Staat 200 €. Die Ersatzstrafe für nicht gezahltes Bußgeld für Schwarzfahren soll aus gutem Grund grade abgeschafft werden.
Bremen ist Schilda
Die Freie Hansestadt Bremen ist auf der anderen Seite überproportional reich. In ihren Mauern leben ca. 150 Einkommensmillionäre, d.h. sie haben ein jährliches Einkommen von mind. einer Million. Diese zahlen häufig die niedrigsten Steuern. Hinzukommt Vermögen in Form von Wertpapieren, Immobilien und Sachwerten (Autos, Pelze, Schmuck u.a.). Das ist auch nicht witzig.
Nun beschweren sich immer öfter nicht nur die Reichen, sondern auch Normalbürger und Touristen über das teils aggressive Betteln der Armen. Da sah sich der rot-grün-rote Senat gezwungen, dagegen vorzugehen. Aggressives Betteln soll unterbunden werden. Ordnungsamt und Polizei sind mit der Kleinarbeit beauftragt. Was wirklich zu nützen scheint, ist eine Verordnung, nach der das Delikt mit Bußgeld bis 500 € bestraft werden kann. Das ist ein ganz schlechter Witz.
Der hohe Senat soll den Bürgern mal erklären, woher ein aggressiver Bettler 500 € bekommen soll. Durch Betteln lässt sich das nicht machen. Ich wäre nicht überrascht, wenn das nicht gezahlte Bußgeld durch Freiheitsstrafe ersetzt werden soll. Das wäre eine teure Methode. Ein Hafttag kosten den Staat 200 €. Die Ersatzstrafe für nicht gezahltes Bußgeld für Schwarzfahren soll aus gutem Grund grade abgeschafft werden.
Bremen ist Schilda
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Freitag, 22. November 2024
Netanjahu, Opfer des Antisemitismus?
jf.bremen, 15:15h
„Du Opfer!“ ist eine unter Jugendlichen häufige Beschimpfung. Dass sich jemand selbst zum Opfer erklärt, ist eher selten und mir bisher erst einmal bekannt geworden.
Der israelische Ministerpräsident wurde vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) zur Fahndung ausgeschrieben, wegen diverser Vergehen und Verbrechen, darunter des Kriegsverbrechens und Verbrechens gegen die Menschlichkeit. Außer ihm war auch sein ehemaliger Verteidigungsminister Galant und der palästinensische Hamas-Anführers Deif betroffen.
Netanjahu jammerte daraufhin öffentlich, das sei „Antisemitismus“. Welche eine Verdrehung der Tatsachen! Der Mann, der für zehntausende Todesopfer unschuldiger Menschen und hunderttausende Verletzte verantwortlich ist, macht sich zum Opfer der internationalen Strafjustiz. Er wollte die Hamas und die Hisbollah vernichten, indem er ganz Gaza und Teile des Libanon zur Wüste machte. Er wollte gezielt deren Führer töten, dabei seien leider auch zivile Opfer hinzunehmen. Tatsächlich stärkt er die Ideologie der Hamas in Gasa wie im gesamten moslemischen Raum. Aber er ist das Opfer von „Antisemitismus“?
Ein Haftbefehl gegen EINEN Juden ist alles Mögliche, aber kein Antisemitismus. Das wäre der Fall, wenn sich der Beschluss des IStGH ungerechtfertigt gegen eine große Zahl von Juden oder gar gegen alle Juden weltweit richten würde. Das ist aber keineswegs der Fall. Ausschließlich ZWEI Juden – Netanjahu und Galant – sind gemeint. - Alles andere ist Propaganda!
Der israelische Ministerpräsident wurde vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) zur Fahndung ausgeschrieben, wegen diverser Vergehen und Verbrechen, darunter des Kriegsverbrechens und Verbrechens gegen die Menschlichkeit. Außer ihm war auch sein ehemaliger Verteidigungsminister Galant und der palästinensische Hamas-Anführers Deif betroffen.
