Sonntag, 17. Mai 2020
Röwekamp haut in’n Sack
Der Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bremischen Bürgerschaft, Thomas Röwekamp, zieht sich aus der Politik zurück. Viele BremerInnen halten das für keinen Verlust. Röwekamp sorgte immer wieder durch fragwürdige Eskapaden für Widerspruch und Polarisierung. Erfolgreich hat er immer wieder Kontroversen in der eigenen Partei provoziert und Konkurrenten, besonders Frauen „weggebissen“, wie ein Insider es nennt.

Elisabeth Motschmann zog es 2013 vor, ein Bundestagsmandat anzunehmen, um dem lokalen Gerangel zu entkommen. Rita Mohr-Lüllmann gab ebenfalls 2013 entnervt auf, zog nach Bayern und trat der CSU bei. Dass es nicht, jedenfalls nicht nur um Inhalte ging, zeigt die Tatsache, dass Frau Motschmann zum konservativen Flügel der CDU gehört, während Frau Mohr-Lüllmann als gemäßigt fortschrittlich gilt.

Natürlich berichtet buten un binnen über Röwekamps Rückzug. Die innerparteilichen Querelen werden aber nicht einmal erwähnt. Nicht unerwähnt blieb das skandalöse Auftreten in einer buten-un-binnen-Sendung, in der er zum Tod eines Afrikaners in Polizeigewahrsam befragt wurde. Der Mann wurde, als Drogendealer verdächtigt, einer Brechmittel-Infusion unterzogen, bei der er mit Flüssigkeit in der Lunge starb.

Rövekamp hat diese Todesart als hinnehmbares Risiko von Dealern bezeichnet: "Schwerstverbrecher" müssten "mit körperlichen Nachteilen" rechnen. Und dies öffentlich in einer Sendung des Regionalmagazins "buten un binnen"! Das war 2014.

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