Dienstag, 13. Januar 2026
Arbeits-MigrantInnen willkommen?
jf.bremen, 18:30h
Dem Bundeskanzler werden in Indien allerhand Teppiche ausgerollt, auch Drachen darf er mit Gastgeber Modi steigen lassen. Nebenbei wird verkündet, dass 1000 Inder in deutschen Betrieben arbeiten und weitere Zuwanderung zugesichert, vor allem im Pflegebereich, erwünscht sei.
Da macht er wohl die Rechnung ohne die Gäste. Nicht nur im Pflegebereich, sondern auch in der Gastronomie, im Dienstleistung-, im Reinigungsgewerbe und anderen klagen Migranten über Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Niemand zählt die resigierten Rückkehrer in ihre Heimatländer. Gezählt werden diejenigen, die ausgewiesen, abgeschoben und nicht `reingelassen werden.
Auch Merz selbst wurde bei rassistischen Äußerungen ertappt, man denke nur an die „Stadtbild“-Debatte. Besonders vorangetrieben wird der Prozess vom Innenminister Dobrindt. Wenn Merz wirklich die Zuwanderung fördern will, muss er erst einmal einen Gesinnungswandel leisten und seinen Wadenbeißer an die Leine legen. Auch die in der Bevölkerung verbreitete Fremdenfeindlich muss bekämpft werden. Dazu gehört auch, dass Beleidigungen und Zurückweisungen z.B. in Krankenhäusern gegen migrantische Pflegekräfte von Patienten verhindert werden.
In Indien und anderen Zuwanderungsländern wird die deutsche Immigrationspolitik und die Stimmung im Land sehr aufmerksam beobachtet. Viele gut ausgebildete Fachkräfte werden es sich dreimal überlegen, nach Deutschland zu kommen, wo sie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit befürchten müssen.
Da macht er wohl die Rechnung ohne die Gäste. Nicht nur im Pflegebereich, sondern auch in der Gastronomie, im Dienstleistung-, im Reinigungsgewerbe und anderen klagen Migranten über Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Niemand zählt die resigierten Rückkehrer in ihre Heimatländer. Gezählt werden diejenigen, die ausgewiesen, abgeschoben und nicht `reingelassen werden.
Auch Merz selbst wurde bei rassistischen Äußerungen ertappt, man denke nur an die „Stadtbild“-Debatte. Besonders vorangetrieben wird der Prozess vom Innenminister Dobrindt. Wenn Merz wirklich die Zuwanderung fördern will, muss er erst einmal einen Gesinnungswandel leisten und seinen Wadenbeißer an die Leine legen. Auch die in der Bevölkerung verbreitete Fremdenfeindlich muss bekämpft werden. Dazu gehört auch, dass Beleidigungen und Zurückweisungen z.B. in Krankenhäusern gegen migrantische Pflegekräfte von Patienten verhindert werden.
In Indien und anderen Zuwanderungsländern wird die deutsche Immigrationspolitik und die Stimmung im Land sehr aufmerksam beobachtet. Viele gut ausgebildete Fachkräfte werden es sich dreimal überlegen, nach Deutschland zu kommen, wo sie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit befürchten müssen.
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Montag, 12. Januar 2026
Ein kluges Wort…
jf.bremen, 19:22h
…und schon bist du ein Linksextremist.
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Da haben wir es!
jf.bremen, 12:24h
Wie zu erwarten wird das Verdikt „linksextrem“ jetzt gegen Klima-AktivistInnen und andere Linke angewandt. Innenminister Scheuer hat angekündigt, den „Sicherheitsapparat“ zu verstärken, um gegen „Klima-Extremisten“ vorzugehen. Dabei scheut er auch martialische Sprache nicht: „Wir schlagen zurück“. Das kommt davon, wenn vermeintliche „Linke“ als Modell benutzt werden.
Das alte Gegenargument, der Sicherheitsapparat wäre auch ohne die „Vulkangruppe“ ausgebaut worden, zieht nicht. Der unpopuläre Terroranschlag gegen das Stromnetz in Berlin liefert Scheuer und Konsorten wie gewünscht eine Steilvorlage für den Vorwand und die „Rechtfertigung“ .
Das alte Gegenargument, der Sicherheitsapparat wäre auch ohne die „Vulkangruppe“ ausgebaut worden, zieht nicht. Der unpopuläre Terroranschlag gegen das Stromnetz in Berlin liefert Scheuer und Konsorten wie gewünscht eine Steilvorlage für den Vorwand und die „Rechtfertigung“ .
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Sonntag, 11. Januar 2026
Merz: Faux-pas befürchtet
jf.bremen, 17:25h
Bundeskanzler Friedrich Merz darf selbst aus Sicherheitsgründen nicht mehr fliegen. Ersatzweise jettet er mit dem Regierungeflieger durch die Welt. Zum Beginn seiner Amtszeit besuchte er die wichtigsten Länder Europas und Nordamerikas. Dann folgten die Türkei, Südafrika und Angola (G20- und Afrika-Gipfel). Dann Brasilien (Weltklimagipfel). Jetzt fliegt er in die Gegenrichtung nach Indien. Böse Zungen behaupten, er nehme vor den Problemen in der Bundesrepublik Reißaus.