Netanjahu jammerte daraufhin öffentlich, das sei „Antisemitismus“. Welche eine Verdrehung der Tatsachen! Der Mann, der für zehntausende Todesopfer unschuldiger Menschen und hunderttausende Verletzte verantwortlich ist, macht sich zum Opfer der internationalen Strafjustiz. Er wollte die Hamas und die Hisbollah vernichten, indem er ganz Gaza und Teile des Libanon zur Wüste machte. Er wollte gezielt deren Führer töten, dabei seien leider auch zivile Opfer hinzunehmen. Tatsächlich stärkt er die Ideologie der Hamas in Gasa wie im gesamten moslemischen Raum. Aber er ist das Opfer von „Antisemitismus“?
Ein Haftbefehl gegen EINEN Juden ist alles Mögliche, aber kein Antisemitismus. Das wäre der Fall, wenn sich der Beschluss des IStGH ungerechtfertigt gegen eine große Zahl von Juden oder gar gegen alle Juden weltweit richten würde. Das ist aber keineswegs der Fall. Ausschließlich ZWEI Juden – Netanjahu und Galant – sind gemeint. - Alles andere ist Propaganda!
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Dienstag, 19. November 2024
Klaus Ernst – Wanderer zwischen Welten
jf.bremen, 14:10h
Porschefahrer sind immer vorn und die schnellsten. Lebender Beweis ist Klaus Ernst. Seitdem er politisch aktiv – und agil - ist, mischt er immer möglichst vorne mit. Nach abgebrochener Schule und erfolgreicher Lehre agierte er schnell in der Gewerkschaft als Funktionär und Betriebsrat mit. In der SPD war das nicht so leicht, zumal er die Parteiführung immer wieder kritisierte: Riesterrente und Agenda 2010.
Also trennte er sich von der Sozialdemokratie und gründete mit anderen die WASG, um anschließend die Linkspartei mit aus der Taufe zu heben. Da war er Ko-Vorsitzender. Als Wagenknecht zur Gründung ihrer eigenen Kaderpartei rief, folgte er schnell und wurde prompt zum Ko-Vorsitzenden des bayrischen BSW.
Das hinderte ihn auch nicht, sich auf diversen Ebenen mit Rechtsextremen und Putin-Verstehern gemein zu machen. Auch in Klimafragen tendierte er gegen rechts. Versteht sich: als Betriebsrat bei Porsche und den Zulieferern SKF und ZF Sachs und Porschefahrer konnte er sich schlecht als Klima-Kritiker äußern.
Es darf gerätselt werden, was die Zukunft dem Ernst noch bringt. Viel kann es angesichts seines Alters von 70 Jahren nicht mehr sein, aber man weiß ja nie!
Also trennte er sich von der Sozialdemokratie und gründete mit anderen die WASG, um anschließend die Linkspartei mit aus der Taufe zu heben. Da war er Ko-Vorsitzender. Als Wagenknecht zur Gründung ihrer eigenen Kaderpartei rief, folgte er schnell und wurde prompt zum Ko-Vorsitzenden des bayrischen BSW.
Das hinderte ihn auch nicht, sich auf diversen Ebenen mit Rechtsextremen und Putin-Verstehern gemein zu machen. Auch in Klimafragen tendierte er gegen rechts. Versteht sich: als Betriebsrat bei Porsche und den Zulieferern SKF und ZF Sachs und Porschefahrer konnte er sich schlecht als Klima-Kritiker äußern.
Es darf gerätselt werden, was die Zukunft dem Ernst noch bringt. Viel kann es angesichts seines Alters von 70 Jahren nicht mehr sein, aber man weiß ja nie!
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Gescheiterte „Friedensinitiative“
jf.bremen, 14:08h
Gerade demonstrierte ein kleines radikales Häuflein in Görlitz für den Frieden – Teilnehmer von BSW bis Rechtsaußen. Mal wieder wurde ein Ende des Kriegs der Russen gegen die Ukraine gefordert. Auch gegen die deutschen Waffenlieferungen und die Stationierung von US-Raketen in Deutschland war man. Dafür forderten sie Diplomatie und Friedens-Verhandlungen mit Putin.
