Freitag, 19. März 2021
Ein Kardinal räumt auf
Der Kölner Kardinal Woelki hat jetzt auf massiven öffentlichen Druck hin ein Gutachten der Rechtsanwaltskanzlei Gercke Wollschläger zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker veröffentlicht.

Erste Reaktion: er feuerte eine Reihe von höheren kirchlichen "Würdenträgern", die die Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln jahrelang vertuscht haben. Erste "Opfer" der Reinigungsaktion waren Domenikus Schwaderlapp (was für ein Name!), Günter Assenmacher, Stefan Heße, alles ehemalige Kirchenfürsten im Erzbistum. Weitere sind bereits gestorben (schmoren vermutlich in der Hölle) und können nicht mehr entlassen werden. Insgesamt waren acht leitende Amtsträger involviert.

Es geht in dem Gutachten um 75 Pflichtverletzungen, also Fälle von Vertuschung des Missbrauchs. Ein Viertel der Täter waren Laien, die mehr oder minder konsequent betraft wurden. Die große Mehrzahl der Missbräuche durch Kleriker wurde nicht geahndet, also von den Genannten gedeckt.

Von den Opfern, die überwiegend unter 14 Jahre alt waren, ist nicht weiter die Rede. Wie es denen geht, bleibt bisher unklar. Insgesamt muss es sich um einige hundert handeln. Da die Missbrauchsfälle inzwischen Jahrzehnte zurückliegen, sind die Täter nicht mehr zu belangen: Die Verjährungsfrist dauert zehn Jahre. Die Opfer können also nicht einmal mehr gegen die Täter klagen und auch die Justiz, wenn sie denn wollte, ist machtlos.

Wer durch seine Mitgliedschaft in der katholischen Kirche den Skandal quasi deckt, sollte schnell die Konsequenzen ziehen und austreten!

P.S. Dieser Beitrag ist nicht journalistisch streng "objektiv". Die Ungeheuerlichkeit des Skandals lässt keine vermeintliche Objektivität zu.

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