Samstag, 3. Juni 2017
Eine Reise durch Namibia - Fünfzehnter Tag
Die anderen wollen bei Sonnenaufgang die Tiere am Wasserloch beobachten. Also klingelt der Wecker um ½ 6 Uhr. Pünktlich fangen alle Vögel an zu singen, nur die Tiere am Wasserloch machen sich rar. Ich gehe also wieder ins Bett.
Nach dem Frühstück beschließen wir, das „living museum“ der San (die sogenannten „Buschmänner“) zu besuchen. Vorher fliegt noch ein Französisch sprechendes Paar aus Umaru auf der farm-eigenen Piste zum Frühstück ein. Zum San-Museum fahren wir. Etwas unsicher und zögernd nähern wir uns einer Gruppe Frauen und Kinder, die uns aber heranwinken. Sie hocken, teils nur mit Lendenschurz bekleidet, die Kinder nackt, im Sand unter einem Schatten werfenden Fels. Männer – ebenfalls fast nackt – kommen. Einer spricht Englisch und erklärt uns, was sie machen wollen: Herstellung von Bindfäden aus Pflanzenfasern, Fallenbau, Bogenschießen, Herstellung von Schmuck aus Straußeneiern, Gesang und Tanz. Gesagt, getan. Beim rituellen Tanz werden Kinder und Frauen einbezogen.
Natürlich Folklore, um Geld zu verdienen, also o.k., wenn auch strange. Die Kinder werden vom Farmer in die Schule gefahren, wo sie u.a. von San in Englisch und Afrikaans unterrichtet werden. Untereinander sprechen sie San. Sie leben normal im Nordosten des Landes, wo sie 3 Monate im Jahr hinfahren. Sonst leben sie hier. Den Privatbereich dürfen wir nicht betreten. Dort leben sie in Zelten, während im Museumsbereich Hütten aus Pflanzenfasern u.ä. stehen. Wir dürfen auch fotografieren.
Anschließend Siesta mit Klönen, Lesen und Schreiben. Dabei entdecke ich am Wasserloch eine Familie Warzenschweine. Eine Agame kommt mir ebenfalls vors Objektiv. Für den späten Nachmittag verabreden wir eine Exkursion zu weiteren Felsmalereien mit 1 ½ Stunden Fußweg. Interessant: die Sansprache hat auch die Klicklaute der Nama, eher noch mehr.
Spät nachmittags machen wir den Ausflug: Felsmalereien der San, mit Botanik und etwas Zoologie. Einmal stöbern wir einen Schwarm roter Hornissen auf. Nur absolute Bewegungslosigkeit schützt uns vor ihren gefährlichen Stichen. Schließlich fliegen sie weiter. Vor allem kann ich mich mal länger bewegen, das fehlt mir schon bei der vielen Fahrerei. Schöner Sonnenuntergang, dann zurück und Abendessen. Alle sind zufrieden!

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