Sonntag, 28. April 2024
Rüstung immer absurder
Es klingt wie aus einen SciFi-Film. Der deutsche und der französische Verteidigungsminister unterzeichneten einen Vertrag zur Entwicklung eines gemeinsamen Kampfpanzers. Der soll nicht nur in allen Teilen besser sein alle bisher, sondern – und das ist Zukunftsmusik – auch autonom fahren und kämpfen können. Man kann davon ausgehen, dass die Feinde der NATO u.a. Russland und China) bald nachziehen werden.

Da sitzen dann Fahrer, Richtschütze und Kommandant irgendwo auf der Welt in einem Bunker und agieren mit ihren ferngesteuerten Spielzeugen. Gut, aber was ist mit dem Ladeschützen? Der muss ja wohl selbst Hand anlegen!

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.......Leo 2, demnächst mega out

Die Maschine macht den gerade beschlossenen Veteranentag (s. miniaturen vom 28.04.24) überflüssig, denn Opfer und Überlebende auf dem Gefechtsfeld gibt es dann nicht mehr. Auch die Kriegsdienstverweigerung wird obsolet. Wo keine Menschen mehr gegeneinander kämpfen, braucht niemand mehr sich um sein Gewissen zu sorgen. Eins allerdings haben die Planer in der Verteidigungsministerien wohl nicht bedacht. Denn: Gegen wen soll gekämpft werden, wenn es keine Soldaten mehr gibt? Dann werden noch mehr Zivilisten Opfer als bisher schon. Brave new world.

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Samstag, 13. April 2024
Spruch des Monats
"Wir fordern die Remigration von Leuten, die sie fordern!"
Vereinigte MigrantInnen

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Samstag, 30. März 2024
Sind AfD-Funktionäre Politiker?
Wohl eher nicht. Denn sonst würde Alice Weigel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, nicht gegen Politiker wettern. "Leute, die keine Berufsausbildung haben, werden entweder Politiker oder Journalist."

Naja, wenn man ein Studium in Bayreuth (VWL) als "Berufsausbildung" durchgehen lässt, dann stimmt die o.a. Aussage für Weigel nicht. Dass sie dabei magna cum laude, also 1, promovierte, beweist: Ein Dr. Titel bürgt nicht unbedingt für Anstand, demokratische Gesinnung und Klugheit.
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Freitag, 22. März 2024
Kiffen legal!
Hallo Jungs und Mädels, fangt schon mal an, einen extra großen zu bauen! Ab 1.4.24 könnt Ihr, können wir angstfrei kiffen. Wer baut den größten? Wer organisiert ein Smoke-In?

Aber immer schön sauber bleiben. Hütet euch vor den schlimmen Stoffen! Und bitte nicht schon ab 18, erst ab 25 bleibt ihr schadlos,

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Montag, 11. März 2024
Papst fordert Moskau zur Übergabe auf
Der Papst hat ins Fettnäpfchen getreten und die üblichen Verdächtigen applaudieren in Deutschland: Sarah Wagenknecht mit ihrem versprengten Haufen, die Linke und – Überraschung! – die AfD. Sonst schilt alle Welt über den Papst, der angeblich die Kapitulation der Ukraine empfohlen hat, indem sie eine weiße Fahne hisst und Russland Verhandlungen anbietet.

Die Sache enthält zwei Fallen. Erstens wird Russland, sprich Putin, sich von einer weißen Fahne nicht beeindrucken lassen. Zu deutlich hat Putin noch jüngst gemacht, dass er nicht zu Verhandlungen bereit ist, aber das haben die „üblichen Verdächtigen“ auch noch nicht begriffen, entgegen den Tatsachen. Die Kapitulation würde die sofortige Besetzung durch die russische Armee bedeuten. Was das heißt, zeigte sich nicht nur in Butscha.

Zweitens: Wie wäre es, wenn der Papst die weiße Fahne anders, nämlich traditionell gedeutet hat? Früher wurde die weiße Fahne von Parlamentären getragen, die verhandeln wollten. Das verpflichtete den Feind zur Waffenruhe, bis die Verhandlungen im einen oder anderen Sinn abgeschlossen waren. Das wurde nach meiner Kenntnis zuletzt 1914 im ersten Weltkrieg bei der Übergabe von Reims praktiziert. `Das endete allerdings mit der Besetzung der Stadt durch die deutsche Truppen.

Man kann dem Papst gerne Naivität zubilligen, aber wenigstens seine Berater sollten es besser wissen!