Der Zeitpunkt schien günstig: Bundeskanzler Scholz telefonierte zeitnah ein Stunde lang mit Putin, um einen Waffenstillstand und Verhandlungen einzufordern. Erwartbar ließ dieser den Kanzler abblitzen. Wie bekannt weigerte er sich das eroberte und besetzte Gelände zu räumen, um die territoriale Integrität der Ukraine wiederherzustellen.
Kaum lagen die Telefonhörer wieder auf den Gabeln bekräftigte Putin seine Meinung mit massivem Bombardement der Ukraine bis dicht an die rumänischen und polnischen Grenzen.
Der Zeitpunkt schien günstig: Bundeskanzler Scholz telefonierte zeitnah ein Stunde lang mit Putin, um einen Waffenstillstand und Verhandlungen einzufordern. Erwartbar ließ dieser den Kanzler abblitzen. Wie bekannt weigerte er sich das eroberte und besetzte Gelände zu räumen, um die territoriale Integrität der Ukraine wiederherzustellen.
Kaum lagen die Telefonhörer wieder auf den Gabeln bekräftigte Putin seine Meinung mit massivem Bombardement der Ukraine bis dicht an die rumänischen und polnischen Grenzen.
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Dienstag, 5. November 2024
Übertriebener Antisemitismus-Begriff
jf.bremen, 14:14h
KritikerInnen an der israelischen Regierung und des Kriegs in Gaza und im Libanon droht Ungemach. Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe des Bundestags hat ein Papier ausgearbeitet, das den sehr weit gefassten Antisemitismusbegriff des IHRA (Internationale Vereinigung der Holocaust-Erinnerung) weitgehend übernimmt. Danach könnte die Kritik an israelischer Politik beschränkt und sogar bestraft werden.
Das Papier soll zur Diskussion im Bundestag als Antrag eingebracht werden. Das Ziel ist ein Gesetz, das u.a. das Strafrecht, das Aufenthalts- und Asylrecht, sowie das Staatsangehörigkeitsrecht neu definiert. Danach könnte die Kritik an der rechtsradikalen Regierung, am Krieg in Gaza und Libanon sowie in anderen Fragen, z.B. des Rechtssystems unterbunden bzw. bestraft werden. (S. miniaturen 14.02.24 „Israel: Regierung oder Verbrecher-Syndikat?“)
Das Papier macht sich auch gleich Gedanken darüber, wie ohne gesetzliche Grundlage im Bildungssystem bei „Verstößen“ vorgegangen werden soll: das Hausrecht, Ausschluss vom Unterricht bzw. Studium, die Exmatrikulation an Unis sollen angewandt werden.
Freie Träger der Bildungsarbeit, Vereine und politische Zusammenschlüsse sollen ggf. durch Mittelentzug oder Betätigungsverbot bestraft werden. Damit würde gleich eine ganze Reihe von Grundgesetz-Artikeln außer Kraft gesetzt: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Koalitionsfreiheit.
Inzwischen haben 600 Prominente – KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, politische AktivistInnen und Vereinigungen von Amnesty International bis Luisa Neubauer – gegen das Papier protestiert und ihren Protest in der FAZ veröffentlicht.
Die allfällige Distanzierung ist auch hier fällig: Kritik an der israelischen Regierungspolitik ist nicht gleichzusetzen mit Antisemitismus und schließt die Verurteilung terroristischer Aktionen – 7. Oktober! – ein, aber auch völlig übertriebenes militärisches Vorgehen. Die Tötung EINES Hamas-Terroristen rechtfertigt nicht den „Kollateral-Schaden“ von Dutzenden Zivilisten, darunter überwiegend Frauen, Alte und Kinder. (s. miniaturen 10.06.24 „Geiselbefreiung mit Kollateralschaden“)
Das Papier soll zur Diskussion im Bundestag als Antrag eingebracht werden. Das Ziel ist ein Gesetz, das u.a. das Strafrecht, das Aufenthalts- und Asylrecht, sowie das Staatsangehörigkeitsrecht neu definiert. Danach könnte die Kritik an der rechtsradikalen Regierung, am Krieg in Gaza und Libanon sowie in anderen Fragen, z.B. des Rechtssystems unterbunden bzw. bestraft werden. (S. miniaturen 14.02.24 „Israel: Regierung oder Verbrecher-Syndikat?“)
Das Papier macht sich auch gleich Gedanken darüber, wie ohne gesetzliche Grundlage im Bildungssystem bei „Verstößen“ vorgegangen werden soll: das Hausrecht, Ausschluss vom Unterricht bzw. Studium, die Exmatrikulation an Unis sollen angewandt werden.
