Montag, 30. März 2020
Corona-Tagebuch 9.: Asylbewerber dürfen Spargel stechen.
Für Asylbewerber und Flüchtlinge gilt je nach Kategorie ein absolutes bzw. eingeschränktes Arbeitsverbot. Ihre finanzielle Unterstützung liegt unter dem ALG-2-Satz, d.h. unter dem Existenzminimum. Wer Leistungen vom Jobcenter bekommt, darf nur einen Maximalbetrag hinzuverdienen.

Bis jetzt, denn Frau Klöckner (Bundeslandwirtschaftsministerin) fordert die Aufhebung des Arbeitsverbots. Asylbewerber sollen jetzt in der Landwirtschaft als Erntehelfer arbeiten dürfen. Denn die mittel-osteuropäischen Saisonarbeiter dürfen wegen des Einreiseverbots (Corona!) nicht kommen. Die Spargel- und Gemüsebauern sind in Not.

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Ach so, auf einmal. Damit die Deutschen nicht auf ihr Luxusgemüse Spargel zu Ostern verzichten müssen, dürfen Flüchtlinge auf einmal arbeiten, Menschen, die Spargel höchstens vom Hörensagen kennen und die vor allem das Spargelstechen nicht gelernt haben, sollen jetzt für unser Wohlergehen sorgen. Da reißen alle Stricke und Restriktionen. Wenn Corona und Spargelernte vorbei sind, können sie dann ja wieder in Kraft treten.

Daraus resultieren drei Forderungen: Aufhebung des generellen Arbeitsverbots für Asylbewerber. Anhebung des Mindestlohns in der Landwirtschaft, damit die Arbeit auch für Deutsche attraktiv wird. Anhebung der Bezüge für Asylbewerber mindestens auf das Existenzminimum.
Bleibt aufrecht und gesund!

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