Sonntag, 2. Dezember 2018
Island: Kontinentaldrift und Wärmeenergie
1915 beschrieb der Geologe Alfred Wegener in einer Veröffentlichung seine Theorie von der Kontinentaldrift. Demnach bildeten Europa und Afrika sowie die beiden Amerikas ursprünglich einen einzigen Kontinent, den er „Pangäa“ nannte. Dieser Kontinent teilte sich im Laufe der Erdgeschichte in zwei Kontinente. Wegeners Theorie war damals sehr umstritten, wurde aber inzwischen durch genaue Messungen bestätigt. Hier am Vulkan Krafla sieht man ein Netz von Gräben und Brüchen. Sehr deutlich ist ein ca. 30 m breiter und 10 m tiefer Graben bei Ðingvellir im Südwesten zu bewundern. Geologisch gesprochen ist man auf der Westseite in Amerika, auf der Ostseite in Europa. Der Riss zwischen den Kontinenten durchzieht Island diagonal von Nordosten nach Südwesten.

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Unterwegs im Land der Vulkane und Geysire: Eine Reise durch Island (7. Tag)
Heute liegt das absolute Schwefel- und Vulkanprogramm an. Zunächst mit dem Auto zum Hverir: es dampft, brodelt, schwefelt, blubbert an vielen Stellen. Giftige Farben – gelb, hellgrün, mattviolett, tongrau, helltürkis – kolorieren den Boden. Jeder Schritt erschließt neue Eindrücke. Aus einem Steinhaufen entweicht laut Dampf – und stinkt! Atemberaubend! Devil’s campfire.

Die Besteigung des Vulkankegels müssen wir abbrechen: zu steil, loses Geröll rollt unter den Sohlen. Mal wieder den schwierigsten Anstieg gewählt. Von der anderen Seite wär’s leichter. Nun ja. Wir kehren um. Der Himmel ist hellblau, sehr klare Luft mit Wolken wie im alten Western-Arizona. Später zieht es sich etwas zu, aber nicht gleichmäßig grau, sondern aufgelockert mit hellen Flecken – jedenfalls phantastisches Foto-Licht.

Im Auto fahren wir zum Viti-See. Wieder ganz anders: ein Riesen-Maar, das umrundet werden kann. Der Boden – wie am Hverir – teils kochend heiß. Schilder warnen vorm Betreten. Verbrennungsgefahr. Ein Nebenmaar ist angeblich der mit über 100 m tiefste See Islands. Im Winter ist er tief durchgefroren, jetzt liegt immer noch ein „Eisberg“ darin.

Wenige Meter weiter der Parkplatz am Leirhnjukur. Der Weg führt wieder an Solfataren vorbei, das sind Schwefellöcher, aus denen Schwefel-Dampf, Wasser und Schlamm austritt, dann durch ein Riesen-Lavafeld mit grau-schwarzen, grotesken Formen. Deutlich erkennbar an diversen langen Rissen, dass hier die Spalte zwischen Amerika und Europa verläuft. Einmal führt eine kleine Brücke über eine Kluft.

An dieser Kluft steht auch ein kleines Windrad mit Solarpaneel, vermutlich eine Messstation, die die Erdbewegung festhält, angeblich mehrere cm pro Jahr.



Weiter oben wird’s wieder heiß und schweflig. Der Krater Hofur ist weder besonders tief noch breit, wartet aber wieder mit bizarren Formen auf. Auf dem Rückweg wieder tongrau blubbernde Schlammlöcher.

Die Erholung von diversen Besteigungen holen wir uns im Schwefelbad. Das heiße Wasser kommt dampfend direkt aus der Erde, fühlt sich auf der Haut schmierig an und ist auch anstrengend. Kurzer Aufenthalt in der Dampfsauna, für mich und meine Bronchien nach den vorhergehenden Anstrengungen zu heiß und zu feucht.

Im Haus gelesen, spät zum Essen im Hotel, dann dies geschrieben, noch `was lesen und ins Bett. Ach so: zwischen N 1 und Viti ein Erdwärme-Kraftwerk mit 60 MW elektrischer Leistung. Der Dampf aus ca. 12 Löchern treibt Turbinen an.

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