Samstag, 12. September 2020
Europa scheitert erneut
Dieser – verhaltene – Jubel war wohl verfrüht: Ja, es bewegt sich was, aber zu viel langsam und viel zu wenig!

BMI Seehofer hat sich bequemt, Flüchtlinge aufzunehmen, „im europäischen Rahmen“, aber der ist denkbar klein. Nur zehn Länder haben sich bereit erklärt, 400 Moria-Flüchtlinge aufzunehmen und zu verteilt. Ganze 150 Menschen sollen nach Deutschland kommen. Das ist ein beschämendes Ergebnis. Seehofer mit seinem süffisant-arroganten Lächeln hat sich gnädig gezeigt.

Unter den Aufnahmeländern fehlen außer natürlich den „Wisegrad-Staaten“ auch Österreich und andere.

150 von insgesamt 12.000 obdachlosen Geflüchteten auf Lesbos dürfen nach Deutschland, das sind gerade einmal knapp 1,3%. Der Rest kann bleiben, wo er ist, hoffnungslos, mangelhaft versorgt, verzweifelt. So sehen die viel gepriesenen europäischen Werte praktisch aus.

Der einzige Lichtblick in diesem düsteren Szenario sind Einzelstimmen auch aus CDU und CSU. Die erzkonservative Frau Motschmann aus Bremen (CDU, MdB) fordert 5000 aufzunehmen. Minister Müller will 2000 einreisen lassen. Offene Briefe von Parteimitgliedern und Kommunalpolitikern an die Bundeskanzlerin stellen Forderungen und bieten die Aufnahme von Flüchtlingen an.

Wann endlich bewegt sich Frau Merkel, und zwar so, dass man es sehen kann. Wie lange will sie sich von den CSU-Nulpen in der Regierung, allen voran Seehofer, auf der Nase herumtanzen lassen?

Eile tut Not, wenn wir überhaupt noch stolz sein wollen auf die „europäischen Werte“! Oder scheitern Europa und Deutschland erneut?

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