Donnerstag, 25. März 2021
Corona-Tagebuch 93.: Der Berg kreiste und gebar eine Maus und die war tot
Chaire, cheure, cheire nipton
Unsere Schattenregierung - Kanzlerin und sechzehn MinisterpräsidentInnen - tagte ergebnislos vierzehn Stunden zum Thema Corona. Sie einigten sich lediglich darauf, alles bisher Beschlossene noch einmal zu beschließen. In der fünfzehnten Stunde hatte Frau Merkel eine Erleuchtung - oder war es ein vorbereiteter Coup -: die drei Osterfeiertage sollten um zusätzlich zwei Ruhetage erweitert werden. Ein Westentaschen-Lockdown sozusagen. Es war wohl der kleinste Nenner, auf den sich die Regierenden einigen konnten.

Leider erwies sich das als Flop, was die Kanzlerin allerdings erst einen Tag später realisierte.
1. erklärten die meisten Fachleute, dass ein so kurzer Lockdown keine nachhaltige Wirkung hätte.
2. War klar, dass es am Tag vor dem Lockdown und am verkaufsoffenen Samstag zusätzlichen Kundenandrang in den Lebensmittelgeschäften und damit ein erhöhtes Infektionsrisiko geben würde.
3. erwies sich das Projekt als juristisch undurchführbar, was man wohl auch vorher hätte durchdeklinieren können.

Immerhin: die Kanzlerin nahm das Desaster auf ihre Kappe und entschuldigte sich. Nur - die drei einzigen realistischen Möglichkeiten, die dritte Welle der Pandemie abzuwettern, ließen die aufrechten 17 aus:
1. Totaler Lockdown für Industrie und Betriebe
2. Eine massive Teststrategie
3. Eine massive Impfstrategie.
Ad 1. fällt aus, weil Tourismusindustrie, Großbetriebe, Dienstleistungsgewerbe, Handel, Hotels und Gastronomie massiv dagegen sind.
Ad 2. fällt aus, weil es nicht genügend Tests gibt und
Ad 3. fällt aus, weil es nicht genügend Impfstoffe gibt und die Impfstrategie in der Bürokratie ersäuft. Warum geht in Großbritannien und Israel das, was bei uns scheitert?
"Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht." (H. Heine)
Dennoch: bleibt aufrecht und gesund.

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