In Südafrika machte er sich unbeliebt, weil er sich darüber beschwerte, dass es zum Frühstück keine Brötchen gab. In Belem (Brasilien) gefiel ihm das Stadtbild noch weniger als in Deutschland. Das verkündete er so laut, dass die anderen teilnehmenden Staaten verschnupft reagierten.
Sein neuester Plan: eben Indien. Nach gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen befürchten seine Reisebegleiter bereits, Merz könne den Gastgeber Modi ebenfalls verärgern, indem er sich über was auch immer beklagte. Das Stadtbild vieler indischer Orte entspricht eben auch nicht unbedingt mitteleuropäischen Standards.
Um weitere Peinlichkeiten zu vermeiden, haben seine Berater ihm zur Reisevorbereitung Besuche in mehreren indischen Restaurants empfohlen. Gelegentlich wird da ohne Schuhe auf Polstern mit untergeschlagenen Beinen gespeist. Sauerländische Hausmannskost ist dort ganz unüblich.
Niemand in Regierungskreise war überrascht, dass Merz diesen Vorschlag empört zurückwies. Seine Beratungsresistenz ist unangenehm bekannt. Merz‘ Entourage fürchtet bereits die nächsten faux-pas. Wie war das noch mit der Mindestentfernung zwischen zwei Fettnäpfchen? Siehe miniaturen vom 24.11.25 „Neue Werte in der Politik“.
In Südafrika machte er sich unbeliebt, weil er sich darüber beschwerte, dass es zum Frühstück keine Brötchen gab. In Belem (Brasilien) gefiel ihm das Stadtbild noch weniger als in Deutschland. Das verkündete er so laut, dass die anderen teilnehmenden Staaten verschnupft reagierten.
Sein neuester Plan: eben Indien. Nach gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen befürchten seine Reisebegleiter bereits, Merz könne den Gastgeber Modi ebenfalls verärgern, indem er sich über was auch immer beklagte. Das Stadtbild vieler indischer Orte entspricht eben auch nicht unbedingt mitteleuropäischen Standards.
Um weitere Peinlichkeiten zu vermeiden, haben seine Berater ihm zur Reisevorbereitung Besuche in mehreren indischen Restaurants empfohlen. Gelegentlich wird da ohne Schuhe auf Polstern mit untergeschlagenen Beinen gespeist. Sauerländische Hausmannskost ist dort ganz unüblich.
Niemand in Regierungskreise war überrascht, dass Merz diesen Vorschlag empört zurückwies. Seine Beratungsresistenz ist unangenehm bekannt. Merz‘ Entourage fürchtet bereits die nächsten faux-pas. Wie war das noch mit der Mindestentfernung zwischen zwei Fettnäpfchen? Siehe miniaturen vom 24.11.25 „Neue Werte in der Politik“.
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Wehrdienst nein danke
jf.bremen, 13:15h
Die Debatte nimmt an Fahrt auf: die Personalnot der Bundeswehr hat dazu geführt, dass die Wehrpflicht wieder aktiviert werden soll. Zunächst werden seit dem 1.1.26 alle Männer und Frauen ab 18 Jahren aufgefordert, ihre Bereitschaft zu einem „freiwilligen“ Wehrdienst zu erklären. Männer müssen, Frauen können den Fragebogen ausfüllen. Ziel ist es, möglichst viele junge Leute anzuwerben.
Damit gewinnt auch das Grundrecht, den Dienst an der Waffe aus Gewissengründen zu verweigern, neue Aktualität. Wie das Verfahren zur Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden, zukünftig aussieht, bleibt bisher offen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass es vielen schwer fällt, das Verfahren erfolgreich zu durchlaufen, also anerkennt zu werden.
Dabei wird allgemein verschwiegen, dass es eine DRITTE OPTION gibt: den Dienst in einer Katastrophenschutzorganisation abzuleisten. In Frage kommen dafür das THW, die freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz und andere. Damit der Dienst in diesen Organisationen als Alternative zum Wehrdienst anerkannt wird, muss man sich für sechs Jahre verpflichten, jährlich 120 Stunden abzuleisten.
Für Technik Interessierte ist z.B. das THW eine Möglichkeit. Wer näher am Menschen arbeiten will, kann z.B. das DRK wählen. Das Nähere lässt sich leicht im Internet herausfinden: www.ohne-ruestung-leben.de, www.de.wikipedia.org/technisches_hilfswerk, www.thw.de, www.drk.de oder die anderen Organisationen.
Damit gewinnt auch das Grundrecht, den Dienst an der Waffe aus Gewissengründen zu verweigern, neue Aktualität. Wie das Verfahren zur Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden, zukünftig aussieht, bleibt bisher offen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass es vielen schwer fällt, das Verfahren erfolgreich zu durchlaufen, also anerkennt zu werden.
Dabei wird allgemein verschwiegen, dass es eine DRITTE OPTION gibt: den Dienst in einer Katastrophenschutzorganisation abzuleisten. In Frage kommen dafür das THW, die freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz und andere. Damit der Dienst in diesen Organisationen als Alternative zum Wehrdienst anerkannt wird, muss man sich für sechs Jahre verpflichten, jährlich 120 Stunden abzuleisten.
