Dienstag, 17. März 2020
„Spielplatz betreten verboten“
Wie viele Wochen ist es eigentlich her, dass weit hinten in China das neue Corana - Virus auftauchte? Zwei, drei oder schon vier? Wenige besorgte Stimmen warnten, dass es auch auf Europa übergreifen könnte. Bundesgesundheitsminister Spahn beruhigte: Corana sei weniger gefährlich als die üblichen grippalen Viren, die alljährlich zur kalten Jahreszeit in Deutschland grassieren. Und immerhin stürben daran jährlich 20.000 Menschen.

Wenige Wochen später – zwei, drei oder vier? – berechnet das Robert-Koch-Institut, dass 70% der deutschen Bevölkerung - das sind schlappe 56 Mio. - erkranken können. Entsprechend hoch sei auch die Sterberate zu befürchten.

Und jetzt wurde das Bundesseuchengesetz ausgepackt, von dessen Existenz viele Bürger gar nicht wissen. Es erlaubt der Regierung mehr Maßnahmen als die Notstandgesetz: Schulen, Universitäten, Kitas, Schwimmbäder, Theater, Kinos, Restaurants und Geschäfte können geschlossen werden. Und genau das passiert jetzt! Damit soll die Seuche nicht bekämpft werden, was angesichts fehlender Medikamente und Impfstoffe auch schwierig ist, sondern sie soll „gestreckt“ werden. Man will zwar die Ansteckungsgefahr minimieren, geht aber nicht davon aus, dass wirklich weniger Menschen sich infizieren. Die Christen würden sagen: Corona ist eine unabwendbare „Strafe Gottes“, wie früher die Pest oder die Cholera.

Im Ernst kann niemand etwas gegen Vorsichtsmaßnahmen haben. Aber wenn sowie 56 Mio. betroffen sein werden, dann ist es ein Lotteriespiel: erwische ich das Virus oder werde ich verschont.

Die lustigste Maßnahme ist die Schließung von Kinderspielplätzen. Die Mutter eines quengeligen Kinds stöhnte: „Und das ist erst der erste Tag ohne Kita!“ Ja, wo soll man mit den Kindern hin? Bewegung an frischer Luft ist immer eine gute Idee gegen Infektionen. Entsprechend unsinnig ist die Schließung von Spielplätzen. Als seien diese so überfüllt, dass Kinder nicht den „Sicherheitsabstand“ von einem Meter einhalten können.

Es wäre zu wünschen, ja geradezu zu fordern, dass mindestens diese Vorschrift gelockert, besser noch aufgehoben wird.

Als ich Kind war, lag vor unserem Haus ein fußballfeldgroßer Rasenplatz mit Schildern „Rasen betreten verboten“. Einen phantasielosen Spielplatz – Sandkasten, Klettergerüst und Wippe – zierte ein Schild „Ballspielen verboten!“ Natürlich ignorierten wir beide Schilder. Die Zugänge zu dem Platz waren leicht zu kontrollieren und wurden mit Posten besetzt, die Ordnungshüter mit dem Warnruf „Polente“ meldeten. Sollte man diese Geschichte vielleicht allen quengeligen Kindern und genervten Eltern erzählen?

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Lieber Jürgen, ich finde auch, dass es nicht ganz ohne Nachdenken hingenommen werden sollte, wenn unsere Bewegungsfreiheit von Staats wegen eingeschränkt wird, aber ich sehe, jedenfalls in einer Stadt wie Berlin, auf einem Spielplatz selten die Möglichkeit, dass Kinder Abstand halten und ich halte es auch für irre ihnen zu erklären, Abstand zu anderen Kindern zu halten und/oder zu sagen, sie dürften auf dem Spielplatz nichts anfassen (letzten Sonntag erlebt...) Mir ist bewusst, dass ich absolut privilegiert bin mit der Situation eine große Wiese, quasi als Garten in meinem Hinterhof zu haben, aber ich denke, dass es schon Sinn macht, wenn Kinder sich im Moment nicht zuhauf (und hier in Berlin drängelt es sich schon) auf dem Spielplatz treffen.
Lieben Gruß

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o.k., aber dann guck mal in Moabit, Wedding, Marzahn oder MV!
LG

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