Montag, 28. September 2020
Söder gegen den geballten Sachverstand
Nun ist es raus. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat neunzig MÖGLICHE Standorte für ein Atommüll-Endlager herausgefunden. Dabei wurde klar: etwa zwei Drittel der Bundesrepublik könnten betroffen sein. Es wird betont und begründet, WARUM diese Standorte geeignet sind. Kriterien sind geologische Gegebenheit an der Oberfläche und in der Tiefe. Nicht geeignet sind z.B. Bremen und Hamburg, die auf einem Salzstock liegen, aber eine Stadt kommt natürlich überhaupt nicht in Frage.
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Das Verfahren sollte nach REIN WISSENSCHAFTLICHEN Gesichtspunkten laufen, d.h. im Wesentlich nach geologischen Gesichtspunkten. Dennoch preschte der bayrische Ministerpräsident vor Veröffentlichung voran, und wusste es besser: Bayern käme überhaupt nicht in Frage. Obwohl in Bayern (neben Baden-Württemberg und dem Harz) optimale Bedingungen, nämlich das festeste Gestein überhaupt, Granit, höchste Sicherheit bietet.

Gorleben, seit Jahrzehnten als möglicher Ort gehandelt, ist nicht unter den 90 Ortsnamen. Und aus gutem Grund. Geologen, u.a. ein mir bekannter, international renommierter Lagerstättenkundler warnte schon in den 70er Jahren davor, dort den Atommüll zu lagern. Salz, so der Professor, sei das labilste Gestein überhaupt, die norddeutsche Tiefebene sei grundsätzlich erdbebengefährdet, eindringendes Wasser könne Risse und Höhlen auswaschen, Summa: Völlig ungeeignet! Das haben auch die Wissenschaftler der BGE erkannt und schlossen Gorleben daher aus. Übrigens natürlich hunderte weiterer Standorte!

Aber Söder weiß es besser. Vielleicht sollte seine Expertise mit einem Dr. h.c. belohnt werden. Dafür wird keine Sachkenntnis vorausgesetzt

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