Sonntag, 11. Januar 2026
Merz: Faux-pas befürchtet
Bundeskanzler Friedrich Merz darf selbst aus Sicherheitsgründen nicht mehr fliegen. Ersatzweise jettet er mit dem Regierungeflieger durch die Welt. Zum Beginn seiner Amtszeit besuchte er die wichtigsten Länder Europas und Nordamerikas. Dann folgten die Türkei, Südafrika und Angola (G20- und Afrika-Gipfel). Dann Brasilien (Weltklimagipfel). Jetzt fliegt er in die Gegenrichtung nach Indien. Böse Zungen behaupten, er nehme vor den Problemen in der Bundesrepublik Reißaus.

In Südafrika machte er sich unbeliebt, weil er sich darüber beschwerte, dass es zum Frühstück keine Brötchen gab. In Belem (Brasilien) gefiel ihm das Stadtbild noch weniger als in Deutschland. Das verkündete er so laut, dass die anderen teilnehmenden Staaten verschnupft reagierten.

Sein neuester Plan: eben Indien. Nach gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen befürchten seine Reisebegleiter bereits, Merz könne den Gastgeber Modi ebenfalls verärgern, indem er sich über was auch immer beklagte. Das Stadtbild vieler indischer Orte entspricht eben auch nicht unbedingt mitteleuropäischen Standards.

Um weitere Peinlichkeiten zu vermeiden, haben seine Berater ihm zur Reisevorbereitung Besuche in mehreren indischen Restaurants empfohlen. Gelegentlich wird da ohne Schuhe auf Polstern mit untergeschlagenen Beinen gespeist. Sauerländische Hausmannskost ist dort ganz unüblich.

Niemand in Regierungskreise war überrascht, dass Merz diesen Vorschlag empört zurückwies. Seine Beratungsresistenz ist unangenehm bekannt. Merz‘ Entourage fürchtet bereits die nächsten faux-pas. Wie war das noch mit der Mindestentfernung zwischen zwei Fettnäpfchen? Siehe miniaturen vom 24.11.25 „Neue Werte in der Politik“.

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