Für Technik Interessierte ist z.B. das THW eine Möglichkeit. Wer näher am Menschen arbeiten will, kann z.B. das DRK wählen. Das Nähere lässt sich leicht im Internet herausfinden: www.ohne-ruestung-leben.de, www.de.wikipedia.org/technisches_hilfswerk, www.thw.de, www.drk.de oder die anderen Organisationen.
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Donnerstag, 8. Januar 2026
Es brennt, und der Bürgermeister spielt Tennis nach dem Vorbild eines Einsatzleiters, der das Hemd wechselt
jf.bremen, 22:07h
Im August 1992 brannte die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber in Rostock-Lichtenhagen. Ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter bangten um ihr Leben: Ein Mob rechtsextremer, teil alkoholisierter Randalierer belagerte die beiden Hochhäuser und steckte eins in Brand. Die Alarmierte Polizei blieb untätig. Die Bewohner und ein ZDF-Fernsehteam entkamen knapp einem Desaster. Hunderte Rostocker belagerten das Haus, griffen es an und 3000 applaudierten. Als es besonders brenzlig wurde, zog die führungslose Polizei sich zurück. Später wurde nachgefragt, wo denn der Einsatzleiter geblieben war. Er sei nach Hause gefahren und habe das Hemd gewechselt!
Nach der Tragödie folgt die Farce. Da
drängt sich eine eher harmlose, aber doch skandalöse Verhaltensweise als Vergleich auf. Während zehntausende BerlinerInnen im Dunkeln und in Kälte saßen, weil eine Terrorattacke für Stromausfall sorgte, spielte der Berliner Bürgermeister eine Stunde Tennis, „um den Kopf frei zu bekommen“! Der Vergleich zu Rostock ist wie der zwischen Maus und Elefant. Dennoch: BerlinerInnen und die Oppositionsparteien empörten sich mit Recht.
Die Dummheit der Ausreden ist identisch.
Nach der Tragödie folgt die Farce. Da
drängt sich eine eher harmlose, aber doch skandalöse Verhaltensweise als Vergleich auf. Während zehntausende BerlinerInnen im Dunkeln und in Kälte saßen, weil eine Terrorattacke für Stromausfall sorgte, spielte der Berliner Bürgermeister eine Stunde Tennis, „um den Kopf frei zu bekommen“! Der Vergleich zu Rostock ist wie der zwischen Maus und Elefant. Dennoch: BerlinerInnen und die Oppositionsparteien empörten sich mit Recht.
Die Dummheit der Ausreden ist identisch.
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Sarah im Pech
jf.bremen, 21:43h
Fast könnte sie einem leidtun: Erst brach der Staat, den sie als Jugendführerin unterstützte, krachend zusammen. Dann musste sie ihre Rüschenbluse gegen Designerklamotten tauschen. Dann setzte sie wieder aufs falsche Pferd, und ihre neue Partei starb an Auszehrung. Sie trat in die nächste Partei ein und liierte sich mit Ex-SPDler Oskar Lafontaine, überwarf sich aber mit dem Chef der Partei. Unzufrieden mit dem Reformkurs der neuen Partei machte sie einen neuen Laden auf, die Antikapitalistische Linke.
Als es da nicht richtig lief, startete sie die Bewegung „Aufstehen“. Da wollten aber auch nicht so richtig viele aufstehen. Mit Alice Schwarzer mobilisierte sie eine Demo am Brandenburger Tor, stand da aber im Regen. Von Schwarzer hörte man dann nicht mehr viel Gutes. Allein mit einem Steuerskandal machte sie von sich reden.
Wie andere Solotänzer ließ sie nicht locker und gründete ihren eigenen Fanklub mit ihrem Namen: Bündnis Sarah Wagenknecht. In Ostdeutschland spülte sie eine Sympathiewelle in einige Landtage. Aber oh weh: politische und private Querelen ließen auch diese Partei wieder zerbröseln. Zwischenzeitlich verfehlte sie in der Bundestagswahl die 5%, während ihre Herkunftspartei Zuwachs an Mitgliedern und Wählerstimmen erzielte. Die einzige Koalition, die in Brandenburg mit der SPD, wurde wegen Inkompetenz vom größeren Partner aufgekündigt.
Das war’s denn ja wohl. Man kann sicher sein, dass noch irgendwas kommt, was auch erfolglos sein wird. (siehe auch miniaturen vom 28.04.25 „Ach Wagenknecht…“)
Als es da nicht richtig lief, startete sie die Bewegung „Aufstehen“. Da wollten aber auch nicht so richtig viele aufstehen. Mit Alice Schwarzer mobilisierte sie eine Demo am Brandenburger Tor, stand da aber im Regen. Von Schwarzer hörte man dann nicht mehr viel Gutes. Allein mit einem Steuerskandal machte sie von sich reden.
Wie andere Solotänzer ließ sie nicht locker und gründete ihren eigenen Fanklub mit ihrem Namen: Bündnis Sarah Wagenknecht. In Ostdeutschland spülte sie eine Sympathiewelle in einige Landtage. Aber oh weh: politische und private Querelen ließen auch diese Partei wieder zerbröseln. Zwischenzeitlich verfehlte sie in der Bundestagswahl die 5%, während ihre Herkunftspartei Zuwachs an Mitgliedern und Wählerstimmen erzielte. Die einzige Koalition, die in Brandenburg mit der SPD, wurde wegen Inkompetenz vom größeren Partner aufgekündigt.