Freie Träger der Bildungsarbeit, Vereine und politische Zusammenschlüsse sollen ggf. durch Mittelentzug oder Betätigungsverbot bestraft werden. Damit würde gleich eine ganze Reihe von Grundgesetz-Artikeln außer Kraft gesetzt: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Koalitionsfreiheit.
Inzwischen haben 600 Prominente – KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, politische AktivistInnen und Vereinigungen von Amnesty International bis Luisa Neubauer – gegen das Papier protestiert und ihren Protest in der FAZ veröffentlicht.
Die allfällige Distanzierung ist auch hier fällig: Kritik an der israelischen Regierungspolitik ist nicht gleichzusetzen mit Antisemitismus und schließt die Verurteilung terroristischer Aktionen – 7. Oktober! – ein, aber auch völlig übertriebenes militärisches Vorgehen. Die Tötung EINES Hamas-Terroristen rechtfertigt nicht den „Kollateral-Schaden“ von Dutzenden Zivilisten, darunter überwiegend Frauen, Alte und Kinder. (s. miniaturen 10.06.24 „Geiselbefreiung mit Kollateralschaden“)
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Dienstag, 22. Oktober 2024
Neue EU-Mitglieder
jf.bremen, 17:51h
Europa ist eine großartige Idee, geboren aus den Erfahrungen mit dem Faschismus und zweier Weltkriege. Aus der Wirtschaftsunion entwickelte sich eine umfassende politische europäische Union. Z.Zt. stehen wieder Neuaufnahmen von Westbalkan-Staaten an. Die Debatte dreht sich dabei im Wesentlichen um Wirtschaftsfragen, wie das Interview in der taz mit Ulf Brunner von der Universität Regensburg zeigt.
Bisherige Erfahrungen mit ehemaligen Ostblockstaaten legen nahe, außer auf die Wirtschaft vor allem auf die demokratische, gesellschaftliche, rechtliche Entwicklung zu blicken. In Ungarn herrscht uneingeschränkt ein Quasi-Diktator ohne Rechtssicherheit, Meinungsfreiheit, demokratische Rechte – Wahlen! – für die Bürger. Polen ist gerade mal noch gut gegangen. Bulgarien und Rumänien geben auch keine glänzenden Beispiele für Demokratie. Die Lage in der Slowakei ist prekär.
Europa sollte daher gewarnt sein und genau auf die Essentials der Europäischen Charta zu achten. Allein die Drohung von Russlands wachsendem Einfluss auf dem Balkan kann kein Grund für einen beschleunigten Aufnahmeprozess sein.
Bisherige Erfahrungen mit ehemaligen Ostblockstaaten legen nahe, außer auf die Wirtschaft vor allem auf die demokratische, gesellschaftliche, rechtliche Entwicklung zu blicken. In Ungarn herrscht uneingeschränkt ein Quasi-Diktator ohne Rechtssicherheit, Meinungsfreiheit, demokratische Rechte – Wahlen! – für die Bürger. Polen ist gerade mal noch gut gegangen. Bulgarien und Rumänien geben auch keine glänzenden Beispiele für Demokratie. Die Lage in der Slowakei ist prekär.
Europa sollte daher gewarnt sein und genau auf die Essentials der Europäischen Charta zu achten. Allein die Drohung von Russlands wachsendem Einfluss auf dem Balkan kann kein Grund für einen beschleunigten Aufnahmeprozess sein.