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Dienstag, 27. Februar 2024
Abschied von Volker Schatte (5)
In der Kita gab es die folgenschwere Begegnung mit Vicky, folgenschwer für alle Beteiligten. Er trennte sich von Helga, zog zu Vicky und ihrem Sohn Ben und wurde von der Hausgemeinschaft in der Gneisenaustraße sehr freundlich aufgenommen. Sie blieben zusammen bis zum Schluss. Ben fand in ihm einen zweiten Vater, was beide, denke ich, sehr gut fanden.

Einmal erklärte Volker mir, er habe für den Personalrat kandidiert und wolle dort jetzt das KBW-Programm umsetzen. Zum Glück ist ihm das nicht gelungen, und er konnte wirklich gute und erfolgreiche Personalratsarbeit realisieren. So gut, dass die KollegInnen ihm zur Freistellung verhalfen. Diese Arbeit machte er viele Jahre. Schließlich kandidierte er nicht wieder und kehrte in die Kita zurück.

In seiner Rentenzeit hat Volker sich weiter für Kinder engagiert. Im Rahmen des Projekts „Vergiss mich nicht“ übernahm er Patenschaften für Kinder in prekären Lebenssituationen. Noch in seinen letzten Monaten hatte er Kontakt zu einem dieser Paten-Kinder.

Einer Kollegin im Personalrat fiel sein Whiskey-Konsum auf. Mit professioneller Hilfe gelang ihm kontrollierter Konsum. Sein Versuch, vom Nikotin frei zu kommen, war zehn Jahre lang erfolgreich. Dann wurde er leider rückfällig. Ich versuchte, ihm aus der Entfernung zu raten. Da hatte ich meine Möglichkeiten überschätzt.

Was zuletzt blieb: Seine Leidenschaft für Norddeutschland und die See. Viele Jahre verbrachten er und Vicky ihren Urlaub in einer Ferienwohnung direkt an der Mündung der Warne in die Ostsee. Volker und der Hafenkapitän, sein Teddybär Wanstie, kontrollierten die ein- und ausfahrenden Schiffe. Als Reisen unmöglich wurde, verbrachte er Nachmittage damit, die Regionalsendungen der norddeutschen Länder zu schauen.

Es wird behauptet, dass der Mensch im Augenblick des Todes alle Stationen seines Lebens vor seinem inneren Auge wie einen Film ablaufen lässt. Volker hat diesen Augenblick nicht abgewartet, sondern schon lange vorher in Träumen, die er am Tage Vicky erzählte, viele Stationen seines Lebens zurückgespult.

Diese letzte Zeit verlangte Vicky all ihre Kräfte ab: die Verantwortung, die Pflege, die Forderungen des Alltags, die psychische Belastung, der Stress mit Ärzten und Krankenhäusern. Dafür schulden Volker und alle anderen ihr Dank!

Volker hat sich eine Seebestattung gewünscht. Wir werden ihm diesen Wunsch erfüllen und die Urne mit seiner Asche der Nordsee übergeben. Gute Reise, Volker!

Jürgen Fiege

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Abschied von Volker Schatte (4)
Zurück in die 70er. Durch sein Engagement im BDP kam Volker mit dem KBW, dem Kommunistischen Bund Westdeutschland, in Kontakt. Zusammen mit Helga trat er in eine sog. „Massenorganisation“ des KBW ein. Da bin ich nicht mehr mitgegangen. Der notorische Langschläfer Volker stand früh um fünf auf und verkauft die Parteizeitung vor Werkstoren! Immerhin führte er Regie bei einer Theaterinszenierung des KBW. Details habe ich vergessen, aber das war es, was ihn interessierte. Nach ermüdenden Parteisitzungen erholten Volker und Helga sich im Feinschmeckerlokal von Fred bei teuren Rotweinen. Das hätten die Genossen nie und nimmer wissen dürfen!

Immerhin traten beide nach wenigen Jahren wieder aus. Ich erfuhr das von Volker, als er am Telefon fragte, ob sie uns am 1. Mai besuchen könnten. Er müsse nämlich nicht mehr am 1. Mai in Berlin demonstrieren. Wir demonstrierten dann gemeinsam in Darmstadt.

Etwas Gutes hatte die KBW-Zeit: Volker wurde von den Genossen „gezwungen“, wie er zu sagen pflegte, zu arbeiten! Mehrere Bewerbungsversuche blieben erfolglos. So vergaß er bei einer Bewerbung als Staplerfahrer beim Runterfahren von einer Rampe, die Gabel anzukippen. - Schließlich bekam er eine Stelle als Erzieher in einer Kita.