Das war’s denn ja wohl. Man kann sicher sein, dass noch irgendwas kommt, was auch erfolglos sein wird. (siehe auch miniaturen vom 28.04.25 „Ach Wagenknecht…“)
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Sonntag, 4. Januar 2026
Brandanschlag trifft die Mehrheit
jf.bremen, 21:39h
Eine sog. „Vulkangruppe“ hat im Berliner Südwesten einen kompletten Stromausfall durch einen Brandaschlag auf das Stromnetz verursacht. Betroffen sind mittelfristig 45.000 Haushalte, das dürften über 100.000 Menschen sein.
In einem Bekennerschreiben wird vorgeblich kritisch argumentiert, man habe die „wohlhabenden Stadtteile“ und die „Besitzer von Villen“ treffen wollen. Es sei eine „gemeinwohlorientierte Aktion“.
Zynisch entschuldigt sich die Gruppe „bei weniger wohlhabenden Menschen“. Scheinheilig wird argumentiert, ein längerer Stromausfall sei „weder beabsichtigt noch kalkuliert“ gewesen. Sie hätten das angeblich „mehrfach gesicherte Stromnetz“ falsch eingeschätzt. Die Aktion habe sich gegen die Erderwärmung, die KI und die „Tech-Konzerne“ gewandt. Auch frühere Brandanschläge in Berlin und Brandenburg werden von der Gruppe für sich reklamiert.
Verfassungsschutz und Regierung bezeichnen die Vulkangruppe als „linksextrem“. Das ist ja wohl aus deren Sicht erwartbar. So können fortschrittliche, wirklich linke Gruppen und deren Aktionen gleich mit diffamiert werden. Rechte inklusive der AfD profitieren davon.
Fakt ist, dass an der Gruppe und ihrer aberwitzigen Aktion nichts, aber auch gar nichts links, fortschrittlich oder system-kritisch ist. Im Gegenteil wird damit die gesamte linke Bewegung in Verruf gebracht. Sie, die Aktion, ist im Gegenteil systemstabilisierend, weil sie die nicht nur in Berlin verbreiteten Vorurteile gegen links bestätigt.
Unter den 45.000 Haushalten bzw. über 100.000 Einwohnern des Berliner Südwestens sind auch Millionärsvillen, aber sonst hat die überwiegende Mehrzahl mittlere oder niedrige Einkommen. Die verdunkelten Hochhäuser von Lichterfelde sprechen eine eindeutige Sprache: Da wohnen garantiert keine Millionäre! Dass der Vulkangruppe die Aktion aus dem Ruder gelaufen ist, gibt sie selbst zu, ohne irgendwelche Reue zu äußern.
Es wäre gut gewesen, wenn die Aktivisten einen Teil ihres Verstands nicht auf die Durchführung des Brands, sondern dem Nachdenken über ihren Sinn gewidmet hätten. Aber so weit reicht es bei ihnen wohl nicht. Der Berliner, ja der deutschen Linken haben sie einen Bärendienst geleistet..
In einem Bekennerschreiben wird vorgeblich kritisch argumentiert, man habe die „wohlhabenden Stadtteile“ und die „Besitzer von Villen“ treffen wollen. Es sei eine „gemeinwohlorientierte Aktion“.
Zynisch entschuldigt sich die Gruppe „bei weniger wohlhabenden Menschen“. Scheinheilig wird argumentiert, ein längerer Stromausfall sei „weder beabsichtigt noch kalkuliert“ gewesen. Sie hätten das angeblich „mehrfach gesicherte Stromnetz“ falsch eingeschätzt. Die Aktion habe sich gegen die Erderwärmung, die KI und die „Tech-Konzerne“ gewandt. Auch frühere Brandanschläge in Berlin und Brandenburg werden von der Gruppe für sich reklamiert.
Verfassungsschutz und Regierung bezeichnen die Vulkangruppe als „linksextrem“. Das ist ja wohl aus deren Sicht erwartbar. So können fortschrittliche, wirklich linke Gruppen und deren Aktionen gleich mit diffamiert werden. Rechte inklusive der AfD profitieren davon.
Fakt ist, dass an der Gruppe und ihrer aberwitzigen Aktion nichts, aber auch gar nichts links, fortschrittlich oder system-kritisch ist. Im Gegenteil wird damit die gesamte linke Bewegung in Verruf gebracht. Sie, die Aktion, ist im Gegenteil systemstabilisierend, weil sie die nicht nur in Berlin verbreiteten Vorurteile gegen links bestätigt.
Unter den 45.000 Haushalten bzw. über 100.000 Einwohnern des Berliner Südwestens sind auch Millionärsvillen, aber sonst hat die überwiegende Mehrzahl mittlere oder niedrige Einkommen. Die verdunkelten Hochhäuser von Lichterfelde sprechen eine eindeutige Sprache: Da wohnen garantiert keine Millionäre! Dass der Vulkangruppe die Aktion aus dem Ruder gelaufen ist, gibt sie selbst zu, ohne irgendwelche Reue zu äußern.
