Samstag, 14. März 2026
miniaturen aktuell (2)
Der sächsische Ministerpräsident Kretzschmer lässt uns seine Haltung zum Iran-Krieg wissen: Er ist dagegen! Aber, um keine Irrtümer aufkommen zu lassen, nicht aus christlicher Nächstenliebe oder humaner Gesinnung, sondern weil die Benzinpreise steigen und die Wirtschaft leidet. Dass Menschen leiden, ist wohl egal?

Immer wieder erreichen uns Meldungen über Attentate jüdischer Siedler in den besetzten Gebieten oder völkerrechtswidrige Handlungen der IDF (Israel Defence Forces). Wenn internationale oder israelische Medien die Armeeführung oder das Verteidigungsministerium um Stellungnahme ersuchen, erhalten sie die Antwort, man werde die Vorgänge prüfen. Danach erfährt die Öffentlichkeit nichts mehr über das Ergebnis der Prüfungen.

miniaturen problematisiert immer mal wieder die wachsende Kluft zwischen Armut und extremem Reichtum. (Suchwort: Reichtum)
Die Statistik des US-Magazins Forbes liefert neue Zahlen: Elon Musk, Chef des Raumfahrtkonzerns SpaceX und der Elektro-Auto-Fabrik, ist der reichste Mann der Welt. Geschätzt hat er ein Vermögen von 839 Milliarden Dollar. Aber er ist nicht allein: Außer ihm gibt es 3.348 Milliardäre, immerhin 400 mehr als im Vorjahr.
Deutsche Milliardäre nagen auch nicht am Hungertuch. Der reichste Deutsche – Lidl-Chef Dieter Schwarz - lässt seine MitarbeiterInnen das Vermögen von nur 67 Milliarden erwirtschaften. Kommt damit aber auf immerhin Platz 29 der Forbes-Liste und hat sich damit seit dem Vorjahr um acht Plätze verbessert. Das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland beträgt 51.856 Euro. Wie lange muss ein Durchschnitts-Arbeitnehmer auf ehrliche Art arbeiten, um das Vermögen von Lidl-Chef Schwarz zu erreichen? Sehr lange! So lange kann Schwarz nicht gearbeitet haben. Er muss sein Vermögen also auf weniger ehrliche Weise angehäuft haben.

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Weimer: wieder Skandale, einer nach dem anderen
Die Sache mit den Buchläden hat zwei positive Reaktionen ausgelöst: Erstens erfreuen sich die Händler einer unerwarteten Popularität und eines Umsatzes wie sonst nur im Weihnachtsgeschäft. Zweitens hat die Verweigerung der Preise eine nie dagewesene Solidaritätswelle im gesamten Buch- und Mediengeschäft ausgelöst. Selbst konservative Verlage, Zeitungen, der Börsenverein des deutschen Buchhandels und die gesamte Scene schließen sich den Protesten an.

Dem Skandal der Nicht-Würdigung dreier Buchläden für einen Preis folgt wieder ein Verbot. Eigentlich wird der Preis traditionell während der jährlichen Leipziger Buchmessen in einem feierlichen Akt überreicht. Weil Weimer einen wütenden öffentlichen Protest bei der nächste Woche anlaufenden Buchmesse erwarten muss, hat er das Fest abgesagt! Das gab es bisher noch nie! Die Preisträger müssen sich da wohl mit einem schnöden Standardbrief begnügen. Aber Weimers Rechnung wird nicht aufgehen. Der eher konservative Herder-Verlag plant einen großen, öffentlichen Empfang für alle von der Jury benannten Buchhandlungen. Das wird wohl ein Fest und eine Manifestation gegen Weimer, der eigentliche Höhepunkt der gesamten Messe.

Und noch etwas: Leidtun muss uns Claudia Roth, die Vorgängerin im Amt der Kulturstaatsministerin. Wie muss ihr zumute sein zu sehen, wie ihr ehemaliges Ministerium dem Spott und der Lächerlichkeit preisgegeben wird?

Den Trümmerhaufen, den Weimer schon bisher angerichtet hat, vergrößert er mit einer weiteren skandalösen Entscheidung. Er stoppt den Ausbau der Nationalbibliothek in Leipzig. Vordergründig argumentiert er, die Zukunft gehöre der Digitalisierung, dafür benötige man keinen Bibliotheksausbau. Tatsächlich fehlt angeblich das Geld für den weiteren Ausbau. Das von einem, der bisher sein Geld mit dem Verlegen von Büchern und Printmedien verdient hat.

Dabei erhält die Bibliothek täglich 13.100 Werke, davon 3.300 analoge. Da kann man sich leicht denken, wie schnell vorhandene Räume zu klein werden. Branchenkenner gehen davon aus, dass das Buch ein Medium auch in Zukunft sein wird. Das weiß die gesamte Branche - außer dem Kulturministerium. Über alle Grenzen – Größe, Umsatz, Publikationsform, politische oder ideologische Unterschiede – hinweg tönen die Proteste gegen diesen erneuten Anschlag auf die Kultur.

Und auch der Bundeskanzler muss sich fragen lassen, wie lange er noch zusieht, wie sein Tegernseebuddy dem Ansehen der Bundesregierung Schaden zufügt. Hier könnte Friedrich Merz schon mal seine Richtlinienkompetenz zur Geltung bringen.

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