Freitag, 25. November 2016
Schöne neue digitale Welt
Befragt, warum ich kein „Navi“ im Auto habe, antworte ich: „Ich gebe doch mein Orientierungsvermögen und meine Fähigkeit, eine Karte zu lesen, nicht an einen Automaten ab!“
Es gibt Beispiele dafür, wie das blinde Vertrauen in die Unfehlbarkeit des Navis buchstäblich ins Verderben führt: Einmal fährt ein LKW in einen Fluss, der Fahrer ertrinkt. Ein anderes Mal biegt eine Frau von der Straße ab und stürzt einen Abhang herunter. Tragisch!
Jetzt gab es neues Beispiel, zum Glück eher komisch als tragisch. Ein LKW-Fahrer transportiert eine Schneeraupe (!) aus Baden-Württemberg statt ins Tiroler Seefeld nach Schleswig-Holstein in den Ortsteil Seefeld von Bad Oldesloe. Der Fahrer scheint weder gewusst zu haben, was er transportierte, noch, wohin er fuhr.
Kein Wunder, denn er gab seinen Verstand an ein kleines Gerät ab, dem er blindlings vertraute. Schöne neue digitale Welt!

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Trump ein amerikanischer Strauß?
Die Verblüffung und der Ärger über Donald „Tolle“ Trump unter linken und liberalen Deutschen wie Amerikanern war allgemein: Wie konnte ein solcher Stinkstiefel mit seinen rassistischen, frauenfeindlichen, plumpen, unintelligenten, arroganten Sprüchen die Macht erringen?
Mal abgesehen von dem undemokratischen US-Wahlsystem – nicht die Mehrheit der Stimmen (immerhin erreichte Clinton 3 Mill Stimmen mehr als Trump), sondern die der Wahlmänner entschied die Wahl. Aber dennoch: was motivierte Wähler bis weit in die Mitte der Gesellschaft, Trump ihre Stimme zu geben?
Erinnerungen an die Bundestagswahl 1980 werden wach. Damals bewarb sich F.J. Strauß als CDU-Kanzlerkandidat. Linke und Liberale wurden im Wahlkampf nicht müde, auf die zahlreichen Skandale in der politischen Laufbahn Strauß‘ hinzuweisen. Ein „Schwarz-Buch“ listete akribisch alles auf. (Vgl. mein Eintrag „F.J. Strauß: Skandale pflastern seinen Weg“ vom 9.9.2015)
Damals argwöhnten linke Kritiker, gerade die Skandale würden Strauß bei einer bestimmten Wählerschaft populär machen. Der traut sich das, was wir eigentlich auch gerne machen würden. Wir schummeln bei der Steuererklärung, fahren schon mal bei „Gelb“ über die Ampel, klopfen sexistische Sprüche. Aber was der sich traut: Respekt!
So dürfte das auch Trump in USA gegangen sein: Was der „kleine Mann“ sich nicht traut – er macht‘s! Respekt, der bekommt unsere Stimme.
Diesen Mechanismus haben alle, die dem Großmaul, Rassisten, Sexisten keine Chance gaben, übersehen. Jetzt ist das Jammern und Wehklagen groß.
Der Vergleich mit Hitler drängt sich auf: Angesichts seiner Programmatik in „Mein Kampf“ glaubte das liberale Bürgertum nicht an seinen Erfolg: das kann der doch nicht wirklich wollen! Erst 1933, als alles zu spät war, zeigt sich: der meint das wirklich so.

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Sonntag, 20. November 2016
Die Überheblichkeit der Berichterstatter
Aus Anlass der Belagerung von Aleppo habe ich am 27.8.16 über „sog. unabhängige Berichterstatter“ reflektiert. Die Tagesschau am 20.11. d.J. gibt erneut zu denken.
In der Nachricht über die Bombardierung des letzten Krankenhauses – verantwortlich können nur sein: die syrische oder die russische Luftwaffe – werden Bilder von zerstörten Gebäuden, flüchtende Menschen, Krankenbetten und Helfer in Räumen, in denen der Staub wabert, gezeigt. Und nun kommt‘s: Der Off-Kommentator weist darauf hin, dass „eine unabhängige Bestätigung der Aufnahmen“ nicht zu haben ist!
Was muss bei solchen Bildern noch bestätigt werden? Dass sie nicht im Studio oder irgendwo auf der Welt „gefakt“ sind? Die offensichtliche Brutalität wird so klein gemacht. Der Zynismus, die Überheblichkeit, die Ignoranz des „unabhängigen Berichterstatters“ macht wütend. Wie kann sich der schockierte Zuschauer dagegen wehren?