Es wäre gut gewesen, wenn die Aktivisten einen Teil ihres Verstands nicht auf die Durchführung des Brands, sondern dem Nachdenken über ihren Sinn gewidmet hätten. Aber so weit reicht es bei ihnen wohl nicht. Der Berliner, ja der deutschen Linken haben sie einen Bärendienst geleistet..
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Samstag, 3. Januar 2026
Gaza-Hilfsorganisationen in Israel verboten
jf.bremen, 18:45h
Eine Koalition aus zehn Außenministern hat gegen den jüngsten Anschlag der israelischen Regierung gegen Humanität im Gaza-Streifen protestiert: Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Island, Japan, Kanada Norwegen, Schweden und der Schweiz – nicht jedoch die deutsche Bundesregierung!
Das trifft etwa jede dritte Hilfsorganisation, die in Gaza arbeitet. Es sind die größten und wichtigsten NGOs, und damit verschärft sich die Lage der Palästinenser in Gaza weiter. Die Katastrophe wird weiter zugespitzt.
Was ist passiert? Der israelische Minister für Diaspora-Angelegenheiten und den Kampf gegen den Antisemitismus, Amichai Chikli (Likud), hat 37 internationalen NGOS die weitere Tätigkeit in Israel, den besetzten Gebieten (Westjordanland) und Gaza verboten. Darunter sind das UN-Palästina-Hilfswerk UNRWA, Ärzte ohne Grenzen, Oxfam, medico international, Internationales Rotes Kreuz, World Vision und zahlreiche andere Hilfsorganisationen, die in Gaza Mindestleistungen zur Versorgung der Zivilbevölkerung erbringen.
Der ministerielle Vorwurf lautet, die Organisationen würden intransparent arbeiten und MitarbeiterInnen würden mit der Hamas zusammenarbeiten. Der Intransparenz-Vorwurf ist hanbüchen: Die genannten Organisationen berichten regelmäßig und öffentlich über ihre Arbeit. Dagegen weigert sich der Minister, Belege für seine Vorwürfe vorzulegen.
Vorwürfe sind u.a., sie hätten zum Boykott Israels aufgerufen, „Delegitimierungskampagnen gegen Israel unterstütz, den Holocaust oder den Überfall vom 7.10.2023 geleugnet. Alle Behauptungen ohne Belege! Das Verdikt bezieht sich auch auf einzelne namentlich genannt Personen.
Das israelische Parlament handelte praktisch: Zunächst wurde der UNRWA-Zentrale der Strom und das Wasser abgestellt und Amichai Chikli lud einen bekannten britischen Rechtsextremistenführer, den mehrfach vorbestraften Gewalttäter, Migranten- und Muslimhasser, nach Israel ein. Für Chikli ist er ein wahrer Freund.
Nicht unvermutet weigerte sich die Bundesregierung erneut, sich dem internationalen Protest anzuschließen. Dabei sind auch ursprünglich deutsche Initiativen betroffen, wie z.B. medico international.
Das trifft etwa jede dritte Hilfsorganisation, die in Gaza arbeitet. Es sind die größten und wichtigsten NGOs, und damit verschärft sich die Lage der Palästinenser in Gaza weiter. Die Katastrophe wird weiter zugespitzt.
Was ist passiert? Der israelische Minister für Diaspora-Angelegenheiten und den Kampf gegen den Antisemitismus, Amichai Chikli (Likud), hat 37 internationalen NGOS die weitere Tätigkeit in Israel, den besetzten Gebieten (Westjordanland) und Gaza verboten. Darunter sind das UN-Palästina-Hilfswerk UNRWA, Ärzte ohne Grenzen, Oxfam, medico international, Internationales Rotes Kreuz, World Vision und zahlreiche andere Hilfsorganisationen, die in Gaza Mindestleistungen zur Versorgung der Zivilbevölkerung erbringen.
Der ministerielle Vorwurf lautet, die Organisationen würden intransparent arbeiten und MitarbeiterInnen würden mit der Hamas zusammenarbeiten. Der Intransparenz-Vorwurf ist hanbüchen: Die genannten Organisationen berichten regelmäßig und öffentlich über ihre Arbeit. Dagegen weigert sich der Minister, Belege für seine Vorwürfe vorzulegen.
Vorwürfe sind u.a., sie hätten zum Boykott Israels aufgerufen, „Delegitimierungskampagnen gegen Israel unterstütz, den Holocaust oder den Überfall vom 7.10.2023 geleugnet. Alle Behauptungen ohne Belege! Das Verdikt bezieht sich auch auf einzelne namentlich genannt Personen.
Das israelische Parlament handelte praktisch: Zunächst wurde der UNRWA-Zentrale der Strom und das Wasser abgestellt und Amichai Chikli lud einen bekannten britischen Rechtsextremistenführer, den mehrfach vorbestraften Gewalttäter, Migranten- und Muslimhasser, nach Israel ein. Für Chikli ist er ein wahrer Freund.
Nicht unvermutet weigerte sich die Bundesregierung erneut, sich dem internationalen Protest anzuschließen. Dabei sind auch ursprünglich deutsche Initiativen betroffen, wie z.B. medico international.
