Freitag, 1. November 2019
Dr. med. - mangelhaft
In der Politik gilt offensichtlich nur noch, wer einen Doktortitel oder anderen akademischen Titel hat. Entsprechend schmückt Hinz und Kunz inzwischen der Dr. vor dem Namen. Nur leider wird man nicht so leicht Akademiker. Da muss man/frau schon mal nachhelfen – durch Abschreiben fremder Texte. Damit das nicht so auffällt, spart man/frau sich immer mal wieder die Anführungszeichen bei Zitaten.

Zum Leidwesen betroffener Politiker gibt es eine Software, die uns auf die Spur von Abschreibern bringt. Und immer öfter ist die Software erfolgreich. Das passierte von Petra Hinz (Ex-MdB), Karl-Theodor zu Guttenberg, Annette Schavan, bis Ursula von der Leyen und jetzt Franziska Giffey. Letztere sind noch mal davongekommen: Ein Gremium der Freien Universität Berlin entschied, Giffeys Arbeit haben zwar nachgewiesene Mängel, aber ihren Dr. med. darf sie behalten. Übrigens ist nichts leichter, als einen Dr. med. zu machen: eine Statistikarbeit und sechs Monate berufsbegleitend genügen.

Dem besagten FU-Gremium gehörten vier FU-MitarbeiterInnen und ein Externer an. Bei Ursula von der Leyen urteilte ebenfalls die TU Hannover, an der sie promoviert hatte (auch Dr. med.). Da fragt man sich, wieso nicht NUR Externe das beurteilen. Und noch wichtiger: Welche Profs haben die Arbeiten beurteilt, wer waren die Zweit-Gutachter. Die hätten auch einen Schmutzkübel verdient, wenn sie derart miserable Promotionen überhaupt passieren ließen.

Das Ganze gleicht dem Fall, dass ein Autobesitzer sein Vehikel wegen TÜV in die Werkstatt gibt. Der Meister fährt zum TÜV, kontrolliert das Auto, klebt die Plakette auf und liefert den Wagen beim Besitzer ab.

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Strandgut: Unerwartete Folge des bevorstehenden Brexit
Laut Agenturmeldungen wird in Großbritannien das Klopapier knapp. Das haben die Briten jetzt davon: nun bleiben sie in ihrer eigenen Scheiße sitzen.

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