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Montag, 21. Oktober 2024
Der Jugend gehört die Zukunft
jf.bremen, 15:08h
Der Vorstand der „Grünen Jugend“ tritt zurück, einige regionale Vorstände folgen. Wie bekannt mir das aus der Geschichte vorkommt! Bei der SPD Ging das etwas rabiater vor sich. 1946 wurde der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) gegründet, der 1960 aus der SPD ausgeschlossen wurde. Die SPD gründete einen neuen Verband, Sozialistischer Hochschulbund (SHB). Der wurde 1972 aus der SPD ausgeschlossen und hieß ab dann Sozialistischer Hochschulbund. Der SDS löste sich 1970 aufgrund innerer Widersprüche selbst auf.
Ein ähnliches Schicksal ereilte die Deutschen Jungdemokraten (DJD). Bereits 1919 als Jugendorganisation der Deutschen Demokratischen Partei wurden sie nach dem Krieg Teil der Freien Demokratischen Partei. Als die 1982 die sozialliberale Koalition verließen und mit der CDU koalierten, trennten sich die DJD von der Partei.
Was den Beispielen gemeinsam war: Sie radikalisierten sich nach ihren Trennung von den Parteien. Der SHB näherte sich den Kommunisten an. Die DJD vereinigten sich 1990 mit der Marxistischen Jugendvereinigung Junge Linke.
Erwartet die Grüne Jugend eine ähnliche Entwicklung?
Grundsätzlich sind die Jugendorganisationen fortschrittlicher Parteien deren Motoren für die Entwicklung. (Die Junge Union macht da eine Ausnahme: Deren Mitglieder kommen meist als „Funktionäre auf die Welt“ und übertreffen oft die Älteren konservativ.) Trennen sie sich von ihren Parteien oder diese sich von den Jungen, scheint eine Radikalisierung vorprogrammiert zu sein. Die jungen Grünen haben z.T. schon angekündigt, dass sie eine neue linke Organisation anstreben.
Die Parteien sind eigentlich immer außerstande, die fortschrittlichen und radikalen Impulse der Jungen zu integrieren, zu ihrem eigenen Schaden. „Die Jugend ist unsere Zukunft“ lautete die Parole früher. Daran scheint sich niemand in den Parteien mehr zu erinnern. Sollte das auch für die Grünen gelten?
Ein ähnliches Schicksal ereilte die Deutschen Jungdemokraten (DJD). Bereits 1919 als Jugendorganisation der Deutschen Demokratischen Partei wurden sie nach dem Krieg Teil der Freien Demokratischen Partei. Als die 1982 die sozialliberale Koalition verließen und mit der CDU koalierten, trennten sich die DJD von der Partei.
Was den Beispielen gemeinsam war: Sie radikalisierten sich nach ihren Trennung von den Parteien. Der SHB näherte sich den Kommunisten an. Die DJD vereinigten sich 1990 mit der Marxistischen Jugendvereinigung Junge Linke.
Erwartet die Grüne Jugend eine ähnliche Entwicklung?
Grundsätzlich sind die Jugendorganisationen fortschrittlicher Parteien deren Motoren für die Entwicklung. (Die Junge Union macht da eine Ausnahme: Deren Mitglieder kommen meist als „Funktionäre auf die Welt“ und übertreffen oft die Älteren konservativ.) Trennen sie sich von ihren Parteien oder diese sich von den Jungen, scheint eine Radikalisierung vorprogrammiert zu sein. Die jungen Grünen haben z.T. schon angekündigt, dass sie eine neue linke Organisation anstreben.
Die Parteien sind eigentlich immer außerstande, die fortschrittlichen und radikalen Impulse der Jungen zu integrieren, zu ihrem eigenen Schaden. „Die Jugend ist unsere Zukunft“ lautete die Parole früher. Daran scheint sich niemand in den Parteien mehr zu erinnern. Sollte das auch für die Grünen gelten?
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