Samstag, 27. Februar 2021
Kirche: Raus aus dem Verein!
Der Dunkelmann aus Köln schafft, was Agnostiker wünschen. Der Kölner Erzbischof Woelki treibt die Schäfchen massenhaft aus der Kirche: 2020 waren es fast 7.000, allein im Januar 2021 noch mal 1.000, und ein Ende der Austrittswelle ist nicht in Sicht. (vgl. Beitrag vom 29.01.21)

Nun regt sich Widerstand: Geistliche wie Laien fordern den Rücktritt des Kölner Dunkelmanns und die Veröffentlichung des Gutachtens über Missbrauch durch Klerikale. Ja, einige fordern eine Reform der Kirche an "Haupt und Gliedern". Wie rührend! Als hätte es solche Reformbemühungen nicht auch schon vor Jahrhunderten gegeben. Nur mal so: Die evangelische Kirche verdankt ihre Existenz der Reformunfähigkeit der katholischen Kirche.

Die katholische Kirche ist seit Jahrhunderten ein Hort für Päderasten. Neu ist nur, dass die betroffenen Opfer sich jetzt öffentlich äußern und dafür auch Aufmerksamkeit in der Gesellschaft finden. Aber die Hoffnung, dass sich in der Kirche auch nur ein Deut ändert, dürfte vergebens sein. Das Verhalten von Woelki ist nur EIN Beispiel für den strukturellen und institutionellen Missbrauch. Kirchenstrukturen, Hierarchie, Obskurantismus, parallele Gesellschaften, eigene Rechtsprechung und, und, und... sind konstituierend und nicht reformierbar. So ehrenwert der jugendliche Protest der Nachwuchsorganisation "Bund der deutschen katholischen Jugend" ehrenwert und ernsthaft sein mag - ausrichten wird er NICHTS. Leider. Und so bleibt zu hoffen, dass ernsthafte KritikerInnen weiter und massenhaft ihre Konsequenzen ziehen - austreten.

Nebenbei: Dass man/frau aus dem Verein "Kirche" nicht einfach austreten kann wie aus jedem anderen Verein, sondern dass das über die Amtsgerichte geschieht, ist ein weiterer Beweis für die Verquickung von Kirche und Staat und dass Kirche parallelgesellschaftliche Strukturen hat. So lange wirkt das Mittelalter nach!

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