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Sonntag, 28. Dezember 2025
Skandal des Jahres: Frauke Brosius-Gersdorf
jf.bremen, 14:37h
Im Sommer 2025 standen die Wahlen für drei VerfassungsrichterInnen durch den Bundestag an. CDU /CSU und SPD hatten sich auf drei KandidatInnen geeinigt. Eine davon war die von der SPD nominierte Frauke Brosius-Gersdorf. Sie ist Rechtswissenschaftlerin und Professorin für öffentliches Recht, mit Schwerpunkt Verfassungs- und Sozialrecht, an der Universität Potsdam.
Kurz vor dem Wahltermin signalisierten etwa sechzig Abgeordnete aus CDU und CSU, sie würden der Wahl von Brosius-Gersdorf nicht zustimmen. Sie bekamen Schützenhilfe von der Jungen Union. Achtzehn „junge CDUler“ erklärten öffentlich, die Kandidatin nicht zu wählen. Damit war klar: es gab keine Mehrheit für Brosius-Gersdorf im Bundestag.
Nun fragten sich kritische ZeitgenossInnen, woher die plötzliche Blockade kam. Findige Rechercheure ermittelten, dass im Internet mehr oder minder obskure Vorwürfe gegen die Kandidatin kursierten.
Lebensschützer fantasierten, Brosius-Gersdorf sei eine „Richterin der Grausamkeit“, sekundiert vom Opus DEI, sie sei eine ultralinke Abtreibungsaktivistin, sie befürworte Abtreibungen bis kurz vor der Geburt, das BVG solle eine Zelle linker Agitation werden, ein links-grüner Putsch sei in Vorbereitung. Zusätzlich wurden massiv Plagiatsvorwürfe erhoben.
Ein Abfallkübel von Halb- und Nicht-Wahrheiten, Erfindungen, Vorurteilen, Drohungen, Frauenfeindlichkeit und Hass wurde über ihr ausgegossen. Dahinter steckten bekannte Rechtsquellen (Nius, junge freiheit u.a.) sowie anonyme Quellen.
Schließlich zog Brosius-Gersdorf die Reißleine und verzichtete auf ihre Kandidatur – aus guten Gründen.
Nun fragt sich: Wie verlief die „Meldekette“ von allen denkbaren rechts-konservativen bis rechtsextremen Quellen zur Jungen Union und zur CDU/CSU-Bundestagsfraktion? Ist das Internet die einzige Informationsquelle? Gab es denn niemanden, der „Stopp“ schrie, der die Fakes mit seriösen Quellen verglich, las denn niemand seriöse Zeitungen, oder bedienten sich alle der BILD und nius‘?
Der Skandal wirft ein bezeichnendes Licht auf diese „Volksvertreter“, seine Reichweite sollte mindestens bis zu den nächsten Wahlen leuchten.
Kurz vor dem Wahltermin signalisierten etwa sechzig Abgeordnete aus CDU und CSU, sie würden der Wahl von Brosius-Gersdorf nicht zustimmen. Sie bekamen Schützenhilfe von der Jungen Union. Achtzehn „junge CDUler“ erklärten öffentlich, die Kandidatin nicht zu wählen. Damit war klar: es gab keine Mehrheit für Brosius-Gersdorf im Bundestag.
Nun fragten sich kritische ZeitgenossInnen, woher die plötzliche Blockade kam. Findige Rechercheure ermittelten, dass im Internet mehr oder minder obskure Vorwürfe gegen die Kandidatin kursierten.
Lebensschützer fantasierten, Brosius-Gersdorf sei eine „Richterin der Grausamkeit“, sekundiert vom Opus DEI, sie sei eine ultralinke Abtreibungsaktivistin, sie befürworte Abtreibungen bis kurz vor der Geburt, das BVG solle eine Zelle linker Agitation werden, ein links-grüner Putsch sei in Vorbereitung. Zusätzlich wurden massiv Plagiatsvorwürfe erhoben.
Ein Abfallkübel von Halb- und Nicht-Wahrheiten, Erfindungen, Vorurteilen, Drohungen, Frauenfeindlichkeit und Hass wurde über ihr ausgegossen. Dahinter steckten bekannte Rechtsquellen (Nius, junge freiheit u.a.) sowie anonyme Quellen.
Schließlich zog Brosius-Gersdorf die Reißleine und verzichtete auf ihre Kandidatur – aus guten Gründen.
Nun fragt sich: Wie verlief die „Meldekette“ von allen denkbaren rechts-konservativen bis rechtsextremen Quellen zur Jungen Union und zur CDU/CSU-Bundestagsfraktion? Ist das Internet die einzige Informationsquelle? Gab es denn niemanden, der „Stopp“ schrie, der die Fakes mit seriösen Quellen verglich, las denn niemand seriöse Zeitungen, oder bedienten sich alle der BILD und nius‘?
Der Skandal wirft ein bezeichnendes Licht auf diese „Volksvertreter“, seine Reichweite sollte mindestens bis zu den nächsten Wahlen leuchten.
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Montag, 22. Dezember 2025
Der Voyeur
jf.bremen, 14:26h
Er war nicht schwul, der Voyeur, er war vor allem eins – neugierig. Als Halbstarker streunte er durch das herunter gekommene Rotlichtviertel der Hafenstadt inklusive Stripteas-Show. Dann begleitete er einen Schulfreund in eine Schwulenbar. Später stellte sich heraus: der Freund war schwul, aber darüber sprechen konnte er nicht. Da war er keine Ausnahme. Dafür war die Zeit noch lange nicht reif.
