Montag, 18. März 2019
KDV - kein Grund für Unwissenheit in Sachen Militär
Friedrich Küppers ist Kriegsdienstverweigerer (KDV) und hat den Zivildienst absolviert. Das ehrt ihn. Außerdem schreibt er einmal wöchentlich eine Kolumne in der taz. Auch gut.

Dass er aber in seinem Beitrag vom 18. März den rechtsextremen Bundeswehr Offizier Franco A. vom Oberleutnant zum Oberstleutnant befördert, hat dieser nicht verdient! Zwischen diesen beiden Dienstgraden liegen drei entscheidende Stufen und ein entsprechender Gehaltsunterschied. Das nicht zu wissen gibt Punktabzug in der Gesamtbewertung.

Kriegsdienstverweigerung ist kein Grund, sich nicht um lästige Details im Militär zu kümmern. Dazu gehört auch, dass von zivilen Laien, auch unter JournalistInnen, regelmäßig aus beliebigen Handfeuerwaffen „Maschinengewehre“ (MG) gemacht werden. Auch da gibt es essentielle Unterschiede. Eine handliche Maschinenpistole (MP) oder ein etwas unhandlicheres Schnellfeuergewehr gehören zu einer anderen Kategorie als Maschinengewehre.



Diese haben je nach Typ ein Gewicht von 10 – 12 kg, und eine Länge von 1,2 – 1,5 m. Sie verfügen über ein ausklappbares Stativ, weil man sie freihändig nicht bedienen kann, im Unterschied zu Maschinenpistolen und Schnellfeuergewehren. Die Patronen sind in Gurten munitioniert, MPs, Pistolen und Gewehre haben Magazine. MGs kann man nicht einfach so vor der Brust oder über die Schulter baumeln lassen.

Auch die irreführende Verwendung des Begriffs „im Anschlag“ zählt hier zu. Im Anschlag bedeutet, dass die Waffe mit dem Schulterstück gegen die Schulter gedrückt und mit beiden Händen waagerecht gehalten wird. Dabei wird ein Ziel über das Visier angepeilt. Die MP vor der Brust oder am Riemen auf der Schulter getragen ist das genaue Gegenteil von „im Anschlag“.

Das ist keine Beckmesserei. Genauigkeit da, wo ggf. Unterschiede wichtig werden, ist journalistische Sorgfaltspflicht.

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