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Dienstag, 15. November 2016
Emigration aus Verantwortung
Neulich komme ich im Aufzug mit einem ins Gespräch, der aus Rumänien nach Deutschland emigriert ist. Er ist dabei nicht glücklich, wäre gerne zu Haus geblieben.
Befragt, warum er zu uns gekommen ist, sagt er, aus Verantwortung gegen seine Kinder. Er wolle sie zum Respekt gegenüber dem Gesetz, dem Staat und der Polizei erziehen. Das sei in Rumänien unmöglich. Korruption, Gesetzlosigkeit und Respektlosigkeit seien an der Tagesordnung.
Wie schlimm muss es in Rumänien sein, wenn Deutschland als so vorbildlich wahrgenommen wird.

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Montag, 14. November 2016
Zynismus ist die neue Weltreligion
Zynismus ist die neue Weltreligion. Erneut gibt es Anlass, diesen Satz zu wiederholen. Der Triumph des Ekels aus den USA, Donald "Tolle" Trump, über Hillary Clinton war schon schlimm genug. Die Regie der Siegesfeier setzte noch eins drauf. Als Trump der Vorhut der zweiten Reihe auf die Bühne mit seiner Familie folgte, ertönte der hymnisch von einem Frauenchor gesungene alte Stones-Song: „You can’t allways get what you want.“
Damit war zweifellos die unterlegene Konkurrentin gemeint. Die mit Pathos anschließend vorgetragene Rede des Siegreichen, die Versöhnung anzustreben und das US-Volk, das er im Wahlkampf unerträglich gespalten hatte, wurde durch den Songtext zur Lüge: „Du kannst nicht immer kriegen, was du willst!“ Das war der wahre Subtext der Rede.
Zynismus ist die neue Weltreligion.

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Am Abend nach der US-Wahl
Kneipengespräche am Abend nach der US-Wahl drehen sich fast ausschließlich um den Sieg von Donald "Tolle" Trump. Generelle Tendenz: der Mann ist unbeliebt bei uns, er ist ein Risiko für den Weltfrieden und das inneramerikanische Gleichgewicht.
Ein Mann erklärt seiner asiatisch aussehenden Begleiterin das Wahlmännersystem in den USA. Ihr ist unklar, warum Clinton die Mehrheit der Wählerstimmen, nicht aber die der Wahlmänner bekommt. Das Undemokratische des Systems „The Winner Takes It All“ ist ihr nicht nachvollziehbar.
Am Nebentisch werden die Auswirkungen auf Europa und Deutschland erörtert: wirtschaftliche und politische Konsequenzen – TTIP, NATO, Außenhandel, deutsche Investitionen in USA.
Am anderen Tisch ereifern sich zwei Paare über Trumps frauenfeindliche und sexistische Ausfälle. Mit Bedauern wird festgestellt, dass sein Grußvater ein Deutscher aus der Pfalz ist.
Ein Tisch weiter hält ein Mann einen Vortrag über die zweifelhaften Aktivitäten Trumps als Bauunternehmer und Miethai.
Soweit ich hören kann, wird im Laufe des Abends an jedem Tisch mehr oder weniger intensiv diskutiert. Auffällig ist die Informiertheit der Gäste. Und keine „populistischen“ Töne. Nichts über den starken Mann, den auch Deutschland nötig hätte. Na, immerhin. Ich bin – jedenfalls heute - froh, ein Deutscher und kein US-Amerikaner zu sein.