Das war eine sehr gute Wendung: Volker fand hier seine Bestimmung. Die mangelnde professionelle Ausbildung kompensierte er durch Engagement, Empathie für die Kinder, Kollegialität, Phantasie, Kreativität und den Blick nach vorn. So setzte er durch, dass die Kinder mit echten Werkzeugen statt Plastikhämmern werkeln durften. Früh bot er den Kindern Computer als neue Erfahrungsgröße an. Nach einer halben Stunde jedoch mussten die Computer- Kinder sich „auslüften“. Viel Zeit verbrachte Volker mit ihnen im Freien, bei Entdeckungstouren und Spielen.
Fortsetzung folgt

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Abschied von Volker Schatte (3)
Nach meinem Examen setzten Volker und ich unsre Zusammenarbeit auf BDP-Ebene fort. Ich wurde mit der Durchführung, Vor- und Nachbereitung eines Großlagers hauptamtlich beschäftigt, Volker gehörte zum Leitungsteam. An diesem Lager nahm neben Helga auch Volkers Schwester Gerhild teil, die ich nun kennenlernte und die heute meine Frau ist. Sie kannte Volker am längsten von uns allen und die beiden hatten lebenslang ein herzliches Verhältnis.

Dann trennten sich unsere Wege. Ich bekam in Darmstadt eine neue Stelle. Allerdings folgte eine intensive Phase, in der wir zu viert Urlaubsreisen machten, nach Dänemark, mehrfach in die Bretagne, nach Amrum und Sardinien. Reisen waren auch Helgas Leidenschaft. Gemeinsam bereisten sie und Volker u.a. Spanien, Italien und immer wieder Frankreich. Volker machte allein eine Entdeckungsreise nach Simbabwe. Später verbrachten Vicky und er viele Jahre ihren Urlaub in Portugal.

Wir beide, Volker und ich, sind der Literatur treu geblieben. Wir teilten mit seinem Vater die Begeisterung für Arno Schmidt. Oft schufen kurze Bemerkungen, ein Zitat Verständnis, wir kannte unseren Arno nur zu gut.

Volkers wie meine Verbundenheit mit der See trafen sich beim Segeln. Gerhild und ich kauften uns eine Jolle, die wir auf Reisen durch Halb-Europa schleppten und mit der Volker und ich viele wunderbare Törns machten. Er hat dieser Leidenschaft später auf dem Wannsee gefrönt, bis sein Skipper nicht mehr segeln konnte. Zu seinem Leidwesen konnte Volker wegen seiner Farbenblindheit keinen Segelschein machen.
Fortsetzung folgt

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Abschied von Volker Schatte (2)
Mein Schwerpunkt wurde früh die Studentenpolitik. Daneben studierte ich einigermaßen zielstrebig, was man von Volker nicht behaupten konnte. Einmal fuhren wir in meinem VW zur Uni, blieben vor dem Germanischen Seminar im Auto sitzen, um ein Gespräch fortzusetzen. Nach einiger Zeit zog ich den Zündschlüssel ab, stieg aus, um ins Seminar zu gehen. Volker folgte zögernd und brummelte: „Ohne dich wäre ich jetzt wieder nach Hause gefahren.“

Ein Aushang am schwarzen Brett schaffte mir den Weg zur Vagantenbühne, als Regieassistent, d.h. Mädchen für alles: Requisiteur, Inspizient, Bühnenarbeiter, Beleuchter. Da zwei Leute gesucht wurden, vermittelte ich Volker den gleichen Job. Unser sagenhafter Höhepunkt war das Weihnachtsmärchen „Aschenputtel“, bei dem Volker Regieassistent war und ich Mädchen für alles. Zu Hause schliefen wir nur noch, die Tage verbrachten wir im Theater: Vormittags zwei Märchen-Vorstellungen, nachmittags zwei weitere in den Messehallen, abends dann „Geschlossene Gesellschaft“ oder „Biedermann“ oder die „Glasmenagerie“. Als ich ernsthaft an meiner Magisterarbeit schrieb und mich aufs Examen vorbereitete, beendete ich meine Karriere bei den „Vaganten“.

Nach meinem Examen setzten Volker und ich unsre Zusammenarbeit auf BDP-Ebene fort. Ich wurde mit der Durchführung, Vor- und Nachbereitung eines Großlagers hauptamtlich beschäftigt, Volker gehörte zum Leitungsteam. An diesem Lager nahm neben Helga auch Volkers Schwester Gerhild teil, die ich nun kennenlernte und die heute meine Frau ist. Sie kannte Volker am längsten von uns allen und die beiden hatten lebenslang ein herzliches Verhältnis.