Das fast Bürgerliche an der Bar und der Kleidung der Gäste irritierte den Voyeur. Er hatte etwas mehr Verruchtes erwartet. Nur die Barmusik passte nicht in das bürgerliche Ambiente. Es liefen die Lieder von Hildegard Knef.
Später in der Großstadt fand er den Weg – als Tipp eines Kollegen –in eine Schwulenbar. Nicht weil er sich gezogen fühlte, sondern wieder aus Neugier. Hier entsprach die plüschige Atmosphäre schon eher seinen Vorurteilen. Auch streichelte der Keeper bei der Bestellung seine Hand auf dem Tresen. Im Hintergrund lief eine Knef-Platte. Eine Überraschung war es nicht mehr, aber immer noch bemerkenswert.
Jahre später feierte eine Kollegin irgendeinen Anlass und lud ihn und andere Kollegen zu sich nach Hause ein. Er mochte die Kollegin und ging gerne hin. Er war der einzige Mann außer dem katholischen Studentenpfarrer! Alle anderen waren Frauen, und er merkte schnell, dass die Kollegin die lokale Lesben-Szene eingeladen hatte. Die Hintergrundmusik war wenig überraschend: Hildegard Knef.
Was faszinierte die Queers an der Knef. War es nur die männlich raue Stimme oder war es etwas anderes. Aber was?
Das fast Bürgerliche an der Bar und der Kleidung der Gäste irritierte den Voyeur. Er hatte etwas mehr Verruchtes erwartet. Nur die Barmusik passte nicht in das bürgerliche Ambiente. Es liefen die Lieder von Hildegard Knef.
Später in der Großstadt fand er den Weg – als Tipp eines Kollegen –in eine Schwulenbar. Nicht weil er sich gezogen fühlte, sondern wieder aus Neugier. Hier entsprach die plüschige Atmosphäre schon eher seinen Vorurteilen. Auch streichelte der Keeper bei der Bestellung seine Hand auf dem Tresen. Im Hintergrund lief eine Knef-Platte. Eine Überraschung war es nicht mehr, aber immer noch bemerkenswert.
Jahre später feierte eine Kollegin irgendeinen Anlass und lud ihn und andere Kollegen zu sich nach Hause ein. Er mochte die Kollegin und ging gerne hin. Er war der einzige Mann außer dem katholischen Studentenpfarrer! Alle anderen waren Frauen, und er merkte schnell, dass die Kollegin die lokale Lesben-Szene eingeladen hatte. Die Hintergrundmusik war wenig überraschend: Hildegard Knef.
Was faszinierte die Queers an der Knef. War es nur die männlich raue Stimme oder war es etwas anderes. Aber was?
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Rosa von Praunheim gestorben
jf.bremen, 14:24h
Neben vielen Nachrufen will miniaturen nicht noch eine hinzufügen – es ist (fast) alles gesagt und geschrieben. Nur an eine Sache möchte ich erinnern: In den 80ern saß bei Radio Bremen neben Rosa von Praunheim auf dem roten Sofa Elisabeth Motschmann, die damals noch in Schleswig Holstein lebte. Er gut frisiert und rasiert im bunten Jackett, sie im bayerischen Trachtenkleid. miniaturen berichtete bereits darüber (30.05.2024 „Homophobie als unendlich Geschichte“). Rosa von Praunheims Befragung war ein Höhepunkt in der Geschichte von Talk-Shows. Daran sei jetzt erneut erinnert.
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Mittwoch, 17. Dezember 2025
Zensur und Morddrohungen gegen Journalisten
jf.bremen, 16:05h
miniaturen berichtete im Vorjahr über die zunehmenden Zensur-Anstrengungen der rechtsextremen Regierung in Israel: „Israel sperrt Archive“ für die freie wissenschaftliche Forschung (23.03.2024) und „Medienzensur in Israel“. Ein neues Gesetz regelt, dass die Regierung ausländische Sender verbieten kann, wenn die „nationale Sicherheit“ gefährdet ist. Erstes Opfer war der liberale arabischsprachige TV-Sender Al-Jazeera.
Jetzt wird die Zensur fortgesetzt, unterstützt von öffentlichen Drohungen gegen Medienschaffende. Der israelische Journalist Guy Peleg wurde nach einem Vortrag in Tel Aviv auf der Straße von mehreren Männern bedrängt und bedroht. Als er wegfahren will, blockieren sie sein Auto. „Guy Peleg, egal wo auf der Welt du hingehst, du wirst eine Polizeieskorte brauchen“, ruft einer von ihnen.
Peleg wird seit Langem angefeindet, nicht zuletzt, weil er über den Korruptionsprozess gegen Israels Premierminister Benjamin Netanjahu berichtet hat. Er wird explizit mit Mord bedroht, u.a. auch die Familie.
Im Mai rutschte Israel im World Press Freedom Index von Reporter ohne Grenzen auf Platz 112 von 180 – die niedrigste Platzierung des Landes, seit der Index 2002 begonnen hat.
Das so entstehende Klima von Einschüchterung und Angst führt zu immer mehr Selbstzensur.