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Freitag, 4. November 2016
Sexualpädagogik 2016
In den finsteren 50ern mit ihrer „schwarzen Pädagogik“ pflegten wir als Pubertierende das Spiel des „Eierstempelns“: Einer fing an, jemandem in die Genitalien zu boxen, der Getroffene boxte zurück, andere beteiligten sich, bis ein Knäuel von 10 – 12 Jungen sich tummelte, die sich mit einer Hand schützten und mit der anderen agierten. Ein Mitschüler petzte. Kurz darauf klärte uns der Klassenlehrer über die Schädlichkeit und Schändlichkeit dieses Tuns auf. Ein Elternabend diente der Information.
Ganz anderes heute: Auf der Klassenfahrt einer Hannoveraner Gesamtschule wurde eine Art Ringelreigen gespielt mit Pokneifen und Busengrapschen. Die Lehrerin empörte sich und informierte Schulleitung und Eltern.
Es folgte eine Reihe von Sanktionen: Verhör beim Rektor, Anzeige an Staatsanwaltschaft und Jugendamt, Schulverweise. So wurde aus einer Mücke ein Elefant.
Die Eltern reagierten entspannt und versuchten das Schlimmste zu verhüten – vergeblich: Die Schulleitung hatte sich schon zu weit `rausgehängt, um noch zurück zu können. Der totale Schulverweis wurde auf drei Monate reduziert.
Als Elternteil hätte ich den Schulverweis akzeptiert und eine Schule für mein Kind gesucht, die eine moderne Pädagogik praktiziert.
Manchmal wünscht man sich die alten Zeiten zurück.

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Der kleine Finger
Als junger Mann amüsierte ich mich in den Plüschcafès, in denen alte Damen – Generation Silberlocke und Rubinring am kleinen Finger – ihre Tassen mit geziert abgespreizten kleinen Fingern hielten. Später beobachtete ich dasselbe auch bei Männern mit Schnapsgläsern.
Jetzt endlich weiß ich, was diese Geste symbolisiert: Finger weg vom Alkohol!

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Konservative Blockaden
Die Konservativen haben eine neue konzertierte Aktion zur Blockade unliebsamer politischer Initiativen gestartet.
Die vier Wirschafts“weisen“ bemängeln in ihrem Jahresgutachten mangelnden Reformeifer der Regierung. Dabei sind sie eigentlich gegen Reformen, die ihnen nur nicht passen: der Mindestlohn wird kritisiert (dessen Wirksamkeit eigentlich schon als bewiesen gilt). Das Rentenalter sei auf 71 Jahre zu erhöhen. Warum nicht gar!
Als ob ein 71-jähriger Bandarbeiter, Lehrer, Dachdecker oder Polizist nach vierzig – und mehr Jahren! - überhaupt noch funktionieren könne. Die betreffenden Arbeitgeber würden sich hüten, solche Greise noch zu beschäftigen.
Die Konservativen in der Regierung dagegen blockieren das Erreichen der Klimaziele, wie sie von Umweltministerin Hendricks angestrebt werden. Die Forderung, zugunsten des Weltklimas den Fleischkonsum zu halbieren und auf ein gesundes Maß zu reduzieren, wird als verbraucher- und bauernfeindlich diffamiert. (Das würde auch den Figuren vor allem bayrischer Politiker ganz gut tun!)
Wahrscheinlich stehen die CDU-Minister unter Druck, denn wirkliche Reformgesetze wurden bisher nur von SPD-Ministern bekannt: deutscher Meister ist Justizminister Maas, gefolgt von Arbeitsministerin Nahles. Frau Schwesig war auch nicht faul. Nur von den CDU-Ministern ist bisher wenig zu hören. Also opponiert man erst mal gegen Gesetzesinitiativen des Koalitionspartners. Verkehrsminister Dobrindt war bisher hauptsächlich mit Flops beschäftigt (nun zaubert er in Sachen PKW-Maut einen „Kompromiss“ aus dem Hut, der nun doch zu Lasten deutscher Autofahrer geht).

Die Bundestagswahl steht vor der Tür (na ja, fast), wir sollten bei der Stimmabgabe berücksichtigen, wer wirklich was bewegt hat.

