Montag, 22. März 2021
Erdogans Familienbegriff
2011 verabschiedet der Europarat eine Konvention zum Schutz von Frauen gegen Gewalt. Die Türkei als Mitglied schließt sich der Konvention an. Ein Jahr später wird der Vertrag vom türkischen Parlament ratifiziert. Das ist gut, denn gerade in der Türkei gehört Gewalt gegen Frauen und Kinder zum Familienalltag, zu oft mit tödlichem Ausgang.

2021 kündigt der Türkische Präsident durch ERLASS die türkische Mitgliedschaft in der Konvention. Begründung: Mit der Konvention werde die türkische Familie gefährdet. Das Gegenteil ist der Fall. Jetzt kann wieder unwidersprochen geprügelt und getötet werden. Das Parlamentsvotum zählt nicht mehr.

Dabei hat Erdogan ein merkwürdiges Verständnis von Familie. Vor etwas über einem Jahr wurde ein türkisches Gesetzt auf den Weg gebracht, nach dem Vergewaltiger ihre minderjährigen Opfer heiraten können und damit straffrei bleiben (siehe Beitrag vom 02.02.2020 "Eheanbahnungsinstitut Erdogan"). Das Rezept lautet also: 1. vergewaltige eine Minderjährige, 2. heirate sie und 3. Kannst du straffrei Gewalt ausüben.

Die minderjährigen Opfer müssen die Vergewaltiger meist lebenslang ertragen, auch die nach der Hochzeit u.a. fortgesetzte Gewalt.

... comment