Jetzt wird die Zensur fortgesetzt, unterstützt von öffentlichen Drohungen gegen Medienschaffende. Der israelische Journalist Guy Peleg wurde nach einem Vortrag in Tel Aviv auf der Straße von mehreren Männern bedrängt und bedroht. Als er wegfahren will, blockieren sie sein Auto. „Guy Peleg, egal wo auf der Welt du hingehst, du wirst eine Polizeieskorte brauchen“, ruft einer von ihnen.
Peleg wird seit Langem angefeindet, nicht zuletzt, weil er über den Korruptionsprozess gegen Israels Premierminister Benjamin Netanjahu berichtet hat. Er wird explizit mit Mord bedroht, u.a. auch die Familie.
Im Mai rutschte Israel im World Press Freedom Index von Reporter ohne Grenzen auf Platz 112 von 180 – die niedrigste Platzierung des Landes, seit der Index 2002 begonnen hat.
Das so entstehende Klima von Einschüchterung und Angst führt zu immer mehr Selbstzensur.
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Atemlos
jf.bremen, 15:43h
Die Schlagersängerin Helene Fischer ("Atemlos durch die Nacht") erklärte, sie werde in der Öffentlichkeit meist nicht erkannt. Macht sie das so atemlos?
Wen wundert's? Wer erkennt eine Frau mit einem derart ausdruckslosen Dutzendgesicht, wenn sie nicht ihren Glitter-Fummel anhat?
Wen wundert's? Wer erkennt eine Frau mit einem derart ausdruckslosen Dutzendgesicht, wenn sie nicht ihren Glitter-Fummel anhat?
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Montag, 15. Dezember 2025
Karrieren und Hitlers Größenwahn
jf.bremen, 18:08h
Einer der absurdesten Pläne von Hitlers und der Nazis Größenwahn war die „Reichshauptstadt Germania“. Dafür sollten großen Teile Berlins erst platt gemacht und dann mit Pracht-, Prunk- und Repräsentationsbauten neu aufgebaut werden. Die Pläne unter dem Architekt des „Führers“, Albert Speer wurden von einem Riesen-Aufgebot an Zuarbeitern bis ins Kleinste ausgearbeitet. Wohnhäuser, bevorzugt die von Juden, wurden einstweilen schon mal „entwohnt“. Die weitere Planung wurde durch den Krieg unterbrochen, sollte aber nach dem „Endsieg“ zügig realisiert werden. Den Abriss besorgten dann die Bomberflotten der Alliierten, zuletzt die Straßenkämpfe mit der roten Armee.
Albert Speer wurde vom Kriegsverbrecher-Tribunal in Nürnberg zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, die dieser in Spandau absaß. Dann schrieb er seine Memoiren, die ein Bestseller wurden.
Anders seine Mitarbeiter, die schnell nach dem Krieg wieder ins Geschäft einstiegen und Karriere machten, und zwar nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in der DDR. Z.B. der in Oldenburg geborene Hans Freese. Freese hatte nicht nur geplant, sondern baute auch, vorwiegend Konzentrationslager für die am Bau beschäftigten Zwangsarbeiter, so in Berlin-Schöneweide und Sachsenhausen.
Nach dem Krieg beteiligte er sich am Wiederaufbau Deutschlands, indem er sich an den Plänen für den Wiederaufbau u.a. von Potsdam, Oranienburg, Cottbus und Eichwalde (alle DDR) beteiligte. In Bonn gewann er den Wettbewerb für den Neubau des Auswärtigen Amtes in Bonn. An der Berliner Technischen Hochschule war er Rektor und lehrte.
Bis in die 60er Jahre, das ist weitgehend Konsens, wurde die Nazi-Vergangenheit im Westen verdrängt. In Ostdeutschland dünkte man sich, den Faschismus überwunden zu haben. Das gilt aber weder im Militär, noch in der Wirtschaft noch in anderen gesellschaftlichen Bereichen, und auch, zum Beispiel, in der Architektur.
15.12.25
Albert Speer wurde vom Kriegsverbrecher-Tribunal in Nürnberg zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, die dieser in Spandau absaß. Dann schrieb er seine Memoiren, die ein Bestseller wurden.
Anders seine Mitarbeiter, die schnell nach dem Krieg wieder ins Geschäft einstiegen und Karriere machten, und zwar nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in der DDR. Z.B. der in Oldenburg geborene Hans Freese. Freese hatte nicht nur geplant, sondern baute auch, vorwiegend Konzentrationslager für die am Bau beschäftigten Zwangsarbeiter, so in Berlin-Schöneweide und Sachsenhausen.
Nach dem Krieg beteiligte er sich am Wiederaufbau Deutschlands, indem er sich an den Plänen für den Wiederaufbau u.a. von Potsdam, Oranienburg, Cottbus und Eichwalde (alle DDR) beteiligte. In Bonn gewann er den Wettbewerb für den Neubau des Auswärtigen Amtes in Bonn. An der Berliner Technischen Hochschule war er Rektor und lehrte.
Bis in die 60er Jahre, das ist weitgehend Konsens, wurde die Nazi-Vergangenheit im Westen verdrängt. In Ostdeutschland dünkte man sich, den Faschismus überwunden zu haben. Das gilt aber weder im Militär, noch in der Wirtschaft noch in anderen gesellschaftlichen Bereichen, und auch, zum Beispiel, in der Architektur.
15.12.25
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