Dann trennten sich unsere Wege. Ich bekam in Darmstadt eine neue Stelle. Allerdings folgte eine intensive Phase, in der wir zu viert Urlaubsreisen machten, nach Dänemark, mehrfach in die Bretagne, nach Amrum und Sardinien. Reisen waren auch Helgas Leidenschaft. Gemeinsam bereisten sie und Volker u.a. Spanien, Italien und immer wieder Frankreich. Volker machte allein eine Entdeckungsreise nach Simbabwe. Später verbrachten Vicky und er viele Jahre ihren Urlaub in Portugal.

Wir beide, Volker und ich, sind der Literatur treu geblieben. Wir teilten mit seinem Vater die Begeisterung für Arno Schmidt. Oft schufen kurze Bemerkungen, ein Zitat Verständnis, wir kannte unseren Arno nur zu gut.

Volkers wie meine Verbundenheit mit der See trafen sich beim Segeln. Gerhild und ich kauften uns eine Jolle, die wir auf Reisen durch Halb-Europa schleppten und mit der Volker und ich viele wunderbare Törns machten. Er hat dieser Leidenschaft später auf dem Wannsee gefrönt, bis sein Skipper nicht mehr segeln konnte. Zu seinem Leidwesen konnte Volker wegen seiner Farbenblindheit keinen Segelschein machen.

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Abschied von Volker Schatte (1)
Volker Schatte starb am 25.11.2024 in Berlin, wo er die längste Zeit seines Lebens – seit 1966 – wohnte. Am 13. Dezember 2023 fand die Trauerfeier für Volker statt. Den Text der Trauerrede veröffentlichen wir jetzt und in den folgenden Tagen in fünf Teilen.

Volker Schatte kam aus der Wesermarsch. Von dort wo die Weser in die Nordsee fließt. Zeitlebens pflegte er eine Hassliebe zur Wesermarsch, mit wechselnden Gewichtungen. Als Schüler schrieb er einen Aufsatz über seine Heimat, wobei er diesen Begriff tunlichst vermied. Er endet mit dem Satz, sinngemäß: „Die Wesermarsch ist nicht eben, sie ist platt!“

Seine – wie übrigens auch meine – Schulzeit verlief nicht ohne Stolpern - mit Sitzenbleiben und unfreiwilligem Schulwechsel. Immerhin schafften wir beide das Abitur. Volker ging dann sogleich zum Studium der Germanistik nach Berlin, während ich erst nach der Bundeswehr und drei Semestern in Kiel an die Freie Universität wechselte. Volker vermied die Wehrpflicht wie Thomas Manns „Felix Krull“. Aufgefordert Kniebeugen zu machen, schlug er Liegestütze vor. Er habe ein kaputtes Knie.

In Nordenham war Volker bei den Pfadfindern, beim Bund Deutscher Pfadfinder, dem überkonfessionellen Verband, so wie ich in Kiel. Beide orientierten wir uns frühzeitig über das Lokale hinaus an der Bundesebene, die gerade eine fortschrittliche, moderne Variante der Jugendbewegung anstrebte.

Wir trafen uns erstmalig 1965 bei einem großen bundesweiten Treffen in Berlin. Thema: Deutschland in Ost und West. Volker leitete die Literatur-AG, ich war Teilnehmer. Eineinhalb Jahre später begegneten wir uns wieder – ich studierte inzwischen auch in Berlin – im Wannseeheim für Jugendarbeit, wieder bei einem Seminar über Literatur. Die Wiederbegegnung erwartete ich freudig, verlief für mich aber enttäuschend. Er lief fast an mir vorbei, den Daumen auf der Oberlippe, murmelnd: „Hallo Jürgen.“

Dies war der Beginn einer wundervollen Freundschaft. Beim BDP und im Wannseeheim bastelten wir gemeinsam mit Moritz von Engelhardt an fortschrittlichen Konzepten und Ideen. Volker suchte früh den Kontakt zum SDS, ja er chauffierte sogar einmal mit seinem alten VW-Käfer Rudi Dutschke nach Braunschweig, wo der auf einer Veranstaltung sprach.

1969 heirateten Volker und Helga. Sie waren schon seit der Schulzeit befreundet. Helga studierte inzwischen ebenfalls in Berlin an der PH. Willy Praml, den wir vom BDP kannten und der heute ein eigenes Theater in Frankfurt leitet, und ich waren Trauzeugen. Das Paar lebte im Souterrain einer Villa in Nikolassee, ich im ersten Stock.
Fortsetzung folgt

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