Montag, 4. Mai 2020
Corona-Tagebuch 18.: Söder rides again
Helmut Schleich, urbayerischer Kabarettist, vermutet, das Chamäleon solle das Wappentier Bayerns werden. MP Söder hat eine erneute Initiative in diese Richtung unternommen. Das „Vorpreschen“ von Sachsen-Anhalt in Richtung Lockerung des Kontaktverbots – fünf Menschen dürfen sich außerhalb der Wohnung treffen – sowie die Entscheidung Niedersachsens – schrittweise Öffnung der Gastronomie und der Schulen – reizten den Widerspruch Söders.

Die beiden Länder hätten damit den in der vergangenen Woche mit der Bundeskanzlerin getroffenen Konsens unterlaufen und seien jetzt vorgeprescht. Dass ausgerechnet er so kritisiert, entbehrt nicht der Komik. War Söder es doch, der gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Laschet die Phalanx nach dem ersten Konsensgipfel verließ und sich dabei mit Laschet ein Wettrennen lieferte. Dabei ging es weniger um die Bekämpfung der Seuchen-Krise als um die zukünftige Kanzlerkandidatur.



Mal hüh, mal hott, je nachdem wie es Söder in den Kram passt. Mal reitet er beherzt weit vor der Tête, mal kritisiert er dasselbe bei den anderen. Nur hat er diesmal nicht NRW, sondern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt als Konkurrenten.

Wenn er glaubt, die Bürger hätten ein so kurzes Gedächtnis, dass sie seine Volten nicht bemerken, irrt er sich zumindest bei mir. Hoffentlich auch bei anderen.

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