Samstag, 14. März 2020
Wenig Mitleid mit Geflüchteten
Als Robert Habeck (Grüne) vor Weihnachten forderte, Deutschland könne und müsse 5.000 Kinder und Jugendliche aus den griechischen Skandallagern Lesbos, Chios und Samos aufnehmen, da wehrte vor allem Bundesinnenminister Seehofer entschieden ab: Deutschland könne nicht Vorreiter sein, dann seien die anderen europäischen Länder nicht mehr verpflichtet, es Deutschland nachzumachen. Außerdem würden dann noch mehr „illegale“ Einwanderer kommen.

Jetzt wurde der Druck zu groß: Eine Drittelminderheit der 27 europäischen Länder einigte sich darauf, 1.600 leidende Kinder und Jugendliche aufzunehmen – und diese auf die „Koalition der Willigen“ zu verteilen. Welch großzügige Geste. Damit würden immerhin ca. 400 Flüchtlinge in Deutschland ankommen – 12 % dessen was Habeck gefordert hatte. Nicht nur notorischen Bösewichter der Wisegrad-Gruppe verweigern sich, sondern auch z.B. Österreich, die skandinavische Länder, Spanien, Niederlande….



Um den Zynismus auf die Spitze zu treiben, beschloss Europa einer begrenzten Zahl von Flüchtlingen an der griechisch-türkischen Grenze je 2.000 € als „Rückkehrprämie“ in ihr „Heimat“-Land zu zahlen. Dieses Geld reicht vielleicht gerade für die Reisekosten, eine Existenz können die Menschen sich damit unmöglich aufbauen.

Langsam schäme ich mich, Deutscher und/oder Europäer zu sein! Unsere vielbeschworenen „Werte“ – Humanität, Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft - werden von den Regierenden mit Füßen getreten. Was soll ich den von mir betreuten Flüchtlingen sagen, wenn sie mich danach fragen?

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