Sonntag, 22. März 2026
Barbarossas geliebter Bart
jf.bremen, 22:40h
Barbarossa war nicht der Älteste in unserer Clique, das war ich. Allerdings hatten sich bei ihm schon vor Jahren die ersten grauen Fäden in seinem langen, dichten Rauschebart gezeigt. Inzwischen war er, der Bart, komplett grau.
Es stellten sich auch die ersten altersdingten Leiden ein. Das war auch Thema bei unserem letzten Cliquen-Treffen.
Barbarossa hatte in jüngster Vergangenheit ein wirklich für ihn schwerwiegendes Problem überwunden.
Er sollten operiert werden. Der Arzt bestand darauf, dass dafür der Bart ab musste. Der wucherte von einem Ohr zum anderen über beide Backen, das Kinn, hinauf bis kurz unter die Augen und hinunter bis zum Hals. Ähnlich stand es um sein Kopfhaar. Beides, Bart und Haare, waren wohl seit Jahren, ach was sage ich, seit Jahrzehnten nicht geschnitten worden. Nur dass der Haaransatz jüngst von der Stirn höher gerutscht.
Barbarossa war drauf und dran die Operation zu verschieben, ja ganz aufzugeben. Als schließlich der Arzt erklärte, Barbarossa müsse sofort die Klinik verlassen, wenn er seine Einwilligung zum Eingriff und der Rasur des Bartes weiter verweigere.
Schweren Herzens entschloss Barbarossa sich nachzugeben. Es tauchte ein neues Problem auf: Er verfügte weder über einen Langhaarschneider noch einen Rasierapparat. Zum Friseur wollte er nicht gehen, er traute der Zuverlässigkeit des Figaro, befürchtete, dass der es nicht beim Bart belassen. Ein Freund riet ihm, einfach in eine Drogerie zu gehen, um sich beraten zu lassen. Auch hier musste er erst Widerstände überwinden. Es gelang ihm schließlich. Die Drogistin riet ihm, zunächst mit einer Schere den wuchernden Bart mit einer einfachen Hausschere radikal zu kürzen, dann mit einem ebenso einfachen Rasierapparat die Feinarbeit zu machen.
Barbarossa folgte dem Rat, nicht ohne bittere Tränen zu vergießen. Er hatte sich so sehr an seinen Bart gewöhnt, er war Teil seiner Identität.
An der Stelle seines Berichts unterbrach ich ihn mit dem fühllosen Einwand, der Bart würde später wieder nachwachsen. Es tröstete unseren Freund wenig.
Meine Frage, wo er denn operiert werden musste, beantwortete er lakonisch: „An der Prostata.“
Erstaunt fragte ich nach: „So lang war der Bart inzwischen?“
„Nein es ging darum, dass die Atemmaske bei der Vollnarkose mit Bart nicht angelegt werden konnte.“
Es stellten sich auch die ersten altersdingten Leiden ein. Das war auch Thema bei unserem letzten Cliquen-Treffen.
Barbarossa hatte in jüngster Vergangenheit ein wirklich für ihn schwerwiegendes Problem überwunden.
Er sollten operiert werden. Der Arzt bestand darauf, dass dafür der Bart ab musste. Der wucherte von einem Ohr zum anderen über beide Backen, das Kinn, hinauf bis kurz unter die Augen und hinunter bis zum Hals. Ähnlich stand es um sein Kopfhaar. Beides, Bart und Haare, waren wohl seit Jahren, ach was sage ich, seit Jahrzehnten nicht geschnitten worden. Nur dass der Haaransatz jüngst von der Stirn höher gerutscht.
Barbarossa war drauf und dran die Operation zu verschieben, ja ganz aufzugeben. Als schließlich der Arzt erklärte, Barbarossa müsse sofort die Klinik verlassen, wenn er seine Einwilligung zum Eingriff und der Rasur des Bartes weiter verweigere.
Schweren Herzens entschloss Barbarossa sich nachzugeben. Es tauchte ein neues Problem auf: Er verfügte weder über einen Langhaarschneider noch einen Rasierapparat. Zum Friseur wollte er nicht gehen, er traute der Zuverlässigkeit des Figaro, befürchtete, dass der es nicht beim Bart belassen. Ein Freund riet ihm, einfach in eine Drogerie zu gehen, um sich beraten zu lassen. Auch hier musste er erst Widerstände überwinden. Es gelang ihm schließlich. Die Drogistin riet ihm, zunächst mit einer Schere den wuchernden Bart mit einer einfachen Hausschere radikal zu kürzen, dann mit einem ebenso einfachen Rasierapparat die Feinarbeit zu machen.
Barbarossa folgte dem Rat, nicht ohne bittere Tränen zu vergießen. Er hatte sich so sehr an seinen Bart gewöhnt, er war Teil seiner Identität.
An der Stelle seines Berichts unterbrach ich ihn mit dem fühllosen Einwand, der Bart würde später wieder nachwachsen. Es tröstete unseren Freund wenig.
Meine Frage, wo er denn operiert werden musste, beantwortete er lakonisch: „An der Prostata.“
Erstaunt fragte ich nach: „So lang war der Bart inzwischen?“
„Nein es ging darum, dass die Atemmaske bei der Vollnarkose mit Bart nicht angelegt werden konnte.“
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