Donnerstag, 29. Dezember 2016
Schweine sind Schweine
Als mein Onkel Theo in den 1950ern aus Südamerika zurückkehrte, brachte er ein Paar Meerschweinchen mit.
Der deutsche Zoll – in Unkenntnis der Zoologie – fragte nach der Art der possierlichen Tiere. Wahrheitsgemäß erklärte Onkel Theo, das seien Meerschweinchen.
Woraufhin der Zoll ihn mit den Nagern nicht passieren lassen wollte. Die Einfuhr von Nahrungsmitteln – tot oder lebendig - sei zollpflichtig.
Onkel Theo klärte die Beamten auf: Die Tiere seien nicht zum Verzehr geeignet, sondern als Kuscheltiere für mich – seinen Neffen – gedacht.
Darauf der Zöllner: Das sei egal. „Schweine sind Schweine, sind also zollpflichtig.“

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Wurst ist nicht gleich Wurst
Ein CSU-Minister hat eine Idee – selten genug! Herr Schmidt will ein Verbot aussprechen: Die Bezeichnung „Vegane Wurst“ soll es nicht mehr geben.
Das ist bemerkenswert: Auf einmal will ein CSU-Minister etwas per ordere Mufti verbieten.
1) Sonst wollen die doch immer alles „den Markt“ regeln lassen.
2) Die Bezeichnung Wurst bezieht sich auf die FORM, nicht aber auf den INHALT.
Typisch dass ein bayrischer Minister das durch einander bekommt. Für Bayern ist Wurst immer Fleisch. Das kann man schon den Figuren - nicht nur der Minister - bayrischer Männer ansehen.
In meiner Jugend gab es Erbswurst, die garantiert fleischfrei war, und aus der wurde eine Suppe gekocht. Niemand wäre auf den Gedanken gekommen, sie mit Leber- oder anderer Fleischwurst zu verwechseln.
Nur noch zur Erinnerung: Palat-Schinken ist garantiert kein Schinken, sondern eine österreichische Süßspeise. Und Leberkäse besteht weder aus Käse noch aus Leber.
Aber immerhin: der Humor-Gehalt des Schmidtschen Vorschlags ist hoch und provoziert allerhand satirische, hämische oder ironische Kommentare. Vor allem nördlich des Weiß-Wurst-Äquators.

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