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Freitag, 14. Oktober 2016
Sächsischer Augiasstall
Was können sächsische Polizei und Justiz eigentlich außer „Pannen“ und Skandale zu produzieren? In Hoyerswerda waren die „Sicherheits“- Organe 1991 unfähig oder unwillig, die fremdenfeindlichen Pogrome gegen Migranten zu verhindern. Sie waren unfähig, die blutige Spur des NSU zu verfolgen, und ermittelten in die entgegengesetzte Richtung. Sie waren unfähig prominente Bundespolitiker vor dem rechtssxtremen Mob am 3.10. zu schützen. (Nur um nur einige Beispiele zu zitieren). Bis zur Gegenwart.
Ein Terrorismus-Verdächtiger entkommt einem hochgerüsteten Polizeiaufgebot. Die Entschuldigung, man habe Unbeteiligte nicht gefährden wollen, erscheint im Nachhinein mehr als fadenscheinig. Der einzelne Warnschuss erscheint jetzt als Signal an den flüchtenden Terroristen, sich schleunigst aus dem Staub zu machen. Es bedurfte des Muts dreier Landsleute des Täters, um ihn dingfest zu machen.
Dann, in Untersuchungshaft, wird er von einer Auszubildenden überwacht, eine gänzlich unerfahrene Psychologin verneint die Suizidgefahr bei einem, der einen SELBSTMORDANSCHLAG geplant hat. Zu viel der Merkwürdigkeiten.
Von linken Politikern wird jetzt der Rücktritt des Justizministers gefordert. Wäre es nicht besser, den Rücktritt aller Justizbeamten und Polizisten zu fordern? Ein einzelner Justiz- oder Innenminister kann einen solchen Augiasstall gar nicht ausmisten.

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Donnerstag, 13. Oktober 2016
Gewaltfreie Kommunikation lässt sich lernen
Es ist nicht leicht mit der Erziehung. Vom Kleinkind bis zum Jugendlichen, immer wieder treten schwierige und Nerven belastende Situationen auf. Auch die engagiertesten Eltern geraten manchmal an ihre Grenzen und sind vor Verzweiflung und Wut nicht gefeit. Doch egal, wie zermürbend die Auseinandersetzungen sind, nie sollten sie gewalttätig werden. Abgesehen davon, dass sie sich damit strafbar machen, beschädigen sie auch das Vertrauensverhältnis zwischen Groß und Klein beträchtlich.
Eigene Erziehungserfahrungen überwinden
Gewaltfreie Erziehung ist in Deutschland im Gesetz festgeschrieben. Schläge, seelische Grausamkeit und Demütigungen sind verboten, darüber informiert http://www.bambiona.de/thema/kindererziehung. Theoretisch sicher ein von jedermann gern akzeptiertes Gebot. Doch in der Praxis fällt es vielen Eltern schwer, danach zu leben. Das hat häufig mit der eigenen Sozialisation zu tun, die selten ohne Druck und harte Strafen stattgefunden hat. Die lange Tradition, Kinder eher zu disziplinieren als sie sich entwickeln zu lassen, ist noch tief in unserer Gesellschaft verankert und nur mühsam zu überwinden. Erziehung ohne Gewalt ist deshalb nur möglich, wenn die Erziehungsberechtigten sich einem Lernprozess unterziehen und bereit sind, an sich zu arbeiten.
Fachleute unterstützen die Eltern
Gewaltfreie Kommunikation ist das Ideal, das heute Pädagogen und Psychologen als optimale Erziehungsrichtlinie empfehlen. Es beinhaltet ein freundliches und respektvolles Miteinander, das trotz der elterlichen Führung immer das Prinzip der Gleichwertigkeit aller Familienmitglieder befolgt. Eltern, die sich dafür entscheiden, werden viele Hilfen angeboten. Es gibt nicht nur Ratgeber, sondern auch Seminare, die klar an der Praxis orientiert sind. Im Rollenspiel und gemeinsamem Gespräch entwickeln die Teilnehmer mit Hilfe von Experten Handlungsstrategien für Konfliktsituationen und üben optimale Reaktionsmuster ein. Volkshochschulen, Wohlfahrtsverbände und Familienberatungsstellen bieten diese Kurse an.

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Donnerstag, 6. Oktober 2016
60 Jahre Ungarn-Aufstand
Anfang November jährt sich der Aufstand der Ungarn gegen die Diktatur und die sowjetische Besatzung zum 60. Mal. Ich erinnere mich: mit heißen Ohren verfolgte ich die Nachrichten am Radio. Besonders eingeprägt hat sich mir der leidenschaftliche Appell an den Westen, die Aufständischen zu unterstützen. Er war folgenlos.
Damals flüchteten hunderttausende über die ungarisch-österreichische Grenze. Allein Deutschland nahm 200.000 Flüchtlinge auf. Die deutsche Bevölkerung sammelte 1. Million DM zur Unterstützung dieser Menschen.
60 Jahre später: Die ungarische Regierung hat gerade ein Referendum über die Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen u.a. aus Syrien verloren, weigert sich aber beharrlich, die Menschen aufzunehmen, ja schottet sich sogar durch Sperrzäune nach außen ab.
Diese Geschichtsvergessenheit macht wütend. Fast möchte man den Ungarn wieder die Sowjets auf den Hals wünschen, damit sie noch mal erfahren, wie wichtig das Recht auf Asyl und Hilfe ist.

