Dienstag, 19. Mai 2020
Corona-Tagebuch 23: Todesursache? Egal!
Gerade komme ich vom Naturkost-Laden mit einer 2-kg-Tüte Rapunzel-Müsli nach Hause, da lese ich in der taz über den Rapunzel-Gründer und –Geschäftsführer, Joseph Wilhelm, dessen Äußerungen zur Corona-Krise: Kontaktbeschränkung, Abstand und Mundschutz lehnt er strikt ab. Und außerdem: „Umso älter Menschen werden, umso weniger bedeutsam ist die Todesursache. Unser Leben ist nun mal endlich.“ Es sei merkwürdig, „dass wir den Tod, dem wir aus welchen Gründen auch immer irgendwann erliegen werden, mit allen Mitteln zu verhindern suchen.“ zitiert die taz Wilhelm aus der Internet-Seite von Rapunzel. Die Firma hat die Seite nach zahlreichen Boykott-Aufrufen inzwischen gelöscht.

Als eine konsequente Frage bietet sich an: Wenn Todursache und Todeszeitpunkt egal sind, warum hängt Wilhelm sich nicht einfach auf?

Wie kann der ernährungsbewusste Zeitgenosse die Produkte von Rapunzel boykottieren? Rapunzel hat eine monopolartige Stellung und ist zu allem Unglück auch noch mit Zwergenwiese liiert. Von der beziehe ich meinen Senf.

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