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Sonntag, 2. Oktober 2016
Hybrid-Motor ist Scheiße!
Japanische Autobauer sind jetzt mit einem Hybrid-Auto auf den deutschen Markt gekommen, reichlich spät. Die Technik gab es bereits seit Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Damals führte ich Seminare mit Auszubildenden von Mercedes und VW zum Thema „Auto und Umwelt“ durch. Die Seminare dienten der Sensibilisierung der Teilnehmenden für Umweltfragen und stellten Alternativen zum Autoverkehr vor.
U.a. wurde über den Hybrid-Motor informiert: ein Verbrennungsmotor läuft mit gleichbleibender Drehzahl im Bereich der höchsten Effizienz, speist eine Batterie, die dann über einen Elektromotor den Wagen antreibt. Neben der Umweltfreundlichkeit durch geringere Abgase benötigt der Hybrid kein Schaltgetriebe.
Kommentar eines Azubis: „Das ist ja Scheiße, dann kann man ja gar nicht die Gänge so richtig hochziehen!“
Mit reiner Vernunft ist solch irrationalem Denken kaum beizukommen.

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Zu wenig Polizei?
Wann immer polizeiliches Versagen vorkommt (nur so z.B. Silvester in Köln), jammern Polizeiführung, Politiker und Polizeigewerkschaft über zu wenig Personal.
Ich hätte da so manchen Lösungsvorschlag zur Effektivierung.
Ein Beispiel: Neulich wollte ich einen Handtaschen-Diebstahl anzeigen. Der Revierpolizist interviewte mich zunächst darüber, was ich bereits unternommen hatte, um den Sachverhalt aufzuklären. Dann telefonierte er eine halbe Stunde und kam schließlich zu den gleichen Ergebnissen wie ich.
Als ich dachte, nun würde er meine Anzeige aufnehmen, vertröstete er mich damit, die Tasche würde schon wieder auftauchen. Er müsse auch noch ein weiteres Telefonat führen, würde mich „nächste Woche“ anrufen. Auf diesen Rückruf warte ich heute noch (zwei Monate später).
Nach vier Wochen ging ich wieder aus Revier, besagter „Kollege“ sei nicht im Dienst, er sei aber drei Tage später zu erreichen. Am besagten Tag stellte sich heraus: der erste Beamte war ein anderer, als mir gesagt worden war.
Ich solle noch mal wieder kommen. Da platzte mir der Kragen, und ich erklärte ich würde die Wache nicht verlassen, ohne formell Anzeige erstattet zu haben. Da bequemte sich der Revierleiter, meinem Wunsch zu entsprechen.
Jeder der Termine dauerte ca. eine Stunde. Wäre gleich beim ersten Mal eine Anzeige aufgenommen worden, hätten 2/3 der Zeit eingespart werden können. Zu wenig Polizei? – Nein: zu wenig Effizienz!

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Sonntag, 25. September 2016
Hier Prunk – dort eine zerbombte Stadt
Neulich wurde in der Tagesschau der Sitzungssaal gezeigt, in dem die Balkanstaaten zusammen mit der Bundeskanzlerin weitere Maßnahmen berieten und beschlossen, um Flüchtlingen insbesondere aus dem Bürgerkriegsland Syrien den Weg nach Europa zu versperren.
Zwei Meldungen weiter wurden Bilder aus dem völlig zerbombten Aleppo gezeigt, wo die Menschen ohne Strom, Wasser-, Lebens- und Arzneimitteln zu überleben versuchen.
Medial abgefedert wurde der Kontrast durch einen zwischengeschobenen Beitrag über irgendwas.
Der Kontrast zwischen beiden Bildern könnte nicht drastischer sein: Hier der Prunk vergangener k.u.k.-feudaler Herrlichkeit mit Kristall, Stuck, Plüsch und reichlich Erfrischungsmitteln.
Da die Trümmerwüste Aleppos, durch die zerlumpte und abgemagerte Figuren streunen.
Wie halten wir – Fernseh-Journalisten und Zuschauer – den Zynismus der Berichterstattung aus? Nur durch die Distanz zu den eigentlichen Ereignissen und in Watte verpackte Einzelbeiträge!

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